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2) Schlußaktus und Entlaſſung der Abiturienten. Mittwoch, den 5. April, Vormittags 10 Uhr.
1. Geſang:„Tochter Zion, freue Dich!“, aus Judas Makkahäus von Händel, für gemiſchten Chor. 2. Lateiniſcher Vortrag des Unterprimaners Benedikt Hesdörffer: Marius et salus et
pestis civitatis Romanae.
3. Deklamation des Schülers der Vorbereitungsklaſſe Otto Goebel: Der alte Huſar, von Hoffmann von Fallersleben. 1 des Sextaners Joſeph Fröhlich: Eine Frage aus dem Feſtkalender von C. Pocci und Guido Görres. des Quintaners Bernhard Wieſer: Der Friede, von Theodor Heuer. des Quintaners Julius Hesdörffer: Heinrich der Vogelſteller, von J. N. Vogl. des Quartaners A. Linz: Der Schneiderjunge von Krippſtedt, von A. Kopiſch. 4. Geſang:„Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen“, für gemiſchten Chor von Joſ. Hartm. Stunz. 5. Deklamation des Quartaners Hugo v. Todenwarth: Eine alte Geſchichte, von K. Gerok. des Untertertianers Amand von Schlereth: Frühlingsgruß an das Vater⸗ land, von Max von Schenkendorf. des Obertertianers Vital Pult: Am 3. September 1870, von Emanuel Geibel. des Oberſekundaners Karl Lomp: Das Deutſche Volk, von Ludwig Eichrodt. des Abiturienten Lebrecht Fleck: Der Himmel Deutſchlands, von Herm. Hölty. 6. Deutſcher Vortrag des Abiturienten Karl Gies, welcher am Schluſſe im Namen der Abitu⸗ rienten von der Schule Abſchied nehmen wird: Charakterſchilderung des Ajas nach Sophokles. 7. Geſang:„Horch, wie brauſet der Sturm“, für Männerchor von C. Kreutzer. 8. Schlußworte des Direktors. Entlaſſung der Abiturienten. Verkündigung des Aſcenſus.
Text zu den Geſängen.
1.
Tochter Zion, freue Dich, jauchze laut, Jeruſalem! Sieh, Dein König kommt zu Dir, ja er kommt, der Friedefürſt!— Hoſianna, Davids Sohn! ſei geſegnet Deinem Volk! Gründe nun Dein ew'ges Reich, Hoſianna in der Höh!— Hoſianna, Davids Sohn! ſei gegrüßet, König mild! Ewig ſteht Dein Friedensthron, Du des ew'gen Vaters Kind!
4.
Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen In den großen heil'gen Dom, Laßt aus tauſend Kehlen ſchallen Des Geſang's lebend'gen Strom. Wenn die Töne ſich verſchlingen, Knüpfen wir das Bruderband, Auf zum Himmel Wünſche dringen Für das theure Vaterland.
In der mächt'gen Eichen Rauſchen Miſche ſich der deutſche Sang, Daß der alten Geiſter Lauſchen Sich erfreu' am freien Drang. Deutſches Lied, tön' ihnen Kunde Fort und
fort von deutſchem Geiſt, Der in tauſendſtimm'gem Bunde
Seine alten Helden preiſt.
Ueberall in deutſchen Landen Blühet kräftig der Geſang, Der aus tiefſter Bruſt entſtanden, Kündet laut des Herzens Drang. Deutſches Lied aus deutſchen Herzen Tönet fort von Mund zu Mund, Hemmt die Klagen, heilt die Schmerzen, Knüpfet freier Männer Bund.
7.
Horch, wie brauſet der Sturm und der ſchwellende Strom in der Nacht hin! Schaurig ſüßes Gefühl: Lieblicher Früh⸗ ling, Du nahſt.—


