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I. Zur Geſchichte der Anſtalt.
J. Das Schuljahr begann am 23. April 1928 und wird am 23. März 1929 ſchließen.
Für die unterſte Klaſſe(llIb) lagen im ganzen 56 Anmeldungen vor; aufgenommen wurden 35 Schüler. Die Aufnahmeprüfung fand am 27. und 28. März 1928 ſtatt; nachträgliche Auf⸗ nahmeprüfungen wurden am 23. und 27. April abgehalten. Der Anterricht begann für alle Klaſſen am 24. April.
2. Der Lehrkörper:
Während der Oſterferien, am 16. April 1928, ſtarb in Friedberg
Herr Seminarlehrer i. R. Friedrich Gatzert.
Yom 3. Oktober 1887 bis zum 31. Mai 1924 hat er mit größter Pflicht⸗ treue und mit großem Wiſſen und Können am Lehrerſeminar und an der Aufbau⸗ ſchule außerordentlich ſegensreich gewirkt. Sein aufrechtes, allzeit mannhaftes Weſen, ſeine Zuverläſſigkeit und ſein Weitblick haben ihm die Achtung ſeiner Amtsgenoſſen und die volle Zufriedenheit ſeiner vorgeſetzten Behörde erworben; ſeinen Schülern war er ein warmer Freund, der jederzeit ein offenes Ohr und Herz für alle ihre Anliegen hatte. Er wird uns allen unvergeſſen ſein.
Studienrat Dr. Fritz Krämer wurde mit Beginn des Schuljahres an die Auguſtinerſchule in Frieèberg verſetzt. An ſeine Stelle trat Studienaſſeſſor Dr. Robert Alffen von der Auguſtinerſchule zu Frieoͤberg.
Robert Alffen, evangeliſch, wurde geboren am 6. 2. 1897 zu Gießen. Er beſuchte die Volksſchule in Bingen a. Rhein und in Sießen und die erſte Vorſchulklaſſe der Oberrealſchule in Gießen. Oſtern 1906 trat er in die Oberrealſchule zu Gießen ein, die er am 6. Auguſt 1914 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Vom W. S. 1914/15 bis zum W. S. 1918/19 ſtudierte er in Gießen Deutſch, Engliſch und Franzöſiſch und beſtand im Frühjahr 1919 die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere Lehramt. Von O. 1919 bis O. 1920 war er Mitglied des pädagogiſchen Seminars an der Oberrealſchule zu Gießen. Am 24. 9. 1920 wurde er zum Studienaſſeſſor ernannt. Im 2. Vorbereitungsjahr war er an der Höheren Mädchenſchule in Gießen tätig. Yerwendung fand er an der Auguſtinerſchule in Friedberg, und zwar in den Schuljahren 1920,21 und 1927/28. Von Oſtern 192]1 bis 1. Oktober 1927 war er an die Genoſſenſchaftsſchule in Crainfeld aus dem Staatsdienſt beurlaubt. Am 23. 4. 1928 wurde er in den Dienſt an unſerer Anſtalt eingewieſen.— Er promovierte im Winter⸗Halbjahr 1918/19 zu Sießen mit einer Arbeit über:„Das Verhältnis der Gießener Mundart zu den Nachbarmundarten nach dem hochtonigen Vokalismus.“— Am 8. 8. 1914 trat er als Kriegs⸗ freiwilliger beim J.⸗R. 116 ein. Im Gefecht bei Ce Quesnoy wurde er am 31. 10. 1914 verwundet; am 30. 4. 1915 wurde er aus dem Heeresdienſt entlaſſen.
Studienaſſeſſor Paul Mühlfeld wurde mit Beginn des Schuljahres an die Aufbau⸗ ſchule in Bensheim verſetzt. Für ihn trat Studienaſſeſſor Dr. Friedrich Kredel in den Lehr⸗ körper der Anſtalt ein.
Friedrich Kredel, evangeliſch, wurde geboren am 29. 5. 1899 zu Bad⸗Uauheim. Von O. 1905 bis O. 1908 beſuchte er die Volksſchule zu Bas⸗Uauheim, von O. 1908 bis O. 1909 die damalige höhere Bürgerſchule daſelbſt. Oſtern 1909 trat er in das Gymnaſium(Auguſtinerſchule) zu Friedberg ein, das er im Januar 1917 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er ſtudierte zunächſt in Frankfurt a. M. Zoologie, Botanik und Geologie, ſodann vom Kriegsnotſemeſter 1919 bis zum Sommerſemeſter 1922 in Gießen Tatein, Griechiſch, Geſchichte und Archäologie. Im S. S. 1922 beſtand er die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere LTehramt. Im W. S. 1921/22 promovierte er in Gießen mit einer Arbeit über:„Titi Pomponii Attici epistularum fragmenta et vestigia.“— Von Oktober 1922 bis Oktober 1923 war er Mitglied des pädagogiſchen Seminars bei dem


