Ferner wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Karl Gutheil vom Königl. Gymnasium zu Rinteln der Anstalt überwiesen. Durch Verf. der vorges. Behörde vom 3. 12. wurde ihm die neu errichtete Oberlehrerstelle ab 1. April v. J. übertragen.
Karl Gutheil, evangelisch, geboren am 10. Juni 1863 zu Hanau, studierte von Ostern 1882 an in Marburg, München und Berlin und bestand im November 1887 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi. Von Michaelis 1887— 1888 leistete er das pädagogische Probejahr am Königl. Gymnasium in Rinteln ab, wo er auch bis Ostern 1891 als grösstenteils unbesoldeter wissen- schaftlicher Hilfslehrer weiter thätig blieb. Im Sommer 1891 vertrat er einen beurlaubten Ober- lehrer am Progymnasium in Ilofgeismar. Seit Oktober 1891 wurde er wieder als unbesoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium in Rinteln beschäftigt und dort bis Herbst 1896 wiederholt mit Vertretungen beurlaubter Oberlehrer beauftragt. Vom 1. Oktober 1896 bis Ostern 1900 versah er daselbst eine provisorische Oberlehrerstelle. Vom 1. April 1900 an wurde er als Oberlehrer an das Königl. Gymnasium in Fulda versetzt.
Die durch Pensionirung des Oberlehrers Dr. Drygas erledigte Oberlehrerstelle erhielt der wissenschaftliche Hilfslehrer Adolf Schlitt, bisher Oberlehrer am Bischöfl. Gymnasium zu Straßburg i. E., nachdem bis zum Schluß der Sommerferien der wissenschaftliche Hilfslehrer Fritz Heinze zur Stellvertretung am Gymnasium thätig gewesen war.
Adolf Schlitt, geb. am 4. Januar 1862 zu Neustadt(Hessen-Nassau), kath., besuchte das Königl. Gymnasium zu Marburg. Daselbst im Jahre 1882 mit dem Zeugnisse der Reife entlassen, studierte er in Marburg und später in Strassburg Philologie. Das Probejahr leistete er am städt. Gymnasium in Frankfurt aM. von Ostern 1888— 1889 ab, nachdem er im Januar 1888 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi bestanden hatte. In den näüchsten Jahren war er als wissen- schaftlicher Hilfslehrer an der genannten Anstalt, in Frankfurt aM. und ½ Jahr an der Lender- schen Anstalt in Baden beschäftigt. Seit Herbst 1891 wirkte er als wissenschaftlicher Lehrer am Bischöflichen Gymnasium in Strassburg i/läls., von wo er am l. August 1900 als Oberlehrer an das Königliche Gymnasium zu Fulda berufen wurde.
Die durch Versetzung des Oberlehrers Dr. Küster frei gewordene Oberlehrerstelle wurde dem wissenschaftlichen Hilfslehrer Maurer ab 1. April v. J. übertragen. Verf. v. 17. 4. 1900.
Eugen Maurer, geboren am 16. Dezember 1863 in Kassel, reformiert, besuchte von Ostern 1874 bis Ostern 1882 daselbst das Lyceum Fridericianum und studierte dann in Leipzig und Marburg klass. Philologie und Geschichte. Im November 1887 bestand er das Examen pro facultate docendi und war vom Herbst dieses Jahres bis zum Herbst 1888 Probekandidat am Königl. Friedrichs- gymnasium zu Kassel. Nachdem er dann seiner Dienstpflicht genigt hatte, war er an der Real- schule zu Remscheid und verschiedenen Privatanstalten in Davos, Echzell in Oberhessen, Filehne in Posen und in Melsungen thätig. Am 10. Januar 1898 wurde er als wissenschaftlicher Hilfs- lehrer an das Kgl. Gymnasium zu Fulda berufen und zum 1. April 1900 zum Oberlehrer ernannt.
Infolge der Trennung der Klasse U. II wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Julius Schlitt der Anstalt überwiesen, während der Auftrag des wissenschaftlichen Hilfslehrers Dr. Karl Dietze, der von Ostern ab zur Vertretung des beurlaubten Professor Dr. Koerber hierher überwiesen war, verlängert wurde.
Den evangel. Religionsunterricht übernahm vom 1. Januar ab Pfarrer Hattendorff, nachdem der indessen zum Superintendenten ernannte Pfarrer Ruhl wegen vermehrter Amts- geschäfte um seine Enthebung von dem Religionsunterricht eingekommen war, die von der vorgesetzten Behörde unter ehrender Anerkennung der von ihm der Anstalt geleisteten Dienste bewilligt wurde.


