Jahrgang 
1901
Einzelbild herunterladen

15

Vom 21. 7. 1900. S. 5182. M. E. v. 4./7. U. II 2204. Beschränkung der Höchstzahl der Schüler in den einzelnen Klassen.

27. 8. S. 6230. Die Aufnahme von Schülern im Laufe des Schulhalbjahres unter- liegt der Genehmigung des Prov.-Schulkollegiums. 22. 11. S. 7931. Zur Ergänzung des physikalischen Apparats werden 214 Mark

zur Verfügung gestellt. 9. 1. 1901. S. 8741. M. E. v. 7./1. B. 2316. Wegfall der Abschlußprüfung.

4. 2. S. 8381. Anderungen in der Zahl der wöchentlichen Lehrstunden. 6. 3. S. 1401. M. E. v. 26./2. U. II 4069 betr. die Zuerkennung der wissenschaftl.

Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst.

III. Schulgeschichte.

a) Personalnachrichten.

Am 1. Oktober trat der Prorektor Professor Dr. Koerber, der von Ostern ab beurlaubt gewesen war, in den von ihm erbetenen Ruhestand. Seine Majestät, der den hochverdienten Lehrer bereits im Jahre 1897 durch Verleihung des Roten Adlerordens ausgezeichnet hatte, ver- lieh ihm nunmehr den Königl. Kronenorden III. Klasse, das Königl. Provinzial-Schulkollegium drückte ihm in sehr ehrenden Worten die Anerkennung und den Dank für seine langjährige verdienstvolle Thätigkeit aus. Professor Koerber, der nach vorübergehender früherer Thätigkeit dahier seit Ostern 1866 ununterbrochen an unserer Anstalt gewirkt hat, schied aus seinem Amt zum grossen Leidwesen seiner Schüler und Kollegen, nachdem er 2 Generationen in seiner eifrigen und gewissenhaften Lehrthätigkeit hat heranbilden helfen. Er nahm die Hochachtung aller, die ihn kennen, mit in den verdienten Ruhestand, in den er trat, bevor seine Thaätigkeit erlahmte. Der verdiente und gelehrte Philologe bewahrt fortgesetzt der Anstalt und dem Kollegium das rege Interesse wie früher. Die ihm zugedachten Ovationen hatte Professor Koerber in seinem bescheidenen Sinne abgelehnt. Er ist ja auch der Unsren einer geblieben.

Die erledigte Oberlehrerstelle wurde dem wissenschaftlichen Hilfslehrer Alois Brunzel vom städtischen Gymnasium zu Montabaur übertragen, der seit Ostern v. J. als etatsmäßiger wissenschaftlicher Hilfslehrer an unserer Anstalt thätig gewesen war. Verf. v. 10. 11. 1900.

Alois Brunzel, katholischer Konfession, geboren am 30. August 1864 zu Gross-Glogau, Provinz Schlesien, besuchte das Königliche katholische Gymnasium seiner Vaterstadt und das zu Sagan, studierte von Herbst 1883 ab auf den Universitäten zu Breslau und Marburg und bestand im Frühjahr 1889 das Staatsexamen pro facultate docendi. Von Ostern 1889 bis Ostern 1890 absolvierte er das püdagogische Probejahr an der Wöhlerschule zu Frankfurt am Main und fand an dieser Anstalt sowie an der Selektenschule daselbst weitere unbesoldete Beschäftigung. Von Ostern 1896 ab etatsmässiger wissenschaftlicher Hilfslehrer am Städt. Kaiser Wilhelm-Gymnasium zu Montabaur, wurde er Ostern 1900 in gleicher Eigenschaft an das Königl. Gymnasium zu Fulda versetzt und durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel vom 10. November 1900 zum Oberlehrer an dieser Anstalt vom 1. Oktober 1900 ab ernannt.