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geltend, und Viele verließen den Ausſtellungspalaſt, um im Freien Erholung zu ſuchen. Die elektriſche Eiſenbahn, ſowie der Ausſichtsthurm mit elektriſchem Aufzug erweckten leb⸗ haftes Intereſſe, und die Concerte der berühmten Bilſe'ſchen Kapelle gewährten unſeren Semi⸗ nariſten einen ſeltenen Kunſtgenuß. Doch die einbrechende Dunkelheit mahnte zum Rückzug. Auf dem nächſten Wege eilten wir theils zu Fuße, theils mit Benutzung der Trambahn dem „Haberkaſten“ zu, wo uns ein frugales Nachteſſen erwartete. Durch Speiſe und Trank geſtärkt— der Wirth hat in vollem Maße ſeine Schuldigkeit gethan— marſchirten wir in raſchem Tempo nach dem Bahnhof, ſtiegen kurz vor 11 Uhr ein und kamen zwiſchen 12 und 1 Uhr des Nachts wohlbehalten hier an.
4. An der Feier des Sedanfeſtes am 2. September betheiligte ſich die Anſtalt in derſelben Weiſe, wie in früheren Jahren.
5. Am 12. September, dem Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, hat eine Feſtfeier in der Turnhalle ſtattgefunden, wobei patriotiſche Lieder geſungen, ein geſchichtlicher Vortrag gehalten und am Schluſſe ein begeiſtertes„Hoch“ auf den erhabenen Landesherrn ausgebracht wurde. An dem Feſtmahle im Höôtel Trapp nahmen der Director und mehrere Lehrer Antheil. Die diesmalige Geburtstagsfeier gewann durch die Anweſenheit Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, Allerhöchſtwelcher mit Seiner Erlauchten Familie vom 7. bis 14. September im hieſigen Reſidenzſchloſſe verweilte, eine ganz beſondere Bedeutung, und es gereichte den Angehörigen des Seminars zur großen Freude, ſich an den von dem Stadtvorſtande angeregten und von den Bewohnern Friedbergs mit aller Hingebung veranſtalteten Feſtivitäten zu betheiligen..
6. Die früher eingeführten, durch die Erweiterung der Anſtalt jedoch vorübergehend unterbrochenen Abendunterhaltungen und abendlichen Conferenzſtunden mit den Abiturienten ſind in dieſem Winter wieder aufgenommen worden.
7. Am 28. Januar 1882 beſuchte der Herr Geheime Oberſchulrath Greim unſere Anſtalt und wohnte mehreren Unterrichtsſtunden in der Mittel⸗ und Unterklaſſe bei.
8. Der Geſundheitszuſtand der Schüler während des Schuljahres ließ Manches zu wünſchen übrig. Mehrere Schüler mußten für längere Zeit in ihre Heimat entlaſſen werden, und kurz vor den Weihnachtsferien kamen mehrere Erkrankungen an Scharlach vor, ſo daß die Ferien um 3 Tage früher, als beabſichtigt war, ihren Anfang nahmen. Doch erholten ſich glücklicherweiſe die in das hieſige Spital übergeführten Kranken ſo raſch wieder, daß ſie das Weihnachtsfeſt bei ihren Angehörigen zubringen und bis auf einen nach den Ferien wieder in das Seminar eintreten konnten.— Hermann Repp aus Gambach, der ſchon im vorhergehenden Schuljahr erkrankte und deshalb in das elterliche Haus entlaſſen worden war, ſtarb, ohne wieder in das Seminar zurückzukehren, am 28. Auguſt 1881 in der Klinik zu Marburg. Seiner Beſtattung auf dem Jriedhoj zu Gambach wohnte der Director nebſt einer Abordnung von Schülern bei.
Bei den Lehrern war der Geſundheitszuſtand befriedigend.


