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F. Gottesdienſt.
Wegen der großen Anzahl von Zöglingen erſchien es zweckmäßig, die evangeliſchen Seminariſten in zwei Abtheilungen zu theilen. Während des Sommers beſuchte die eine Abtheilung den Vormittagsgottesdienſt in der Burgkirche, die andere den Gottesdienſt in der Stadtkirche. Während des Winters wurde ſtatt des Gottesdienſtes in der Stadtkirche der Abendgottesdienſt in der Burgkirche beſucht. Die katholiſchen Schüler betheiligten ſich beim Gottesdienſt der hieſigen katholiſchen Kirchengemeinde. Zu Anfang des Schuljahres iſt eine gemeinſame Erbauungsſtunde in der Turnhalle der Anſtalt gehalten worden. Der kirchlichen Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, ſowie dem Feſtgottes⸗ dienſt am Sedanstage haben Lehrer und Schüler gemeinſchaftlich beigewohnt.
6. Chronik.
1. Das Schuljahr 1881/82 hat am 28. April 1881 ſeinen Anfang genommen und ſoll am 1. April 1882 geſchloſſen werden.
2. Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 12. März 1881 ſind:
Seminarlehrer Heinrich Weinel zum Lehrer an dem Schullehrer⸗Seminar zu Alzey und Seminarlehrer Auguſt Albert Theodor Kleinſchmidt zum Lehrer am Schul⸗ lehrer⸗Seminar zu Bensheim, beide mit Wirkung vom 15. April 1881 an, ernannt worden.
Die durch Abgang des Hilfslehrers Adam Linker erledigte Stelle eines Hilfslehrers wurde durch Dekret Großherzoglichen Miniſteriums des Innern Abtheilung für Schul⸗ angelegenheiten vom 22. April 1881 dem Schulamts⸗Aſpiranten Julius Habermann aus Steinbach im Kreiſe Gießen proviſoriſch übertragen.
Beim Beginn des Schuljahres 1881/82 befand ſich unſere Anſtalt hinſichtlich des Lehrercollegiums und der Klaſſenzahl wieder in normalem Zuſtand. Doch macht ſich die nunmehr abgeſchloſſene Periode der Erweiterung inſofern immer noch geltend, als die Schülerzahl in unſerer Ober⸗ und Mittelklaſſe verhältnismäßig zu hoch iſt, ſo daß noch 2 Schuljahre vorübergehen müſſen, bis auch in dieſer Beziehung völlig normale Verhältniſſe eintreten werden.
3. Am 8. Juli machten Lehrer und Schüler einen gemeinſchaftlichen Ausflug in unſere Nachbarſtadt Frankfurt. Mit dem 6 Uhrzug Morgens glücklich dort angelangt, durch⸗ ſtreiften wir in verſchiedenen Gruppen die Stadt und trafen im Zoologiſchen Garten wieder zuſammen. Nachdem wir uns hier einige Stunden aufgehalten und alle Sehenswürdigkeiten nach Möglichkeit angeſchaut hatten, kehrten wir in die Stadt zurück, um im„Haberkaſten“ unſer vorherbeſtelltes Mittagsmahl einzunehmen. Nach kurzer Raſt wurde aufgebrochen und unter brennender Sonnenhitze der Weg nach der Patent⸗ und Muſterſchutz⸗Ausſtellung ein⸗ geſchlagen. Der Ausſtellungspalaſt, unmittelbar am Palmengarten in der ſchönſten Gegend von Frankfurt gelegen und umgeben von den reizendſten Gartenanlagen, bot eine ſolche Fülle von intereſſanten Gegenſtänden dar, daß es in der uns zugemeſſenen Zeit leider nicht möglich war, Alles genau zu betrachten. Bald machte ſich auch eine gewiſſe Ermüdung


