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Schulfeiern, Kunſtpflege, Vorträge, Beſuch von Theatern und Sammlungen.
Der vierte Auguſtinerſchultag verlief in herkömmlicher Weiſe. Er wurde diesmal nicht im Juni wie ſonſt, ſondern am II. und 12. September gefeiert. Man hatte dieſe Verlegung beſchloſſen, um den jüngeren, noch ſtudierenden ehemaligen Schülern, die für das Feſt ein be⸗ ſonderes Intereſſe zeigen, die Ceilnahme zu erleichtern. Bei der Cotengedächtnisfeier der Primen vor dem Rothſchen Bilde, mit dem der Tag alljährlich eröffnet wird, ſprach der Real⸗ oberprimaner Erich Milius zu Herzen gehende Worte, an die ſich ein ſtilles Gebet und die Riederlegung der Kränze ſchloß. Den Feſtakt eröffnete ein von dem Gymnaſialoberprimaner Walter Schäfer geſprochener YVorſpruch. Es folgte die Anſprache des Direktors, in der er die Erſchienenen begrüßte, von der Bedeutung des Feſtes für Schüler und Lehrer ſprach und der Vereinigung ehemaliger Auguſtinerſchüler für ihre tatkräflige Mitwirkung bei der Anregung, Einrichtung und Ausgeſtaltung des wertvollen Jahresfeſtes dankte. Die Feſtrede hielt der ehemalige Schüler der Anſtalt, stud. phil. Hatto Schröder, der über„Eindrücke von Rom und ſeiner Umgebung“ ſprach und es in ſeiner formvollendeten Rede verſtand, den geſpannt folgenden Hörern die ewige Staèt und die umgebende Campagna in plaſtiſchen Bildern vor das geiſtige Auge zu ſtellen. Umrahmt waren dieſe Vorträge durch Darbietungen des Schüler⸗ orcheſters.— Nachmittags bewegte ſich der Feſtzug der Schule und der ehemaligen Schüler durch die Straßen der Stadt nach der Seewieſe, wo die turneriſchen und ſportlichen Uebungen unter der Anweſenheit einer großen Zuſchauerzahl ſtattfanden. Den von der Ver⸗ einigung ehemaliger Schüler geſtifteten Wimpel behauptete die Oberrealſchule gegen das Gym⸗ naſium, doch war der Sieg ſo knapp, daß er als Zufallsſieg bezeichnet werden muß. Jür ſonſtige gute Teiſtungen war eine Reihe von Preiſen durch die Stadt Friedberg und die Anſtalt, die Herren Grafen Max Solms, Dr. Rud. Trapp und Buchhändler Scriba dankenswerterweiſe ge⸗ ſtiftet. Auf dem Feſtkommers der ehemaligen Schüler, der von dem Vorſitzenden der Vereinigung, Medizinalrat Dr. Adolf Weckerling, geleitet wurde, ſprach namens der Schule Studienrat Prof. Lampas Worte der Begrüßung und des Dankes. Die literariſche Vereinigung„Die Szene“, geleitet von dem ehemaligen Schüler Lehrer Bitſch, bot eine vortreffliche Aufführung des Kotzebueſchen Luſtſpieles„Die reſpektable Geſellſchaft.“ An dem darauffolgenden Sonntag Vormittag konzertierte die Kapelle der hieſigen Schutzpolizei im Schulhof. Gleichzeitig war die Anſtalt zur Beſichtigung geöffnet. Nachmittags trafen ſich die Feſtteilnehmer mit ihren Damen im Bas⸗AUlauheimer Teichhaus zum gemütlichen Bei⸗ ſammenſein.
Ueber die ſonſtigen Schulfeiern iſt folgendes zu berichten:
Der Jugendtag wurde begangen durch gemeinſamen Beſuch des Filmes„Süd⸗Cirol“, woran ſich dann Klaſſenſpaziergänge ſchloſſen.— Bei der Verfaſſungsfeier am 18. Auguſt gab Studienaſſeſſor Dr. Rabes in ſeiner Rede einen Ueberblick über die Entwicklung Deutſchlands zum Nationalſtaat unter beſonderer Berückſichtigung der Verfaſſungen von 1848 und 1918.— Die YVierhundertjahrfeier der heſſiſchen Reformation(30. Oktober) wurde für alle Schüler und Schülerinnen Friedbergs in der Stadtkirche begangen, wo Pfarrer Gerſtenmeier einen Vortrag über die Entſtehung und Ausbreitung der Reformation in Heſſen hielt.— Bei der TCotengedenkfeier am 20. November ſprach auch diesmal, wie das an der Anſtalt üblich, ein Kriegsteilnehmer des Tehrkörpers und berichtete von ſeinen Kriegserlebniſſen. Es war Studienaſſeſſor Dr. Weber, der in ſeinen einleitenden Worten die Schüler eindringlich er⸗ mahnte, das Gedächtnis unſerer Gefallenen in dankbarer Erinnerung zu halten und dann in der Schilderung ſeiner Kriegserlebniſſe von 1915 bis zum Zuſammenbruch ergreifende Bilder aus den Kämpfen an der Oſt⸗ und Weſtfront gab.— Eine Peſtalozzifeier wurde am 17. Februar abgehalten. Studienrat Bentz ſtellte in ſeiner Anſprache die reinmenſchlichen Eigenſchaften des Gefeierten den Schülern dar. Der Tehrerrat hatte auf die Anregung des Anterzeichneten beſchloſſen, gelegentlich dieſer Feier zur Anterſtützung würdiger und bedürftiger Schüler eine Hilfskaſſe zu gründen, zu der die Schule aus den ihr zur Yerfügung ſtehenden Mitteln einen Grundſtock ſchuf, der durch freiwillige Spenden des Lehrkörpers und der Schülerſchaft auf die


