Jahrgang 
1895
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III. Chronik der Schule.

a) Perſonalnachrichten.

1. Durch Verf. des Königl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 26. Febr. 1894 S. 1180 wurde mit der Erteilung des evangeliſchen Religionsunterrichts an unſerer Anſtalt vom 1. April ab der Hülfspfarrer Rudolf Rollmann beauftragt. Leider ſollte dieſer Auftrag nur von kurzer Dauer ſein. Denn da der ꝛc. Rollmann vom 1. April c. ab zum Pfarrer in Berkesheim bei Frankfurt a. M. ernannt worden iſt, ſo wird er noch vor Schluß des Schuljahres ſeine Thätigkeit an unſerer Anſtalt einſtellen. Über ſeinen Nach⸗ folger iſt noch nichts bekannt.

2. Durch Verf. vom 19. März S. 32 wurde der Oberlehrer Ludwig Zobel vom Gymnaſium zu Rinteln vom 1. April ab in gleicher Eigenſchaft an das hieſige verſetzt.

Ludwig Zobel, geboren am 20. September 1860 zu Sachſenberg(Waldeck), evangeliſcher Konfeſſion,

wurde vorgebildet auf dem Gymnaſium zu Corbach, ſtudierte in Marburg und Berlin klaſſiſche Philologie und

Geſchichte, beſtand die Staatsprüfung am 24. Juli 1885 zu Marburg und leiſtete das Probejahr vom Oktober

1885 86 am Gymnaſium zu Corbach ab. Vom 1. Juni 1888 an war er als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer am

Realprogymnaſium zu Wiesbaden thätig, bis er zum 1. Oktober 1893 als Oberlehrer an dem Gymnaſium zu Rinteln definitiv angeſtellt wurde.

3. Durch Verf. vom 20. März S. 1823 wurde der wiſſ. Hülfslehrer Dr. phil. Schäfer(vgl. den Jahresbericht über das Schuljahr 1892/93 S. 15) dem Gymnaſium zu Hersfeld zugeteilt.

4. Durch Verf vom 22. Januar c. S. 464 wurde der Oberlehrer Profeſſor Breitung, welcher ſeit Juli 1879 ununterbrochen als katholiſcher Religionslehrer am hieſ. Gymnaſium ſegensreich gewirkt hat, auf ſeinen Antrag in den Ruheſtand verſetzt. Die vorgeſetzte Behörde ſprach ihm dabei für die unſerer Anſtalt in hingebender Treue geleiſteten Dienſte ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Das Lehrer⸗ kollegium, dem er ſtets ein freundlicher und hochgeſchätzter Amtsgenoſſe war, wünſcht dem inzwiſchen zum Domkapitular ernannten lieben Kollegen noch ein langes und geſegnetes Wirken in ſeinem neuen Amte.

5. Durch Verf. vom 25 März S. 1654 wurde Dr. Wilhelm Frye, dermalen Kaplan in Jena, als Nachfolger des ꝛc. Breitung berufen und zum Oberlehrer ernannt.

Dr. Wilhelm Frye, geboren am 10. April 1858 zu Dülmen(Weſtfalen), wurde vorgebildet auf dem Gymnaſium zu Münſter, ſtudierte an der Akademie daſelbſt und an der Univerſität Leipzig klaſſiſche Philologie und legte hier im Januar 1881 die Staatsprüfung ab. Auch wurde er von der Univerſität Leipzig am 11. Juni 1883 zum Dr. philosophiae promoviert. Von Oſtern 1882 an ſtudierte er in Würzburg und Fulda Theologie und wurde am 8. September 1884 zum Prieſter geweiht. Dann war er bis 1887 als Lehrer

an der Lateinſchule in Geiſa thätig, von 1887 bis 1890 als Kaplan in Birſtein und von da ab in Jena angeſtellt. .

Die G eſundheitsverhältniſ ſe der Lehrer waren im Sommerhalbjahr normal, da längere Er⸗ krankungen nicht vorkamen. Prof. Range mußte 1 Tag den Unterricht ausſetzen, Prof. Breitung 6 Tage, Oberl. Sonne 4, Zeichenlehrer Binder 5 und Geſanglehrer Geſang 1 Tag. Der Unterricht erlitt dadurch keine erhebliche Störung, da meiſtens Vertretung angeordnet werden konnte; ebenſo auch bei der Beurlaubung des Prof. Dr. Weſener am 13. und 14. Auguſt, des Oberl. Hoffmann vom 2. bis 14. April, des Oberl. Zobel vom 2. bis 10. April und des Unterzeichneten vom 13. bis 16. Auguſt. Im Winterſemeſter dagegen