Jahrgang 
1928
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I. Zur Geſchichte der Anſtalt.

1. Das Schuljahr begann am 25. April 1927 und wird am 31. März 1928 ſchließen. Die Aufnahmeprüfung fand am 28. und 29. März 1927 ſtatt; angemeldet waren 39 Schüler, von denen ſich 36 der Prüfung unterzogen; aufgenommen wurden 32, und zwar alle zur Probe. Rachträglich geprüft wurden am 25. April 5 Schüler, von denen 3 zurückgewieſen werden mußten, l trat nicht ein. Der Anterricht begann für alle Klaſſen am 26. April.

2. Der Lehrkörper: Studienrat Hans Krämer wurde mit Beginn des neuen Schuljahres an die Schillerſchule(Lyceum und Frauenſchule) in Frieoberg verſetzt. Durch Verfügung des Heſſ. Tandesamts für das Bildungsweſen vom 23. 4. 27 wurde dem Studienrat Dr. Adam Ruppel die kommiſſariſche Verwaltung der Stelle übertragen.

Adam Ruppel, kath., wurde geboren am 22. Dezember 18890 zu Mainz. Von Oſtern 1896 bis Oſtern

1899 beſuchte er die Vorſchule des Gymnaſiums in Worms; Oſtern 1890 trat er in die Sexta des Gym⸗

naſiums in Worms ein, das er Oſtern 1908 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er ſtudierte an den Uni⸗

verſitäten Heidelberg und Gießen Tatein, Griechiſch und Deutſch und beſtand im Sommerhalbjahr 1912 in

Gießen die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere Lehramt. Von Oktober 1912 bis September 1913 war er

Mitglied des Pädagogiſchen Seminars am Neuen Gymnaſium in Darmſtadt. Während des praktiſchen Jahres

tat er Dienſt am Oſtergymnaſium zu Mainz und am Gymnaſium in Taubach. Am 1. 10. 1914 wurde er

zum Tehramtsaſſeſſor ernannt. Nach kurzer Verwendung an verſchiedenen Anſtalten wurde er im Juni 1920

an die Schillerſchule in Friedberg verſetzt, wo er am 2. 9. 1920 als Studienrat angeſtellt wurde. Am

25. 4. 1927 hat er ſeinen Dienſt an unſerer Anſtalt angetreten. Im Januar 1915 war er kurze Zeit beim

Tandſturmbataillon in Gießen zum Nillitärdienſt eingezogen. Er promovierte im Sommerhalbjahr 1912 an

der Univerſität in Gießen mit einer Arbeit über: Konzeption und Ausarbeitung der ariſtophaniſchen Komödie.

Studienaſſeſſor Dr. Karl Roller wurde mit Beginn des Schuljahres an die Deutſche Schule in Rotterdam berufen. An ſeine Stelle trat Studienaſſeſſor Eberhard Delp vom Gym⸗ naſium in Bensheim.

Eberhard Delp, ev., wurde geboren am 7. Juni 1898 zu Darmſtadt. Von Oſtern 1904 bis Oſtern 1916 beſuchte er die Vorſchule und das Realgymnaſium zu Darmſtadt, wo ihm das Zeugnis der Reife erteilt wurde.

Er ſtudierte an den Aniverſitäten Heidelberg und Gießen und an der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt

reine und angewandte Mathematik und Phyſik und beſtand im Frühjahr 1923 an der Aniverſität in Gießen

die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere Lehramt. Darauf war er von Oſtern 1923 bis Oſtern 1924

Mitglied des Pädagogiſchen Seminars bei dem Realgymnaſium in Darmſtadt; am 1. 4. 1924 wurde er zum

Studienaſſeſſor ernannt. Verwendung fand er an der Realſchule in Wimpfen und am Gymnaſium in Bens⸗

heim a. d. B. Am 25. 4. 1927 wurde er in den Dienſt an unſerer Anſtalt eingewieſen. Vom 16. II. 1916

bis zum 3. 12. 1918 war er beim Fußartillerieregiment Ur. 111 zum Kriegsdienſt eingezogen; er machte die

Kämpfe dieſes Regiments in den Jahren 1917 und 1918 mit: die 3. Flandernſchlacht, die Kämpfe um den

Coten Mann, an der Aisne(Chemin des Dames), bei La Capelle und in der Siegfriedſtellung. Bei Cambrai

wurde er verwundet.

Pfarrer Georg Daus, Hilfslehrer für kath. Religion, wurde zu Anfang des Schuljahrs als Probſt an den Dom in Worms verſetzt. Die Erteilung des kath. Religionsunterrichts wurde ſeinem Amtsnachfolger, Pfarrer Johannes Blatz, vom J. 5. 1927 ab übertragen.

Studienaſſeſſor Dr. Friedrich Nicolai erhielt durch Verfügung des Heſſ. Tandesamts für das Bildungsweſen vom I11I. 5. 1927 die Amtsbezeichnung Studienrat. Durch Verfügung vom 31. I. 1928 wurde er mit Wirkung vom I. I. 1928 ab zum überplanmäßigen Studien⸗ rat ernannt.

Studienrat Dr. Fritz Krämer wurde durch Verfügung vom 20. 12. 1927 mit Wirkung vom I. I. 1928 ab zum überplanmäßigen Studienrat ernannt.

Der Direktor nahm in der Zeit vom 3. bis 8. 9. 1927 an der Tagung des Verbandes Deutſcher Vereine für Volkskunde in Freiburg i. B. teil.

Studienrat Karl Kemmer beſuchte den Fortbildungskurſus für Phyſik, der vom 4. bis 15. 10. 1927 in Darmſtadt abgehalten wurde.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war im allgemeinen gut; doch war die Zahl der notwendigen Vertretungen recht beträchtlich. Der Direktor erkrankte an den Folgen eines Kriegsleidens und war vom 22. 5. bis zum 2. 7. 1927 beurlaubt; die Direktorgeſchäfte führte Profeſſor Heinrich Keller, wofür ihm auch hier herzlicher Dank ausgeſprochen ſei.

Studienrat Johannes Kuhn mußte ſich im Januar einer Kehlkopfoperation unterziehen und war infolgedeſſen vom 19. 1. bis zum 8. 3. 1928 beurlaubt. Seinen Anterricht übernahmen die Herren Oßwald und Delp.