Jahrgang 
1871
Einzelbild herunterladen

5

2 7 54 7 C. Ueberſicht des Lehrſtaffes im Schuljahre 1869 70. 1. Pädagogik. a. Theorie. Leitfaden zur Repetition: Kurze Dietate und beliebige Aufzeichnungen während des Vortrags.

III. Klaſſe. 2 Stunden wöchentlich. Einführung in den Gegenſtand: Begriff, Zweck, Aufgaben und Mittel der Erziehung im Allgemeinen; Erziehungs⸗Wiſſenſchaft und Erziehungs⸗ Kunſt; die Organe der Erziehung. Ausführlich: die phyſiſche Erziehung nach den Rubriken: Zweck und Wichtigkeit derſelben, Ernährung, Athmung und Hautpflege, Ruhe und Bewegung, (wobei das Turnen nach ſeinem Zweck, ſeiner Methode und Geſchichte eingehend betrachtet wurde), Nerven⸗ und Sinnesthätigkeit, die wichtigſten Kinderkrankheiten und Pflichten des Erziehers in Bezug auf dieſelben. Die pſychiſche Erziehung: das Geiſtesleben in ſeinem Verhältniß zum Körper; die verſchiedenen Geiſteskräfte in ihrer Erſcheinung; ein Theil der intellectuellen Geiſteskräfte insbeſondere und ihre pädagogiſche Ausbildung.

II. Kl. 2 St. Unterrichtslehre. Begriff und Zweck des Unterrichtes. Die Perſönlich⸗ keit des Lehrers. Die Gegenſtände des Unterrichtes in der Volksſchule, Allgemeine Methodik oder die Lehre von den Mitteln, Formen und Grundſätzen des Unterrichtes(nicht ganz bis zu Ende). Daneben wohnen die Schüler abwechſelnd in kleinen Gruppen dem Unterrichte in den verſchiedenen Klaſſen der Muſterſchule bei und erſtatten über ihre Wahrnehmungen ein mündliches Referat.

I. Kl. Schulkunde im engeren Sinne: Aufgabe und Bedeutung der Schule überhaupt. Verſchiedenheit der Schulen nach Entſtehungsweiſe, Alter, Geſchlecht und künftigem Beruf der Schüler. Die Volksſchule insbeſondere; ihre Stellung und ihr Verhältniß zu Familie, Gemeinde, Staat und Kirche; ihre Verwaltung und Beaufſichtigung mit eingehender Berück⸗ ſichtigung des Schuledikts von 1832 und der ſich anſchließenden Verordnungen; die Einrich⸗ tungen der Volksſchule nach der äußeren und inneren Seite. Gelegentliche Einflechtung einzelner Notizen aus der Geſchichte der Pädagogik. Direktor Steinberger.

b. Praxis. Unterrichtsuübungen der Seminariſten in der Muſterſchule, abtheilungsweiſe in 12 wöchent⸗ lichen Stunden, in Gegenwart und unter Anleitung und Correctur der betreffenden Fachlehrer, mit Anknüpfung des Wichtigſten aus der ſpeciellen Methodik der einzelnen Unterrichtsfächer.

a. Religionsunterricht bei Kindern im 6. Schuljahr. 2 St. Die 10 Gebote und der erſte Artikel des apoſtoliſchen Glaubensbekenntniſſes. Bibliſche Geſchichte des Alten und Neuen Teſtaments, unter Leitung des Seminarlehrers Stamm.

b. Leſen und Anſchauungsunterricht. Uebung im Vorerzählen und Beſprechen leichter Geſchichtchen mit Kindern im 2. Schuljahr, 2 St., bei Seminarlehrer Soldan.

c. Heimathskunde bei Kindern im 3. Schuljahr. Friedberg und ſeine Umgebung. Ele⸗ mentare Behandlung der geographiſchen Verhältniſſe des in dieſen Grenzen angeſchauten Stückes von der heimathlichen Erde und ihrem Himmel. Illuſtration durch Vorzeichnungen auf der Schultafel, bei Seminarlehrer Marx.

d. Naturkundlicher Anſchauungsunterricht bei Kindern im 4. Schuljahr, 2 St., bei Dr. Heid.

e. Elementares Rechnen mit Kindern im 4. Schuljahr: 2 St. Die vier Species gleich⸗ benannter oder reiner ganzer Zahlen; dabei Bildung der Zahlenvorſtellungen, Zahlenſchreiben, Zahlenleſen und allmähliche Entwicklung des Verſtändniſſes vom Zehnerſyſtem; Veranſchau⸗ lichung der neu eingeführten Maße und Gewichte und Löſung entſprechender Aufgaben. Bei Seminarlehrer Wahl.

f. Geſangunterricht mit Kindern im 3. Schuljahr. 2. St. Stimmbildungs⸗ und Gehör⸗ Uebungen, leichte Schullieder unter Benutzung der Violine als Begleitungsinſtrumentes. Bei Profeſſor Thurn.