F. Gottesdienft.
Die evangeliſchen Schüler beſuchten regelmäßig den Vormittags⸗Gottesdienſt in der Burgkirche. Die katholiſchen Schüler betheiligten ſich beim Gottesdienſt der hieſigen katholiſchen Kirchengemeinde. Der kirchlichen Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, ſowie dem Feſtgottesdienſt am Sedanstage haben Lehrer und Schüler gemein⸗
ſchaftlich beigewohnt.
6. Chronik.
1. Am Schluſſe des Schuljahres 1881/82 verließ Profeſſor Dr. Karl Köhler in Folge ſeiner Beförderung zum Oberconſiſtorialrath unſere Anſtalt, an der er 18 Jahre lang als evangeliſcher Religionslehrer mit unwandelbarer Treue und in großem Segen gewirkt hat. Die Dankbarkeit ſeiner Schüler, die Hochachtung und Freundſchaft ſeiner ſeit⸗ herigen Collegen, mit denen er, Freud und Leid theilend, in ungetrübter Eintracht für das Gedeihen unſeres Seminars gearbeitet, begleiten ihn in ſeinen neuen Wirkungskreis.
2. Das Schuljahr 1882/83 hat am 1. Mai 1882 ſeinen Anfang genommen und wird am 15. März 1883 geſchloſſen werden.
3. Der neu ernannte Profeſſor Dr. Wilhelm Weiffenbach wurde am 16. Mai 1882 in ſein Amt als evangeliſcher Religionslehrer unſerer Anſtalt eingeführt.
4. Im Laufe des Schuljahrs ſind verſchiedene Räume, welche während der Er⸗ weiterung des Seminars vorübergehend als Klaſſenzimmer benutzt worden waren, ihrer früheren Beſtimmung wieder zurückgegeben und in zweckmäßiger Weiſe ausgeſtattet worden. Der große Saal im 2. Stock des Lazarethbaues wurde zum Zeichenſaal eingerichtet und mit neuen Tiſchen, Stühlen und Lehrmitteln verſehen; der für naturkundlichen Unterricht be⸗ ſtimmte Saal im unteren Stock des Lazarethbaues, in unmittelbarer Nähe des phyſikaliſchen Cabinets und der Naturalien⸗Sammlungen gelegen, erhielt terraſſenförmig aufgeſtellte Sitz⸗ plätze und einen großen Experimentirtiſch; der kleinere Saal in demſelben Stock wird wieder zum Unterricht im Violinſpiel benutzt; der Raum neben dem weſtlichen Lehrſaal im oberen Stock des Lehrbaues, in welchem ſeither phyſikaliſche Apparate und ſonſtige Lehrmittel auf⸗ geſtellt waren, wurde zum Lehrer⸗ und Conferenzzimmer hergerichtet und damit einem lange ſchmerzlich empfundenen Mangel abgeholfen. Auch der große Saal im unteren Stocke des Lehrbaues, Arbeitsſaal genannt, in welchem der Geſangunterricht ertheilt wird, ſoll dem⸗ nächſt eine angemeſſene neue Ausſtattung erhalten.
So ſind wir denn nach und nach wieder in den normalen Zuſtand, in welchem ſich unſer Seminar vor dem Schuljahr 1876/77 befand, zurückgekehrt, und mit dem Schuljahr 1882/83 werden hoffentlich alle unangenehme Nachwirkungen aus der Zeit der Erweiterung verſchwinden, während Vieles, was in dieſer Zeit zum Vortheil der Anſtalt eingerichtet und angeſchafft worden iſt, uns für die Dauer erhalten bleibt. Zu den verſchiedenen Ver⸗ beſſerungen, deren ſich unſere Seminarverhältniſſe, Dank der Fürſorge unſerer Staats⸗ regierung und der Bereitwilligkeit unſerer Landſtände, in den letzten Jahren erfreuen durften, tritt in der nächſten Zeit eine hinzu, die wir im Intereſſe der Geſundheit unſerer Schüler ganz beſonders freudig begrüßen, nämlich die Waſſerleitung, die uns friſches geſundes Waſſer bringen wird, eine Wohlthat, die wir um ſo höher ſchätzen, als die Verſorgung unſerer Zöglinge mit gutem Trinkwaſſer ſeither mit mancherlei Schwierigkeiten und Um⸗ ſtänden verbunden war.


