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Die Reifeprüfungen des Gymnaſiums und der Oberrealſchule, die mit den mündlichen Prüfungen vom 15. und 16. Februar 27 unter dem Vorſitz des Miniſterialrates Glückert ihren Abſchluß fanden, hatten das erfreuliche Ergebnis, daß alle Prüflinge beſtanden. Sie wurden nach den neuen Beſtimmungen vom 9. November 26 abgehalten, die weſentliche Aende⸗ rungen brachten. Die wichtigſten die Schüler betreffenden ſind folgende: Beim deutſchen Aufſatz werden vier Aufgaben zur Wahl geſtellt. Die Oberrealſchüler können in der ſchriftlichen Prüfung eine der beiden neueren Fremoͤſprachen und zwei der drei naturwiſſenſchaftlichen Fächer wählen. An der mündlichen Prüfung nehmen alle Prüflinge in allen Prüfungs⸗ fächern teil. Jeder hat das Recht, ein Fach zu bezeichnen, in dem er mündlich geprüft zu werden wünſcht(Leiſtungsfach), und zwar können alle verbindlichen Tehrfächer mit Ausnahme von Zeichnen, Muſik und Leibesübungen gewählt werden.
Außerdem fand noch eine Herbſtreifeprüfung eines Realoberprimaners und wie alljährlich mehrere Prüfungen von Uichtſchülern unter dem Vorſitz des unterzeichneten Direktors ſtatt. Die letzteren ſind vielfach Prüfungen von Stusierenden am hieſigen Poly⸗ technikum, die die Oberſekunda⸗, Prima⸗ oder Univerſitätsreife erlangen wollen. Aufgrund einer Verabredung mit dem Direktor des Polytechnikums ſollen an unſerer Anſtalt Prüfungen für Studierende des Polytechnikums in Zukunft nur noch zweimal im Jahre(Ende April/ Anfang Mai und zweite Hälfte des Oktobers) ſtattfinden.
Von den Schülervereinen.
1. Im Bibelkreis an der Auguſtinerſchule herrſchte im abgelaufenen Schuljahr ein reges Leben. Der Teiter, Studienrat Prof. Werner, berichtet darüber folgendes:
Der Bibelkreis unter den evangeliſchen Schülern machte dank der hingebenden Tätigkeit ſeiner beiden Führer, der Kandidaten der Theologie Blümler und Geißler, einen erfreulichen Fortſchritt, ſowohl was die Zahl ſeiner Mlitglieder betraf, als auch hinſichtlich ſeines inneren Lebens. Am Anfange des Schuljahres gehörten ihm 20 Schüler an, die in einem gemeinſamen Kreiſe vereinigt waren, was mancherlei Unzuträglichkeiten, beſonders für die Bibelſtunden, mit ſich brachte. Heute iſt ihre Zahl auf 50 Mitglieder in einem kleinen(Sexta— Quarta) und einem großen Kreiſe(Certia— Oberſekunda) angewachſen. Beide Kreiſe hatten unter je einem der beiden Führer wöchentlich an einem Nachmittage eine getrennte B. K.⸗Stunde mit Bibel⸗ beſprechung und an einem anderen Nachmittage eine meiſt gemeinſame Spielſtunde(im Sommer im Freien mit Ball⸗ und Speerſpielen, im Winter mit Zimmerſpielen, Vorleſen und gemeinſamen Geſängen). Außer kleineren Wanderungen(Pogeltal, Kloſter Arnsburg, Winter⸗ ſtein, Münzenberg), 2 Budenabenden bei den Führern und einer Radtour nach Butzbach Gum Beſuche des dortigen neugegründeten Bibelkreiſes der Oberrealſchule), ſowie einer zwei⸗ tägigen Herbſtfahrt nach Mainz und einer Fahrt zum Gautage nach Darmſtadt, an denen ſich ein großer Teil der Mitglieder beteiligte, wurde in den Sommerferien eine friſch⸗ fröhliche, ohne jeden Mißklang verlaufene Ferienfahrt mit 1atägigem Standquartier im Darmſtädter B.⸗K.⸗Heim Kapfenhardt im Schwarzwald(mit 16 Schülern des großen Kreiſes) und in den Herbſtferien eine ebenſo hübſch verlaufene Ferienfahrt des kleinen Kreiſes(8 Schüler) unter der Leitung der beiden Führer unternommen. Auf beiden Ferienfahrten konnte der am 12. Juli in einer eindrucksvollen Andachtsſtunde geweihte neue Wimpel, deſſen eine Seite auf grünem Grunde das Kreuz, das Symbol des chriſtlichen Glaubens und der ewigen Heimat, und deſſen andere Seite auf weißem Grunde das Wappen unſerer altehrwürdigen Vaterſtadt, das Symbol der irèͤiſchen Heimat, trägt, als Wahrzeichen evangeliſcher Gemeinſchaft und kameraôſchaftlicher Treue voranwehen. Die Sommerferienfahrt wurde durch einen kleinen Mütterabend vorbereitet, bei dem alles für Eltern und Jungen Wiſſenswerte beſprochen und eine Reihe von Bildern früherer Ferienfahrten vorgeführt wurde. Ein mit muſikaliſchen und deklamatoriſchen Darbietungen und gemeinſamen Geſängen umrahmter Familienabend im Auguſt, bei dem 35 Eltern anweſend waren, berichtete dann an der Hand von teilweiſe ſehr heiteren Aufnahmen vom abwechslungsreichen Verlaufe der fröhlichen Schwarz⸗ waldfahrt. Die ſchönſte Veranſtaltung des Jahres aber war die große Weihnachtsfeier im Kaſinoſaale, an der außer unſeren 40 B. K. lern etwa 150 geladene Gäſte(meiſt Eltern und Angehörige der Jungen) teilnahmen, und in deren Mittelpunkt ein ſtimmungsvolles und mit innerer Teilnahme dargebotenes mittelalterliches Weihnachtsſpiel unſerer B. K. ler ſtand. Schließ⸗ lich ſei noch erwähnt, daß der Reichs⸗B.⸗K.⸗Wart, Paſtor Henrichs aus Barmen, am


