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Die Ueueinführung machte hinſichtlich der Yerteilung des Lehrſtoffes Ueber⸗ gangsmaßregeln nötig, die durch die Fachlehrerräte beſchloſſen wurden. Von beſonderer Bedeutung waren hier diejenigen Fächer, die in den einzelnen Klaſſen zum erſtenmale erſchienen, wie Erdkunde, Chemie und Biologie in den Oberklaſſen beider Anſtalten bis Oberprima. Die neue Stoffverteilung im geſchichtlichen Anterricht erforderte gleichfalls Uebergangs⸗ beſtimmungen. Der franzöſiſche Unterricht in der Oberrealſchule, der nach dem neuen Lehrplan ſchon in Sexta beginnt, dafür aber in den folgenden Klaſſen mit einer geringeren Stundenzahl als nach dem alten bedacht iſt, wurde für die Sertajahrgänge 23, 24 und 25 auf Koſten des deutſchen, mathematiſchen, Schreib⸗ und Zeichenunterrichts mit Genehmigung des Heſſ. Tandesbildungsamtes in folgender Weiſe verſtärkt:
Serta Quinta Quarta Untertertia] zuſammen
Keuer Plan......... 1 6 St. 6 St. 6 St. 4 St. 22 St. Alter Plan.........— 7 St. 7 St. 6 St. 20 St. Sertajahrgang 23.......—(7 St.)(7 St.) 6 St. 20 St. „ 24..—(7 St.) 9 St. 5 St. 21 St.
„ 25..— 8 St. 8 St. 5 St. 21 St.
Dieſer Uebergangslehrplan wird alſo bis zum Schulſahr 1928/29 nachwirken. In dem abge⸗ laufenen Schuljahr ſind die Mehrſtunden im Franzöſiſchen folgendermaßen gewonnen worden: In 5 gab Deutſch und Schreiben je eine Stunde ab, in 4 Deutſch, Mathematik und Zeichnen, in 3b Deutſch und Zeichnen. Im kommenden Schuljahr ſoll in 4 Deutſch und Zeichnen je eine Stunde abgeben, in 3b Deutſch, im Schuljahr 1928/29 in 3b Deutſch eine Stunde, damit wäre dann die Aeberleitung beendigt.
Der Unterricht in den Leibesübungen erſcheint in den neuen Tehrplänen ver⸗ ſtärkt. Außer den beiden Turnſtunden, die früher ſchon angeſetzt waren, ſind zwei Stunden Bewegungsſpiele vorgeſehen. Dieſe beiden Stunden waren an unſerer Anſtalt für die Klaſſen Unterſekunda bis Oberprima ſchon ſeit einigen Jahren eingerichtet, ſie wurden nun auf alle Klaſſen ausgedehnt und in 8 Abteilungen(je eine Abteilung: die Primen, die Oberſekunden, die Unterſekunden uſw.) gehalten. TLeider mußte bei ungünſtigem Wetter dieſer Anterricht ausfallen mit Ausnahme desjenigen der Oberklaſſen von Unterſekunda aufwärts, für die der Turnſaal freigehalten werden konnte. An die Stelle der Spielſtunde trat in der Abteilung der Quarten der Schwimmunterricht, den Studienrat Dr. Schmid übernommen hatte. Dieſe Einrichtung litt unter der großen Anzahl der beteiligten Schüler(etwa 70), die ein ein⸗ ziger Lehrer nicht in erwünſchter Weiſe überwachen und fördern kann. Immerhin kann der Anterricht doch als erfolgreich bezeichnet werden. Etwa die Hälfte der Schüler hat das Schwimmen erlernt. An den Reichsjugendwettkämpfen am 13. Juli nahmen teil: 38 Primaner, 69 Sekundaner und 68 Tertianer=— 175 Schüler. Aus dem Sechskampf der I. Gruppe gingen 24, aus dem Sechskampf der 2. Gruppe 44 und aus dem Fünfkampf der 3. Gruppe 44 Schüler als Sieger hervor. 112 Schüler=— 64% der Teilnehmer erfüllten mit⸗ hin die Kampfbedingungen und konnten mit Ehrenurkunden ausgezeichnet werden. Der Um⸗ ſtand, daß die Friedberger Schutzpolizei in liebenswürdiger Weiſe ihren mit einer tadelloſen Taufbahn verſehenen Sportplatz der Schule zur Verfügung ſtellte, ermöglichte eine ſportgerechte Durchführung der Kämpfe.— Durch eine unbedeutende bauliche Aenderung wurde ein eigener Ankleideraum für die Turner und dadurch auch ein kleines Dienſtzimmer für den Curnlehrer gewonnen, was dem Turnunterricht ſehr zuſtatten kam.
Der durch die Tehrpläne vorgeſehene unverbindliche Anterricht, der viel umfang⸗ reicher als früher iſt, konnte eingerichtet werden mit Ausnahme der Uebungen in den natur⸗ wiſſenſchaftlichen Fächern. Hier war es wegen Mangels an Tehrkräften, Lehrſälen und Lehr⸗ mitteln nur möglich, die chemiſchen Uebungen in den Primen der Oberrealſchule, die ſchon früher beſtanden, aufrecht zu erhalten.


