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7. Durch Verf. derſelben h. Behörde vom 20. Okt.(S. 4889) wurde der Hülfslehrer Dr. Jo ſeph. Rübſam zu Kaſſel bis auf Weiteres mit der Verſehung der wiſſenſchaftlichen Hülfslehrerſtelle am hieſ. Gymnaſium beauftragt.
8. Durch Verf. derſelben h. Behörde vom 17. Febr. c.(S. 733) wurde der Gymn.⸗Lehrer Dr. Müller zu Hadamar vom 1. April d. J. ab in gleicher Eigenſchaft an das hieſ. Gymnaſium verſetzt.
Dr. Heinr. Karl Müller, geb. am 7. April 1855 zu Laurenburg a. d. Lahn, beſuchte das Real⸗Gymnaſium zu Wiesbaden und widmete ſich von Oſt. 1873— 1877 dem Studium der Mathem. u. Naturwiſſ. auf der Univerſität Marburg. Hier bekleidete er 2 Jahre lang unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Melde die Stelle eines Aſſiſtenten an dem Kgl. mathem.⸗phyſikaliſchen Inſtitute und der Sternwarte und veröffentlichte als ſolcher 1) Unterſuchungen über die Tonhöhen der Transverſalſchwingungen von Gipsſtäben(vgl. Poggend. Ann. Bd. CLV, 1875 und Sitzungsber. der naturf. Geſellſch. zu Marburg), 2) Unterſuchungen über einſeitig freiſchwingende Membranen und deren Beziehung zum menſchl. Stimmorgan, gekrönte Preisſchrift der philoſ. Fak. zu Marburg(verlegt bei Th. Kay, Kaſſel, 1877).— Nachdem er im Herbſte 1877 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi abgelegt hatte, wurde er vom 1. Januar 1878 ab dem Realgymn. zu Wiesbaden zur Abhaltung des Probejahrs überwieſen und unterrichtete nach deſſen Be⸗ endigung an derſ. Anſtalt als Hülfslehrer bis Herbſt 1879, wo ihm die Verwaltung einer ordentl. Lehrerſtelle am Kgl. Gymn. zu Hadamar übertragen wurde. Seine definitive Anſtellung daſelbſt erfolgte unter Genehmigung des Herrn Miniſters am 1. Juli 1880. Im Sommer desſelben Jahres wurde er von der philoſoph. Fakultät zu Marburg nach beſtand. Examen und auf Grund einer Diſſertation„Ueber barytrope und tautobaryde Kurven“ zum Doktor promoviert.
Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war im allgemeinen befriedigend; wenigſtens war kein Lehrer für längere Zeit dem Unterrichte entzogen. Indeſſen waren doch einige Lehrer mehrere Tage (bis zu 10) erkrankt, und nicht immer war es möglich, in erwünſchter Weiſe für deren Vertretung zu ſorgen.
b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.
1. Am 16. April, dem weißen Sonntag, wurden 12 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ Unterricht des Herrn Inſpektor Rollmann vorbereitet worden waren, konfirmiert.
2. Am 20. April wurde das neue Schuljahr eröffnet. Zunächſt wurden die neu angemeldeten Schüler geprüft und den verſchiedenen Klaſſen zugewieſen. Am anderen Tage begann der Unterricht. Vorher war feierlicher Gottesdienſt in der Nonnenkirche und der übliche Eröffnungsakt mit Choralgeſang, Gebet, An⸗ ſprache des Direktors, Verleſung der Schulgeſetze ꝛc. in der Aula.
3. Am 8. Juni, dem hl. Frohnleichnamsfeſte, wurden 7 kathol. Schüler, welche von dem Gymnaſial⸗ lehrer Pfarrer Breitung durch beſonderen Unterricht dazu vorbereitet worden waren, feierlich zur erſten hl. Kommunion geführt. Mit ihnen gemeinſchaftlich gingen auch die katholiſchen Lehrer und die älteren Miſie zum Tiſche des Herrn.
. Am 23. Juni und bezw. am 5. und 8. September machten die Schüler verſchiedener Klaſſen in veeing ihrer Lehrer eine Exkurſion in die Rhön.
5. Am 30. Auguſt beſuchte der Dirigent und erſte Lehrer der Königl. Turnlehrer⸗Bildungsanſtalt zu Berlin, Herr Prof. Dr. Euler, unſere Anſtalt, um von dem Stande und dem Betriebe des Turnunter⸗ richts Kenntnis zu nehmen.


