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Der Fröbelkindergarten im Jahre 1926/27. (Frl. Luife Neutz.) Rualent
I. Kinderzahl:
Mit dem Anfang des Schuljahres 1926⸗27 belief ſich die Zahl der Beſucher des Kinder⸗ gartens auf 52. Nach der Neuaufnahme für das laufende Schuljahr erreichten wir den Stand 80. Wegzug, eigene Krankheit der Kleinen und Krankheit der Eltern, Unfähigkeit zum Beſuche des Kindergartens, bedingt durch übergroße Nervoſität, nahmen uns einzelne der Kinder fort, aber dazwiſchen fielen wieder Aufnahmen anderer, ſodaß wir am Ende des Schul⸗ jahres den Stand von 70 aufzuweiſen haben: 40 Buben und 30 Mädchen.
II. Geſundheitszuſtand:
Ernſtliche Krankheiten und Unfälle hatten wir glücklicherweiſe nicht zu verzeichnen, ſelbſt die oft bösartig gerade bei den Vorſchulpflichtigen auftretenden Kinderkrankheiten gaben in dieſem Jahre keinen Anlaß zu größerer Beſorgnis. Sogar die Grippe letzthin nahm einen harmloſen Verlauf bei unſeren Kindern.
III. Feſttage: 1. Der Jugendtag am 24ten Juni 1926.
Den diesjährigen Jugendtag begingen wir feſtlich im Frauenſchulgarten in luſtigen, ſchönen Spielen. Wir feierten gemeinſam mit den als dankbare Zuſchauer erſchienenen Müt⸗ tern. Es war viel Freude und trotz des leichten Regens viel Sonne in den ſpielenden Kleinen. In dieſem jugendlichen Frohſein und Freudegeben erreichte der Jugendtag ſeinen Vollzweck.
2. Ein Mütterabend am Iten November 1926. (Näheres Chronik des Fröbelkig.)
In den Mütterabenden ſuchen wir das ſtärkſte Bindeglied zwiſchen Kindergarten und Familie. Das zahlreiche Erſcheinen der Mütter an dieſem Abend bekundete uns wieder das größte Intereſſe an dem Kindergartenleben, das ihre Kleinen hier in der Kindergarten⸗ gemeinſchaft führen und das feſte Vertrauen zum Kindergarten. An dieſem Mütterabend ſpannten ſich eine Menge Fragen und Antworten über Kindererziehung zwiſchen Erzieher und Müttern hin, und in den befriedigenden Löſungen vieler dieſer Erziehungsfragen konnten wir den wohlgemeinten Zweck dieſes Abends ſehen.
3. Der Nikolausbeſuch am 5ten Dezember 1926.
(Näheres Chronik des Fröbelkig.)
Wie alljährlich, ſo vergaß Sankt Nikolaus uns auch in dieſem Jahre nicht. Mit Sack und Pack, mit Rute und viel„Hiebe und Liebe“ kam er zu uns— und wie immer konnte er nicht nur ſchelten, nein, er hatte auch lobende Zuckerplätzchen für ſeine Kleinen. Der gute, alte Nikolaus gab uns durch ſeinen gebereichen Beſuch viel, viel Freude. Wir denken gerne an ihn, bis er am Nikolaustage wiederkehren wird.


