Jahrgang 
1914
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der hieſigen Muſterſchule, ſowie zahlreiche Leiotragende von hier und auswärts. Der Seminariſten⸗ chor ſang am Grabe zu Anfang und Schluß der ernſten Feier einen Choral. Herr Pfarrer Kleberger ſchilderte in bewegten Worten das Teben und Wirken des Verſtorbenen. Im Namen der Anſtalt legte Herr Seminarlehrer Höcker einen Kranz am Grabe nieder und verſuchte, in großen Zügen das Bild des verehrten Mannes den Zöglingen und Tehrern noch einmal vor Augen zu ſtellen. Anter Anſprachen legten ferner Herr Geh. Schulrat Geiger für das Bensheimer, Herr Seminaroirektor Dr. Karg für das Alzeyer Seminar, Herr Seminarlehrer Lorenz für das Vorſeminar zu Tich, Herr Direktor Dr. D. Schoell für das Predigerſeminar Frieoôberg, Herr Haupt⸗ lehrer Philipps im Namen der Muſterſchule Kränze am Grabe nieder. Aus allen Anſprachen aber ging die auch über das Grab hinaus dauerndée hohe Wertſchätzung, die dankbare Tiebe und YVerehrung für den Verſtorbenen hervor. 3

Sein Gedächtnis wird für alle Zeiten von uns in hohen Ehren gehalten, der Name Direktor Dr. Hermann Schäfer wird in der Geſchichte des Frieèdberger Seminars ſtets unter den beſten genannt werden.

Lehrer und Schüler.

Mit Beginn des neuen Schuljahres trat Herr Prof. Dr. D. Diehl als Religionslehrer an die Stelle des zum Direktor des Predigerſeminars ernannten Herrn Prof. Dr. D. Schoell, der 6 Jahre lang an unſerer Anſtalt tätig geweſen war. Wir ſagen Herrn Direktor Dr. D. Schoell auch an dieſer Stelle für ſeine treue und erfolgreiche Mitarbeit herzlichen Dank.

Wilhelm Diehl, geboren am 10. Januar 1871 zu Groß⸗Gerau, ſtudierte nach Abſolvierung der Höheren Bürgerſchule ſeiner Vaterſtadt und des Tudwig⸗Georg⸗Gymnaſiums zu Darmſtadt SS 1800 zu Tübingen und W 1890/91 bis SS 1893 zu Gießen evangeliſche Cheologie, beſuchte WS 1893/94 und SS 1804 das Predigerſeminar zu Friedberg und wirkte dann 18951808 als Pfarraſſiſtent und 189818009 als proviſoriſcher Lehrer an der Oberreal⸗ ſchule zu Darmſtadét, 1898 1907 anfänglich als Pfarrverwalter, dann als Pfarrer zu Hirſchhorn, 1907 1913 als Stadtpfarrer zu Darmſtadt. Am 14. April 1913 trat er den Dienſt als zweiter Profeſſor der Theologie am Prediger⸗ ſeminar und Pfarrer zu Friedberg an. Er erwarb SS 180a den Grad eines Tizentiaten der Cheologie und SS 1895 den Grad eines Doktor der Philoſophie und ward am 4. November 1904 anläßlich des Tandgraf Philippjubiläums von der Aniverſität Gießen honoris causa zum Doktor der Cheologie promoviert.

Wie in den vergangenen Jahren leitete Seminarlehrer Thierolf vom 14. Juli bis 9. Auguſt einen Fortbildungskurſus für Zeichenlehrer, an dem ſich 22 Tehrer beteiligten.

Während der Herbſtferien wurden vom 29. September bis 11. Oktober Fortbildungskurſe in der Biologie und Naturlehre unter Teitung der Seminarlehrer Muth, bezw. Oberlehrer Dr. Schäfer abgehalten, an denen 31 Tehrer teilnahmen.

Oberlehrer Dr. Schäfer nahm vom 5.12. März an einem math.⸗naturwiſſenſchaft⸗ lichen Fortbildungskurſus in Gießen teil. Oberlehrer Dr. YVogel war durch Erkrankung leider an der vorgeſehenen Ceilnahme verhindert.

Vom 11. März 1914 an iſt der prov. Seminarlehrer Jungk zu einer achtwöchigen militäriſchen Uebung eingezogen.

Der Geſunoͤheitszuſtand von Lehrern und Schülern war während des größten Teils des Schuljahres befriedigend. Teider ſetzte Ende Februar eine epidemiſch auftretende influenzaartige Erkrankung bei zahlreichen Seminariſten ein, die ſo raſch um ſich griff, daß wir uns, um weitere Anſteckung zu verhindern, und zumal auch einige Cehrer von der Krankheit befallen wurden, in die Tage verſetzt ſahen, das Seminar vom 8. bis 15. März zu ſchließen.

Schule und Unterricht.

Die 2 Klaſſen des 4. Tehrerſeminars wurden in dieſem Jahre als Parallelklaſſen IIIb und Ib weitergeführt. Der Mißſtand, daß dieſe Klaſſen in dem Zeichen⸗ und Singſaal untergebracht werden müſſen, könnte durch einen zwiſchen Lehr⸗ und Orgelgebäude aufzuführenden Erweiterungsbau gehoben werden.

Die Vorarbeiten zur Errichtung einer Seminarſchule ſind noch vor Ablauf des Schuljahres ſo weit gefördert worden, daß deren Eröffnung mit Beginn des neuen Schuljahres erfolgen kann.

Am 23. Mai beehrten uns gelegentlich einer Beſichtigungsfahrt nach Oberheſſen Mitglieder der Tanoͤſtände unter Führung von Staatsrat Süffert mit ihrem Beſuche und nahmen die Seminarunterrichtsgebäude, ſowie den Seminarwohnbau in Augenſchein.