— 18—
6. a) Dreiſtimmiger Kanon:„Es tönen die Lieder“. b) Sechsſtimmiger Doppelkanon:„Frühlingszeit uns wieder freut“. Engl. Rota a. d. 13. Jahrhundert. 7. Tanz zu dem Lied:„Mei Schatz is' e' Reiter“. 8.„Im Märzen“. Zweiſtimmiges Lied mit Begleitung von 2 Violinen, Cello und Klavier. O. Lied:„Kein ſchöner Land“.
. 2. Teil. 10. Spiellied:„Die Schuſter,............... Otto Blenadorf 11. Chor:„Die beſte Zeit im Jahr iſt Mai'n. Melodie 1572, bearbeitet von.. C. Schulz⸗Tegel 12. Schattenbilder: a)„Im Wald“.:
b)„Rendez⸗vous
15. TCanzlied:„Ringelreihe Roſenkranze................ E, Frank 14. Kinderlieder: a) Wiegenlied.................. Joſeph Haas b) Eine kleine Geige................ · oſeph Haas
15. Tanz(Ländler und Walzer). 16. Lied:„Wandern im deutſchen Wald“.(Diolinbegleitung) 17. CThor:„Oeutſchland.............
Ausführende:
vorſpruch: Elli Schwarz, Frauenſchule!; Chöre und Lieder“ Chor der Klaſſen Vn und vn; Schattenbilder und Tänze: Schülerinnen der Frauenſchule und der Klaſſe VVng; Lieder zu den Schattenbildern: Frl. Elſe Henkel und Frl. Elje Ferber,(ehemalige Schülerinnen der Schillerſchule).
Wir bringen als beſten Beweis des ſchönen Gelingens die Würdigung der Veranſtaltung in einer der Friedberger Zeitungen:
Die hieſige Schillerſchule(Igzeum und Frauenſchule) hielt am Mittwoch Abend im Kaſinoſaal einen Vortragsabend ab, der ſich eines außerordentlich zahlreichen Beſuches von ſeiten der Eltern, der Schülerinnen, ſowie auch von Freunden und Gönnern der Schule, zu erfreuen hatte. Die Leitung dieſes Vortragsabends, der lediglich auf muſikaliſche Darbietungen eingeſtellt war, lag in den bewährten Händen von Reallehrer Schieferſtein. Der Abend hatte, neben dem idealen Fiel, die Freunde der Anſtalt durch gute muſikaliſche Vorführungen zu erfreuen, den praktiſchen Zweck, einmal darzutun, welche Tendenzen der moderne Geſangsunterricht in den höheren Lehranſtalten verfolgt. Der Ge⸗ ſangsunterricht ſei nicht Selbſtzweck, ſondern vor allem auch ein Mittel zur Muſikerziehung überhaupt, Muſik in jeder Form joll gepflegt werden; Vorbereitung zum Verſtändnis jeder Art von Muſik ſoll durch den Geſangsunterricht gewährleiſtet werden. Der moderne Muſtkunterricht will die Jugend be⸗ fähigen, die Bedeutung der Muſik im Leben des Einzelnen und auch der Geſamtheit, vor allem auch unſerer deutſchen Muſikkultur, zu erkennen, zu würdigen. Es ſoll allgemein erkannt werden, daß die Muſik nicht Sache einer einzelnen Berufsgruppe, ſondern eine Quelle der Erhebung und Freude für alle Volkskreiſe iſt. In dieſem Sinne will die Schule auf das Elternhaus, von da auf die Gemeinde und ſchließlich auf das ganze Volk einwirken. In dieſem Vortragsabend ſtand nun das Lied im Mittel⸗ punkt; das Lied in jeder Form: als einfaches zweiſtimmiges Lied, als Chor im homophonen und poluphonen Satz, als begleitete und unbegleitete Weiſe. Altes, wertvolles Kulturgebiet joll wieder im Liede lebendig werden(ſechsſtimmiger Doppelkanon, altes Lutherlied aus dem Jahre 1572). Da⸗ neben kamen auch modernſte Meiſter, wie Joſeph Haas, mit 2 reizenden Kinderliedern zur Geltung. volkslieder wurden durch Schattenbilder und Tänze belebt; Lieder wurden nicht nur geſungen, ſondern auch geſpielt und dadurch unmittelbar erlebt.(„Schuſterlied“ und„Auf dem Waſſer“).
Aus dem reichhaltigen ſehr geſchmackvoll zuſammengeſtellten Programm ragten einzelne Stücke ganz beſonders hervor. Gleich der Vorſpruch„Muſik“ von Frl. Elli Schwarz ungemein ausdrucksvoll und zartſinnig vorgetragen(der Sprecherin kam hierbei ihre angenehme, modulationsfähige Stimme ſehr zu ſtatten) ſchuf eine dem Abend entſprechende Stimmung. Von den Chören und Liedern, die von dem Chor der Klaſſen 4a und 5a vorgetragen wurden, ſeien beſonders hervorgehoben:„Die Gedanken ſind frei“ und„Die beſte Zeit im Jahre iſt Mai'“ Melodie 1572), ſie wurden ausgezeichnet geſungen und gerade hier kam die vortreffliche Leitung des Dirigenten, Reallehrer Schieferſtein, zur Geltung. Die Schattenbilder„Das Ringlein ſprang entzwei“ und„Die Spröde“ wurden mimiſch recht gut dar⸗ geſtellt, während der Begleitgeſang von Frl. Elſe Henkel erneut deren bekannte Meiſterſchaft erwies; ſtimmungsvoll und zartempfunden unterſtrich ſie durch ihren Geſang die Darſtellung. Auch der Tanz
. E. Dahlke W. v. Baußnern


