Jahrgang 
1928
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VI. Chronik der Anstalt.

1. Das Schulijahr begann am 26. April 1927 mit den Aufnahmeprüfungen; tags darauf fand für die Schüler der beiden christlichen Bekenntnisse je ein feierlicher Gottesdienst statt, dann wurden die einleitenden Geschäfte erledigt und die Schulgesetze in der Aula bekannt gegeben. Der regelmä- Bige Unterricht begann am 28. April. Das Schuljahr schloß am 31. März 1928.

2. Am 16. 6. 17 erhielt die von den Spenden aus der Elternschaft und von Freunden der An- stalt beschaffte Fahne der Winfried-Schule ihre Weihe. Die Fahne wurde nach den Entwürfen von F. Krämer in der hiesigen Benediktinerinnenabtei angefertigt. Sie stellt sowohl nach Zeichnung als auch nach Ausführung ein Kunstwerk dar. Die Hauptseite zeigt auf kräftig violettem Grund Winfried- Bonifatius, nach dem die Schule ihren Namen gewählt hat. Er ist als Bischof dargestellt, wie er im Begriffe steht, das Kreuz in den Boden zu stecken, nachdem die Donareiche gefällt ist. Alles in die- ser Figur ist Kraft, Glaubensmut, Entschiedenheit, der Apostel der Deutschen. Die Wappenseite zeigt den Preußischen Adler und das Fuldaer Wappen mit Umschrift auf leuchtend grünem Grund.

3. Als Schulfeiern sind zu nennen: Die Verfassungsfeier am 11. August(Redner Studienasses- sor Dreger), die Feier des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten am 27. September(Redner Studienrat Lütkehaus), die Kleist-Gedächtnisfeier am 19. Oktober(Redner Gruß UI), die feierliche Ent- lassung der Abiturienten am 29. Februar. Am 30. April 1927 wurde vor den Oberklassen des großen Mathematikers Carl Friedrich Gauß gedacht, ferner am 8. Juni im evangel. Religionsunterricht des großen christlichen Erziehers Aug. H. Francke und am 20. März in der Aula Albrecht Dürers(Redner Seminaroberlehrer Hendus).

4. Am 26. Oktober 1927 verunglückte der Obersekundaner Oskar Hasenau durch Sturz in der Scheune des elterlichen Gutes tödlich. Bei seiner guten Begabung, seinem ernsten Streben und gro- Ben Pflichtgefühl berechtigte er zu den schönsten Hoffnungen. Mit seinem sonnigen Wesen hatte er die Herzen all seiner Lehrer und Mitschüler gewonnen. Die Winfriedschule hat in ihm einen ihrer besten Schüler verloren; sie wird ihm ein treues Andenken bewahren.

5. Am 2. und 3. Dezember 1927 besuchte der Dezernent der Anstalt Herr Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg die Anstalt und wohnte dem Unterricht in verschiedenen Klassen, ins- besondere dem der Oberprima bei.

6. Die verbindlichen neun Wandertage sowie die Reichsjugendwettkämpfe wurden durchgeführt.

7. Der Herr Minister hat durch Erlaß vom 29. 3. 28 UII 5707 die Winfriedschule von Ostern 1928 ab als Deutsche Oberschule in Aufbauform anerkannt.

VII. Die wichtigsten Erlasse und Verfügungen der Behörden.

1. Verf. des P. S. K. Nr. 7214 v. 4. 6. 27 betrifft Behandlung der Fragen des Völkerbundes im Un- terricht.

2. Verf. 7213 v. 4. 6. 27 warnt vor den Gefahren des Feueranzündens im Walde, an Feldrainen und Böschungen.

3. Verf. 7468 v. 14. 6. 27 betrifft Förderung der Kenntnisse des Luftfahrtwesens.

4. Min. Erl. UII 11600 v. 21. 6. 27 teilt Grundsätze mit, die für die Vergebung von Erziehungsbei- hilfen aus Reichsmitteln maßgebend sind..

5. Min. Erl. UII 888. 1. v. 12. 8. 27 betrifft Bestimmungen über die Versetzung der Schüler an den höheren Schulen Preußens.

6. Min. Erl. UIII 2545 UII v. 3. 11. 27 betrifft Aufnahme von Studenten in die Staatl. Pädagog. Akademien. Bekanntmachung. Am 1. Mai 1928 werden in die staatlichen Pädagogischen Aka- demien je 50 Studenten neu aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evange- lischer Volksschullehrer und-lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und Jehrerinnen.