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5. Zöglinge im Schuljahre 1877/78 in 48 Pflegehäuſern untergebracht. a. Die zu Pfingſten 1877 Entlaſſenen.
Nr. Name. Heimathsort. Kreis. Aufgenommen. 1. Katharine Plößer Malchen Bensheim 5. Juni 1871. 2. JulianeSchimsheimer Nieder⸗Saulheim Oppenheim„
3. Karl Diehl Gedern Schotten„
4.*Fanny Selig Biſchofsheim Gr.⸗Gerau 7. Juni 1871. 5. Roſine Repp Eichelsdorf Schotten 8. Juni 1871. 6. Chriſtine Breitwieſer Groß⸗Gerau Gr.⸗Gerau 10. Juni 1871. 7.*Lina Hiffelsheimer Trebur„ 11. Juni 1871. 8. Andreas Lahr Nack Alzey 18. Juni 1871. 9. Georg Seipel Beyenheim Friedberg 4
10. Georg Saul Lützel⸗Wiebelsbach Erbach 16. Oct. 1871.
11. Eva Keller Hangen⸗Weisheim Worms 22. Oct. 1871.
12. Katharine Eidmann Friſchborn Lauterbach 23. Oct. 1871.
13. Anna Vetter Burg⸗Gräfenrode Friedberg[24. Oct. 1871.
Anmerkung. Alle dieſe Kinder waren bei ihrer Entlaſſung Schüler der erſten Klaſſe bis auf den Knaben Nr. 10, welcher es nur bis zu der zweiten Klaſſe gebracht hatte.— Da der Direktor aus Ge⸗ ſundheitsrückſichten nicht im Stande war, die Confirmanden, im Ganzen elf, 4 Knaben und 7 Mädchen, in ſonſt gewohnter Weiſe ſelbſt zu confirmiren, ſo wurden dieſelben, nachdem ſie jedoch ſchon bei der ihnen im Feſtſaal der Taubſtummen⸗Anſtalt vom Direktor beſonders gehaltenen Beichte einzel ihren evangeliſchen Glauben bekannt und das Gelübde eines frommen Lebens abgelegt hatten, mit den hörenden Kindern in der Stadtkirche dahier eingeſegnet und zur erſtmaligen Feier des heiligen Abendmals zugelaſſen, und zwar die Knaben am 2. Pfingſttage(21. Mai) von Hrn Prof. Dr. Köhler unter Beihülfe des Hrn Pf. Meyer, und die Mädchen am Sonntag nach Pfingſten (27. Mai) von Hrn Pfarrer Meyer unter Beihülfe des Hrn Profeſſor Dr. Köhler.— Am Tage ihrer Confirmation wurden dann die Kinder alsbald entlaſſen, während die beiden isr. Mädchen ſchon vor den jüdiſchen Feſttagen abgegangen waren; 12 erhielten das Schulzeugniß „ziemlich gut“ reſp.„mittelmäßig“, 1„nothdürftig“.— Nach der Ent⸗ laſſung haben ſich die Mädchen zunächſt nach Hauſe begeben, die meiſten, um ſich in den weiblichen Handarbeiten, in welchen es einige bereits zu einer ſehr lobenswerthen Fertigkeit gebracht hatten, noch weiter auszubilden und ſich dann als Nähterinnen oder Kleider⸗ macherinnen zu ernähren, von den Knaben wird Einer Aeckerknecht bei ſeinen früheren Pflegeeltern, ein Anderer Grobſchmied bei ſeinem Vater, ein Dritter Schuhmacher daheim, und von dem Vierten iſt es uns zur Zeit noch unbekannt, für welchen Beruf man ihn beſtimmt hat.


