Jahrgang 
1927
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3. Schulgarten.

Der biologische Uebungsgarten fiel der Erweiterung des Schulhofes zum Opfer.

VI. Chronik der Anstalt.

1. Durch Min. Erl. v. 24. 8. 25 UII Nr. 31 268 wurde der NameWinfriedschule für die Anstalt genehmigt.

Als Lieblingsgründung des hl. Bonifatius und als Hüterin seines Grabes ist Fulda in besonderer Weise die Bonifatiusstadt. Indem wir den deutschen Stammnamen dieses für die deutsche Kultur so einzigartig bedeutsamen Mannes wählen, suchen wir den deutschen Charakter der Schule zu betonen; indem wir an die Person des hl. Bonifatius den Namen der Schule knüpfen, möchten wir dem heimat- geschichtlichen Gesichtspunkte Rechnung tragen.

2. Das Schuljahr begann am 13. April mit den Aufnahmeprüfungen; tags darauf fand für die Schüler der beiden christlichen Bekenntnisse je ein feierlicher Gottesdienst statt, dann wurden die einleitenden Geschäfte erledigt und die Schulgesetze in der Schule bekannt gegeben. Der regelmä- ßBige Unterricht begann am 15. April. Das Schuljahr schloß am 9. April 1927.

3. Reichsgesundheitswoche: Am 2. April hörten die Schüler in der Aula des Gymnasiums einen Vortrag des Herrn Kreisarztes Dr. Nobel über die Vererbung und des Herrn Sanitätsrates Dr. Schnei- der über Grundlagen der Gesundheit. Der Turn- und Spiel-Nachmittag für die Schulen auf der Johan- nisau verregnete leider.

4. Am 2. Juli wurde Studiendirektor Franz durch Herrn Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg in sein Amt eingeführt. Nachdem in der Anstalts-Kapelle ein Gottesdienst vorausge- gangen war, begann in Anwesenheit des Hochwürdigsten Herrn Bischofs, des Landrats Frhr. von Ga gern, zahlreicher Vertreter der geistlichen und weltlichen Behörden sowie der Elternschaft der Fest- akt in der Aula mit der Sonate in D-Moll von Merkel. Nach dem Vortrag des Festgesangs ausIphi- genie in Aulis von Gluck durch den Schülerchor übergab nach eindrucksvollen Ausführungen über die Aufgaben des Direktors einer höheren Schule Herr Geheimrat Dr. Gerstenberg als Vertreter des Herrn Oberpräsidenten und des Provinzialschulkollegiums die Bestallungsurkunde. Als Senior des Leh- rerkollegiums entbot Herr Studienrat Feußner dessen Wünsche. Als Vertreter des Magistrats hob Herr Professor Fleck die engen Beziehungen der Stadt Fulda zur Aufbauschule hervor und betonte deren opferbereites Interesse an ihrer glücklichen Weiterentwicklung. Der neue Direktor sprach über die Daseinsberechtigung und den Bildungsinhalt der Aufbauschule. Der Krönungsmarsch ausDer Pro- phet von Meyerbeer, dargeboten vom Schülerorchester, und der ChorDem Vaterland von Kunoth beschlossen die Feier.

5. Als weitere Schulfeiern sind zu nennen: die Verfassungsfeier am 11. August(Redner Studien- rat Pfeifer), die Pestalozzifeier am 17. Februar(Redner Studienrat Dr. Wenz) und die Beethovenfeier am 26. März(Redner Unterprimaner Nüchter). Des Todestages Karl Maria von Webers wurde in den einzelnen Klassen gedacht. Am 23. Oktober nahmen die evangelischen Schüler an einer kirch- lichen Feier zum Gedächtnis der hessischen Reformation teil.

6. Am 4. September besuchte der Dezernent der Winfriedschule Herr Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg die Anstalt und wohnte dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei.

7. Am 27. November hielt Herr Dr. Fritz Budde, Lektor der Vortragskunst und Theaterkunde an der Universität in Marburg den Schülern einen Vortrag, in dem er eine Auswahl von Dichtungen aus der Schullektüre darbot. Zur Förderung des Interesses für das Deutschtum im Ausland hör- ten die Schüler am 9. Februar einen Vortrag des Herrn Zesche von der Hauptleitung in Berlin über die Bedeutung des Auslandsdeutschtums.