Jahrgang 
1900
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werden konnten. Die Gymnasialschüler des bischöflichen Konvikts brachten zahlreiche Orchester- stücke zum Vortrag.

Am 18. September wohnte Professor Mohn von der Kgl. Kunstschule in Berlin im Auftrage des Herrn Ministers dem Zeichenunterricht aller Klassen und der Selekta bei. In längerer Besprechung mit dem Lehrer Linz und dem Unterzeichneten wurden die leitenden Grundsätze für den Zeichenunterricht entwickelt und die Beschaffung zahlreicher Modelle dringend empfohlen. Damit ist denn auch schon vorgegangen worden, und weitere Beschaf- fungen sollen folgen, sobald die nötigen Geldmittel zur Verfügung stehen.

Am 9. Oktober wurde das Wintersemester mit der Aufnahmeprüfung der neu ange- meldeten Schüler eröffnet. Tags darauf fand nach feierlichem Gottesdienst in der Gymnasial- kirche der herkömmliche Eröffnungsakt in der Aula statt, und der regelmässige Unterricht nahm seinen Anfang.

Am 20. Dezember wurde für die verstorbenen Wohlthäter des Gymnasiums in der Gymnasialkirche das jährliche Gedächtnisamt abgehalten.

Am 23. Dezember, dem letzten Schultage des Kalenderjahres, wurde in der Aula eine Schulfeier veranstaltet, bei welcher der Direktor der gegebenen Weisung entsprechend einen längeren Rückblick auf das zu Ende gehende Jahrhundert warf und im Hinweis auf die Ge- schicke unserer Nation und Europas in den letzten 100 Jahren ernste Mahnungen an die Schüler richtete und dem schuldigen Dankgefühl gegen Gott und Herrscherhaus Ausdruck gab.

Am 27. Januar wurde zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula eine öffentliche Schulfeierlichkeit veranstaltet, die sich eines sehr starken Besuches seitens des Publikums zu erfreuen hatte. Die Festrede hatte Ober- lehrer Jung übernommen.

Die regelmässigen Ferien waren nach Vorschrift der Verf. vom 31. März 1892 verteilt: Pfingstferien vom 20. bis 25. Mai, Sommerferien vom 1. Juli bis 1. August, Herbstferien vom 23. September bis 10. Oktober, Weihnachtsferien vom 23. Dezember mittags bis 9. Januar. Wegen zu grosser Hitze fiel der Nachmittagsunterricht aus am 4. und 7. August.

Von Sr. Majestät dem Kaiser und König war ein Exemplar von WislicenusDeutsch- lands Seemacht einst und jetzt, 2 Exemplare desgl. vom Herr Minister als Schulprämie über- wiesen worden. Ersteres wurde mit entsprechendem Vermerk am Allerhöchsten Geburtstage einem(Quartaner, letztere an je einen Obertertianer und Untersekundaner überwiesen. 8 vom Herr Minister überwiesene Exemplare von W. BüxensteinUnser Kaiser wurden an je vier Quintaner und Quartaner mit dem betr. Vermerk, 4 Exemplare vonDie kleine Ausgabe der Urkunde über die Einweihung der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem an je einen evange- lischen Schüler der Sexta, Quinta, Obertertia und Oberprima vergeben.