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C. Ueberſicht des Lehrſtaffes im Schuljahre 1873—74. 1. Pädagogik. a. Theorie. Beliebige Aufzeichnungen während des Vortrags; kurze Dictate, meiſt in Frageform.
III. Klaſſe. 2 Stunden wöchentlich. Einführung in den Gegenſtand: Begriff, Zweck, Aufgaben, Mittel und Organe der Erziehung im Allgemeinen. Ausführlich: die erziehliche Behandlung des menſchlichen Körpers, namentlich Ernährung, Bekleidung, Athmung und Haut⸗ pflege, Ruhe und Bewegung, Nerven⸗ und Sinnesthätigkeit, Verhalten in Krankheiten. Ueber⸗ ſicht des geiſtigen Lebens; die Stufe der Anſchauung mit beſonderer Rückſicht auf den erſten Elementarunterricht. Vgl. unten Praxis.
II. Kl. 2 St. Die pſychiſche Erziehung: das Geiſtesleben in ſeinem Verhältniß zum Körper; die verſchiedenen Geiſteskräfte in ihrer Erſcheinung und Entwickelung; die intellectuellen Geiſteskräfte und ihre harmoniſche Ausbildung insbeſondere. Die Elemente der Logik. Die allgemeine Methodik begonnen.
I. Kl. 2 St. Die Unterrichtsmittel, Unterrichtsformen und Unterrichtsgrundſätze. Schul⸗ kunde im engeren Sinn: Aufgabe und Bedeutung der Schule; Verſchiedenheit der Schulen nach Entſtehungsweiſe, Alter, Geſchlecht und künftigem Beruf der Schüler; die Volksſchule. Geſchichte des deutſchen Erziehungsweſens, insbeſondere des Volksſchulweſens.— Dir. Schäfer.
b. Praxis.
III. Kl. Anleitung zur richtigen Fragebildung; Uebungen im Erzählen und Abfragen des Erzählten; Zerlegung eines Schriftſtücks in Fragen; Repetitionsfragen über den durch⸗ genommenen pädagogiſchen Unterrichtsſtoff. Die Seminariſten fragen ſich gegenſeitig und ſollen dadurch befähigt werden, im folgenden Jahre die Muſterſchule mit gutem Erfolg zu be⸗ ſuchen.— Director Schäfer.
II. Kl. Die Seminariſten beſuchen unter Leitung von Seminarlehrern im Sommer in 6, im Winter in 4 Abtheilungen die Elementarklaſſe der hieſigen Muſterſchule, wo ſie Gelegenheit haben, den Unterricht des erſten Schuljahres durch eigene Anſchauung kennen zu lernen, ver⸗ ſuchsweiſe auch ſelbſt zu unterrichten. Beſprechung vor und nach den Beſuchen zur Vor⸗ bereitung und Verwerthung der Wahrnehmungen.— Seminarlehrer Kirchner und Dr. Heid.
I. Kl. Unterrichtsübungen der Seminariſten in der Muſterſchule, abtheilungsweiſe in 16 wöchentlichen Unterrichtsſtunden, in Gegenwart und unter Anleitung und Correctur der betreffenden Fachlehrer, mit Anknüpfung des Wichtigſten aus der ſpeciellen Methodik der einzelnen Unterrichtsfächer.
a. Religionsunterricht bei Knaben im 6. Schuljahr. 2 St. Der 2. und 3. Artikel des apoſtoliſchen Glaubensbekenntniſſes, das Gebot des Herrn, Gleichniſſe, einzelne Pſalmen und Kirchenlieder, die Leidens⸗ und Apoſtel⸗Geſchichte. Bei Seminarlehrer Kirchner.
b. Leſen und Anſchauungsunterricht bei Kindern im 2. Schuljahr. 2 St. Im Anſchluß an das Leſebuch wurde eine Anzahl Themata beſprochen, wie Tafel, Meſſer, Katze, Wohnung, Garten, Schäfchen, Kuh, Weihnachten, wobei beſonders auf richtiges Sprechen Werth gelegt wurde; Uebung im Vorerzählen; Memoriren kleiner Gedichte. Orthographiſche und gram⸗ matiſche Uebungen; Uebung im Schreiben von Wörtern und leichten Sätzen; Dingwörter und Anfangsbuchſtaben werden groß geſchrieben; Unterſcheidung des Geſchlechts der Dingwörter, Bildung der Mehrzahl; das Eigenſchaftswort, ſeine Stellung vor und nach dem Dingwort, ſeine Veränderung in dieſen Stellungen in der Mehrzahl. Das Zeitwort, die 3 Haupt⸗ zeiten. Bei Seminarlehrer Dr. Heid.
c. Heimathskunde bei Kindern im 3. Schuljahre. 2 St. Friedberg und ſeine Umgebung. Elementare Behandlung der geographiſchen Verhältniſſe der Heimath. Die Provinz Ober⸗ heſſen. Bei Seminarlehrer Marx.


