Jahrgang 
1915
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2. Personalangelegenheiten.

Am Schlusse des Schuljahrs 1913/14 verließen unsere Anstalt die Referendare Bast und Schneider; sie wurden am 1. 4. 14 zu Assessoren ernannt und übernahmen im Sommerhalbjahr 1914 Lehrerstellen in Soltau bezw. Rastede. Das zweite Seminarjahr begannen die Referendare Dr. Knieriem und Krämer. Referendar Steinhardt wurde am 7. 10. 14 zum Assessor ernannt. Als Volontär blieb Dr. Chambré.

Nachdem eine größere Anzahl unserer Amtsgenossen beim Militär eingerückt war, über- nahm Herr Reallehrer Ringshausen(von der Großh. Obstbau- und landwirtschaftlichen Winter- schule zu Friedberg) am 17. 8. 14 eine größere Anzahl von Stunden freiwillig. Wir sind ihm für seine bereitwillige Hilfe zu besonderem Dank verpflichtet. Mit der Vertretung beurlaubter Lehrkräfte wurden beauftragt: Assessor Dr. Chambré(17. 8. 14) er hatte vorher schon eine größere Zahl Stunden freiwillig übernommen Referendar Krämer(10. 8. 14), Assessor Dr. Weiß(15. 10. 14), Assessor Bauder(10. 11. 14).

Reallehrer Billau mußte seit Beginn des Jahres 1915 wegen ernstlicher Erkrankung beurlaubt werden; seine Vertretung übernahm bis zum 7. 2. 15 Assessor Weiß, dann Schulamts- aspirant Rohn, der seit Beginn des Krieges im Felde durch eine Verwundung am weiteren Dienst unter der Fahne verhindert wird.

Am 15. 10. 14 verabschiedete sich Herr Pfarrer Dr. Prax marer, der nach Worms versetzt worden ist, von dem Lehrerkollegium, dem er seit 1899 angehört hatte. Die Schule ist dem Scheidenden für seine ersprießlichen Dienste dankbar, ihn begleiten unsere besten Wünsche in seine neue Stellung. Am gleichen Tage wurde der Nachfolger, Herr Pfarrer Freiherr Gedult von Jungenfeld, und am 22. 10. 14 der zweite katholische Religionslehrer, Herr Kaplan Lindenschmitt, in den Dienst eingewiesen.

3. Prüfungen.

a) Außerordentliche Kriegsreifeprüfungen fanden am 8. 13. 20. VIII. und am 4. IX. statt. Die ordentliche Reifeprüfung für die verbliebenen 4 Ober- primaner wurde am 1.5. II. abgehalten. Sie bestanden alle unter Befreiung vom Mündlichen und wurden am 8. II. entlassen.

b) Auf Grund einer Verfügung der Behörde bestand Herr Zahnarzt Winkler am 9. und 10. VIII. 14 die Reifeprüfung.

c) Außerordentliche Kriegsabschlußprüfungen fanden am 29. VIII. und 25. IX. statt, die ordentliche Abschlußprüfung am 11. II. 1915. Bei dieser bestanden 14 Prüflinge, 8 waren von der mündlichen Prüfung befreit. Die Entlassung erfolgte am 15. III. 1915.

Regierungsvertreter war bei allen Prüfungen der Direktor.

d) Im Auftrag der Behörde wurden an unserer Anstalt 2 Prüfungen für Einjährig- Freiwillige abgehalten, die nicht Schüler der Augustinerschule waren. Es be- standen am 15. X. 14 Staudt, am 15. I. 15 Möller.

e) Herr stud. theol. Letzing legte am 5. V. 14 die Prüfung im Hebräischen ab.

Die Herbstzeugnisse wurden den Schülern erst am 1. XII. 14 ausgegeben.

4. Schulfeierlichkeiten.

Die einfache, schlichte Art unserer Schulfeiern entsprach dem Ernste der Zeit. Am Sedantage, am Geburtstag des Großherzogs und des Kaisers sprachen Prof. Grein, Prof. Hüffell und Prof. Helmke. Prof. Dr. Schmidt hatte die Leitung des Chors bei diesen Feiern übernommen.

Am letzten Schultage vor den Osterferien wird des 100. Geburtstages des großen eisernen Kanzlers gedacht werden. Die Ansprache wird Prof. Reuß halten.

5. Sonstige Veranstaltungen.

Zu besonderem Danke sind wir auch in diesem Jahre der Großh. Kurdirektion zu Bad-Nauheim verpflichtet, die uns zu den Künstler- und Symphoniekonzerten der Saison immer eine Anzahl Freikarten zur Verfügung stellte. Mit großer Freude benutzten unsre Schüler diese hervorragende Gelegenheit, gute Musik zu hören.