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Julius Sonne, geb. zu Oberhaun(Kreis Hersfeld) am 18. November 1859, evangeliſcher Konfeſſion, ſtudierte
auf den Univerſitäten Marburg und Straßburg Mathematik und Naturwiſſenſchaften und beſtand am 4. Auguſt 1882
die Staatsprüfung in Marburg. Von Herbſt 1882 bis Herbſt 1883 leiſtete er am Gymnaſium zu Hersfeld das Probe⸗
jahr ab und war dann thätig an den Gymnaſien zu Hersfeld, Kaſſel(Wilhelms⸗Gymnaſium), Hadamar, Marburg,
Rinteln und Dillenburg.
4. Mit Beginn des 2. Quartals, im Auguſt 1891, wurde der evangeliſche Religionsunterricht, welcher ſeit Januar 1866 ununterbrochen von dem Pfarrer Emil Schäfer erteilt worden war, dem neu ernannten Hülfspfarrer Auguſt Herchenröder übertragen. Für ſeine langjährige Wirkſamkeit und treue Dienſtleiſtung wurde erſterem ſeitens der vorgeſetzten Behörde durch ein ehrendes Dankſchreiben vom 18. Auguſt die ver⸗ diente Anerkennung ausgeſprochen.
5. Am 2. Auguſt verſchied plötzlich der langjährige und verdiente Turnlehrer Friedrich Jaeneke. Geboren am 1. Dez. 1840, wurde er im Oktober 1866 proviſoriſch und ſeit Mai 1868, nachdem er ſich an der Central⸗Turnanſtalt zu Berlin die Qualifikation erworben hatte, definitiv als Turnlehrer an unſerer Anſtalt beſtellt. Von anerkannter Tüchtigkeit in ſeinem Amte war er zugleich immerdar ein freundlicher und geſchätzter Kollege.— Am 5. Aug. geleiteten Lehrer und Schüler der Anſtalt die Leiche des Verewigten zur letzten Ruheſtätte. Ehre ſeinem Andenken!
6. Durch Verf. des Königl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 17. Okt.§. 5414 wurde der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Heinr. Eſcher zunächſt zur Erteilung des Turnunterrichts dem hieſ. Gymnaſium überwieſen.
Heinrich Eſcher, geb. den 11. Febr. 1861 zu Erbenhauſen, Kreis Marburg, evangeliſcher Konfeſſion, beſuchte das Gymnaſium zu Marburg, ſtudierte auf der Univerſität daſelbſt Mathematik und Naturwiſſenſchaften und beſtand
am 28. Jan. 1887 die wiſſenſchaftliche Staatsprüfung. Das Probejahr leiſtete er von Oſtern 1887 bis dahin 1888
am Gymnaſium zu Hadamar ab, nahm im Winter 1889/90 an dem Kurſus der Turnlehrer⸗Bildungsanſtalt in Berlin
teil und war bisher an dem Gymnaſium zu Hadamar, dem Realgymnaſium und Gymnaſium zu Wiesbaden und an dem Kaiſer⸗Friedrichs⸗Gymnaſium zu Frankfurt a. M. thätig.
Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war auch in dieſem Jahre im allgemeinen ein gün— ſtiger zu nennen. Obgleich es an einzelnen Erkrankungen nicht fehlte— die längſte war die des Gymnaſial— lehrers Sonne vom 6. bis 21. Januar, am häufigſten durch Krankheit verhindert war Binder—, ſo ward die Durchführung des Lehrplans dadurch doch im ganzen wenig beeinträchtigt. Auch bei der Einbe⸗ rufung des Oberlehrers Dr. Weſener zur militäriſchen Dienſtleiſtung(vom 20. bis 30. April), der Beur⸗ laubung des Gymnaſiallehrers Dr. Drygas zur Teilnahme an dem archäologiſchen Ferienkurſus in Bonn und Trier(vom 21. bis 28. Mai) und bei dem im Anſchluß an die Sommerferien im Juli dem Oberlehrer Wagner erteilten achttägigen Urlaub konnte meiſtens Vertretung durch die übrigen Lehrer geleiſtet werden.
b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.
1. Am 5. April, dem weißen Sonntag, wurden 3 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ Unterricht des Herrn Pfarrer Schäfer dazu vorbereitet worden waren, feierlich konfirmiert.
2. Am 6. April wurde das Schuljahr eröffnet. Zunächſt wurden die neu angemeldeten Schüler geprüft und den verſchiedenen Klaſſen zugewieſen. Tags darauf begann, nachdem ein feierlicher Gottesdienſt in der Nonnenkirche ſowie der herkömmliche Eröffnungsakt mit Choralgeſang, Gebet, Anſprache des Direktors, Vorleſung der Schulgeſetze ꝛc. in der Aula voraufgegangen war, der Unterricht.


