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Die VYeranſtalter des Feſtes waren die Leiterin des Fröbelkindergartens der Frauenſchule, Jugendͤ⸗ leiterin Fräulein Pauline Keutz, und die beiden Kindergärtnerinnen Fräulein Luiſe Schwarz und Fräulein Mieze Kammer. Die bewährten Leiterinnen hatten, wie ſchon oben angedeutet, das Feſt ſo geſtalten wollen, daß der freien Initiative der Kinder die größte Entfaltungsmöglichkeiten geboten wurde. Zu dieſem Zwecke waren in dem ſchöngeſchmückten Schloßhofe vor dem Feloͤwebelsbau umfangreiche Spielmöglichkeiten für die Kinder geſchaffen worden. Daß dem ſo war, verdankt die Veranſtaltung den Spenden des Herrn Reichsbahnrat èlcko und des Herrn Kaufmann Wilhelm Schwarz, die dem Kinder⸗ garten Schaukel und Reck ſchenkten und ſogar einen Tanzboden aufrichten ließen.-Ihnen und auch anderen Spendern, die zur Ausgeſtaltung beitrugen, dankt der Kindergarten. Ein Kaſperletheater lockte mit ſeinen luſtigen Aufführungen zum Beſuche, Karuſſell, Rutſchbahn, Tanzboden, Schaukeln uſw. fanden den eifrigſten Juſpruch der Kleinen Auch der Kaufluſt war Rechnung getragen worden; wie auf einem richtigen Kinderjahrmarkt waren Derkaufsbuden vorhanden, in denen man allerlei gute Sachen zum Kaſchen und Spielen erſtehen konnte; aber auch die Angehörigen der Kinder kamen auf ihre Koſten; in einem Café unter bunten Sonnenſchirmen wurde Kaffee und Kuchen in vorzüglicher Qualität ver⸗ abreicht(Schreiber dieſer Zeilen hatte Gelegenheit, ſich von der Güte eingehend zu überzeugen!) Auch für die Kleinen und Kleinſten war ein Café errichtet worden, das von der munteren Schar mit großer Freude aufgeſucht wurde Große Anziehungskraft übten die Kinovorführungen in einem Klaſſen⸗ zimmer auf die Kinder aus. Der Berichterſtatter hatte Gelegenheit, einer ſolchen Vorführung beizu⸗ wohnen, die unter Leitung von Fräulein Pauline Keutz ſtattfand. Den Kindern wurden im Film verſchiedene AKärchen illuſtriert, während Fräulein Keutz mit feinem Takte und geſchickter Erzähler⸗ kunſt den Kleinen den Verlauf der einzelnen Märchen vortrug; aller Augen hingen begeiſtert an ihren Lippen, und die Kinder folgten ihren Worten mit der ihnen eigentümlichen Spannung, die Erzählerin mit gelegentlichen Aeußerungen des Entzückens unterbrechend. Aber auch im Hofe bei den anderen Veranſtaltungen zeigte das kleine Volk ebenſo großes Intereſſe. Die ſröhliche Hingabe der Kinder an die verſchiedenen Spielgelegenheiten und Beluſtigungsmöglichkeiten zeigte, daß der innerſte Zweck des Kinderfeſtes, den erwachſenen Zuſchauern darzutun, welche erſprießliche Arbeit bislang im Kindergarten geleiſtet worden iſt, vollkommen erreicht wurde.
Wir wollen unſererſeits an dieſer Stelle nicht verfehlen, darauf hinzuweiſen, daß der Fröbel⸗ kindergarten an der Frauenſchule unter der bewährten Leitung von Fräulein Pauline Keutz und durch die hingebungsvolle Arbeit der beiden Kindergärtnerinnen Fräulein Luiſe Schwarz und Fräulein Mieze Kammer, eine ideale Erziehungsanſtalt für unſere Kleinen darſtellt; die Eltern ſollten nicht verfehlen, ihre Kinder dieſer vorbiloͤlichen Einrichtung zuzuführen.
Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß das Feſt einen durchaus harmoniſchen Verlauf nahm, und wir hoffen, daß es dazu beigetragen hat, dem Kindergarten und ſeinen Beſtrebungen neue Freunde und Förderer zu erwerben.
3. Kleine Kikolaus⸗ und Weihnachtsfeier in den Kindergartenräumen am O. Dezember und am 21. Dezember 1927.
Wir denken gerne an den KRikolaus, wir denken viel zu oft ſchon Wochen— Monate vorher an den lieben alten Geſellen!— Ob er wohl wiederkehren wird?— Er kam und brachte viele Ruten mit. And wie ſtrahlten die Aeuglein, als ſie an der Rikolausrute viel Süßes entdeckten— voller Freude wurden ſie mit nach Hauſe genommen
Das Chriſtkind kehrte auch kurz ein— beſcherte ſogar die Eltern der Kinder— kleine Bücher mit gedruckten Spieltexten jener Spielchen, die uns am Mütterabend beſchäftigten. Die Buben erhielten Pferdeleinen, die Mädchen Hupfſeile, unſere Kleinſten bekamen Taſchentuchtäſchlein.(Das Chriſtkind brachte alles— angeſchafft waren die Geſchenke von dem eingenommenen Feſtgeld—).
Die Kindergartenpraxis der Frauenſchülerin.
Die Voll- und Gaſtſchülerinnen der FI. l haben auf ihrem Stundenplan die Kindergartenfächer verzeichnet. An der Kindergartenpraxis nahmen in dieſem Jahre 31 Schülerinnen teil. Sie kommen in den Kindergarten, um dort zu lernen, mit dem Kleinkinde umzugehen, mit ihm zu ſpielen, es zu beſchäftigen und in all dieſen Tätigkeiten das Kleine einzeln zu behandeln. Sie ſollen ſich für ihren ſpäteren Mutter⸗ und Erzieherinnenberuf vorbereiten, und durch die Mannigfaltigkeit in der Weſens⸗ geſtaltung der Kinder, die ſie hier beobachten und behandeln lernen, werden ſie hoffentlich imſtande ſein, eigene Kinder oder Zöglinge gut zu erziehen.
So will der Kindergarten dem Kindergartenkinde ein Garten mit viel Liebe ſein, in dem das einzelne Menſchenkind verſtändnisvoll gewertet und gepflegt wird, für die Frauenſchülerin ſoll der Kig. aber ein großes Arbeitsfeld bedeuten, von dem ſie viel Wertoolles für den Mutterberuf mit ins Leben hinausnimmt.


