Jahrgang 
1928
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Der Fröbelkindergarten im Schuljahr 1927/28. (Frl. Pauline Keut).

I. Kinderzahl:

Eine kleine Abſchiedsfeier der A. B. C.⸗Schützen am 1. April 1927, nahm uns 20 Kinder aus der vorjährigen Beſucherzahl weg, und im Laufe des Schuljahres 1927/28 ſchwankte die Kinderzahl immer zwiſchen 55 und 00, einem nieoͤrigeren Stande als im VYorjahre(bedingt durch Schaffung neuer Privatkindergärten in Friedberg.) Am Ende des Schuljahres haben wir 65 Kinder: 32 Buben und 34 Mädchen.

II. Geſundheitszuſtand:

Der Zeſunoͤheitszuſtand der kleinen Beſucher war durchſchnittlich gut. Alnfälle oder ernſtlich ſchwere Erkrankungen ſind nicht vorgekommen; die Blinddarmoperationen, denen ſich einige wenige unterziehen mußten, nahmen einen guten Verlauf. Auch von den üblichen Kinderkrankheiten wie Scharlach, Maſern, Keuchhuſten blieben die Kleinen faſt ganz verſchont, ſodaß der Kig⸗Betrieb dank dieſes guten Geſunoͤheitszuſtandes ungeſtört blieb.

III. Seſttage: 1. Ein Mütterabend am 6. September 1927 in dem Kähſaal der Frauenſchule.

Dieſer Mütterabend war als Auftakt zu unſerem diesjährigen größten Kinderfeſt gedacht. Wir wollten für dieſe Veranſtaltung des Kig. die ihm Junächſtſtehenden, die Mütter unſerer Kleinen, zur Teilnahme anregen und gewinnen. Wir verſuchten das Endoͤziel ſolcher Mütterabende zu erreichen, das Elternhaus und den Kindergarten gegenſeitig nahe zu bringen. Die Vorbereitung zum Wohl⸗ gelingen dieſes Abends ward geſchaffen durch einen Vortrag des Herrn Oberſtudiendirektors Philipps. Thema: Die Stellung der Frau im modernen Leben. Hier wurde über die weſentlichen Erſcheinungen, über Tatſachen und Aufgaben warm und verſtändͤnisvoll zu der Frau geſprochen und von ihr auch ſo empfunden und ſo aufgenommen; eine Stunde echter und rechter Vertiefung und Anregung war es, die den Müttern vor allem ihre ſchwere und erhabene Verpflichtung dem Volksganzen gegenüber erneut zum Bewußtſein brachte. So war es uns Kindergärtnerinnen leicht gemacht, Anknüpfungspunkte mit unſeren Gäſten zu finden. Wir griffen mitten aus der Kig.-⸗Praxis unſere vielgeſpielten Kinderlieder und Spielchen auf, um ſie mit den Müttern gemeinſam auszuführen. Das Intereſſe hierfür war groß, ebenſo die Vorfreude auf das kommende Feſtchen. Der Mütterabend, beſchloſſen durch ein luſtiges Tänzchen, hat allen gut gefallen und den Wunſch nach neuen Zuſammenkünften laut werden laſſen. Vorerſt wollten alle zu unſerem Kinderfeſte kommen.*

2. Ein großer FeſttagKinderbeluſtigung am 7. September 1927 im Schloßhof vor dem Feloͤwebelsbau.

Eine Annonce in der Feitung brachte die Einladung an die geſamte jüngſte Jugend Frieoͤbergs, die zurKinderbeluſtigung in den Schloßhof eilen lollte. And viele, ſehr viele kamen und gingen mit heiterem Geſichichen. Es waren auch der Beluſtigungsgelegenheiten ſehr viele gegeben. Wipp⸗ und Hängeſchaukeln, Karuſſell, Kaſperletheater, Tanzboden und Kino bot der Feſtplatz für die Kleinen, während die Kinder in der Spielzeugbude, Obſtbude, am Eiswagen, in der Feinbäckerei und im Café viel Schönes und Süßes für den Magen fanden. Das Feſt nahm bei günſtigem Wetter einen ſchönen Verlauf, wir konnten am Abend gegen tauſend Beſucher zählen. Die geloͤliche Einnahme war auch recht zufriedenſtellend, ſie kam im weſentlichen der ſo notwendigen Vervollſtändigung unſeres Kig⸗In- ventars zugute. Die Zeitung ſchrieb darüber:

Der Fröbelkindergarten der Frauenſchule veranſtaltete geſtern nachmittag um 3.30 Ahr ein Kinder⸗ feſt in großem Kahmen. Wir kannten wohl aus den vergangenen Zahren derartige Veranſtaltungen des Fröbelkindergartens, jedoch das diesjährige Feſt übertraf die früheren Veranſtaltungen bei weitem durch die Art ſeiner Anlage und durch die tragende JIdee, die ihm zu Grunde lag. Beſchränkte man ſich früher darauf, die Kinder die erlernten Spiele vorführen oder ſie die bekannten Märchen erzählen zu laſſen, ſo hatte man diesmal Wert darauf gelegt, den Kleinen ſelbſt die Initiative an Hand der dargebotenen Spiel⸗ möglichkeiten und Beluſtigungsgelegenheiten zu überlaſſen, um ſo der kindlichen Phantaſie weiteſten Spielraum zu gewähren..

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