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dem Direktor die Unterlage für das Bauprogramm in der Zusammenstellung der notwendig werdenden Schulräume geschaffen war, wurde das Preisgericht bestellt aus folgenden Herren:
1. Oberbürgermeister Regierungsbaumeister Gnauth, Giessen; 2. Baurat Professor Hofmann, Darmstadt;
3. Professor Wickop, Darmstadt;
4. Gymnasial-Direktor Professor Dr. Goldmann, Friedberg; 5. Bürgermeister Steinhäusser, Friedberg.
In der Sitzung vom 3. August konstituierte sich das Preisgericht und beriet das von Herrn Prof. Hofmann entworfene Bauprogramm und stellte die Bedingungen für den Wettbewerb fest. Termin für Einlieferung der Pläne war der 29. Oktober. 61 Entwürfe liefen ein, und das Preisgericht hat am 10. und 11. November die entscheidenden Be- ratungen gehabt. Preisgekrönt wurden 1. der Entwurf mit dem Motto„Wetterau“ von Herrn Franz Thyriot in Köln, 2. der Entwurf mit dem Motto„Schlicht“ von den Herren Blattner und Klotzbach in Barmen, 3. der Entwurf mit dem Motto„Malerisch Eck“ von Herrn Karl Müller in Hannover. Den unter 1. und 2. genannten Architekten wurde nun noch aufgegeben gewisse Anderungen in ihren Plänen vorzunehmen, um dann definitiv die Entscheidung, welcher Plan zur Bauausführung gewühlt werden sollte, herbeizuführen.
An Personalveränderungen, die nicht mit der Neuorganisation der Schule zusammen- hängen, sind noch folgende zu erwähnen: Mit dem Ende des Schuljahres 1897/98 verliess Herr Zinn unsere Anstalt, um einem Rufe der Regierung an das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt Folge zn leisten. An seine Stelle trat Herr Dr. Schoel vom Ludwig-Georgs- Gymnasinm in Darmstadt.
Im Herbst wurde Lehramtsaccessist Curschmann nach Mainz(später nach Büdingen) abberufen und Herr Professor Dr. H. Geist vom Gymnasium zu Büdingen an unsere Anstalt versetzt.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 10. September 1898 wurde dem Lehramtsassessor Walz die seither von ihm provisorisch verwaltete Lehrerstelle mit Wirkung vom 11. Sep- tember 1898 ab definitiv übertragen.
Dem Kollegen Altendorf musste von Ostern ab wegen geschwächter Gesundheit zu- nächst ein ½ jähriger Urlaub erteilt werden, der dann im Herbste eine abermalige Ver- längerung um ½ Jahr erfuhr. Zur Stellvertretung für ihn trat der Lehramtsaccessist Dr. Waas an unsere Anstalt ein.
Vom 2. bis 15. Juni war Herr Kollege Hüffell zu einer Landwehrübung eingezogen.
Mit den Herbstferien schied Kollege Roth für ein Jahr aus dem Kreise der Anstalt aus; er hatte ein Jahr Urlaub erbeten und erhalten, um auf der Akademie in Kassel eine weitere Ausbildung seiner künstlerischen Fertigkeiten zu suchen. Als sein Stellvertreter trat Herr Nicolai ein.
Anfangs November erkrankte ernstlicher der Direktor und musste bis Weihnachten seinen Unterricht ganz aussetzen; den Herren Kollegen, die seinen Unterricht und Herrn Professor Karg, der die Direktionsgeschäfte übernahm, sei an dieser Stelle herzlich Dank gesagt. Nach Weihnachten konnte er seinen Unterricht zum Teil wieder aufnehmen. Auch Herr Professor Wiesehahn musste nach Weihnachten in seinem Unterrichte auf ärztliche Weisung hin erleichtert werden.
Nach mehreren vergeblichen Proben fand auch die für die Schule so wichtige Pedellen- frage ihre Erledigung in der zunächst provisorischen Ernennung des seither an den städtischen Schulen thätigen Schuldieners W. Kautz zum Pedellen der Augustinerschule. Durch höchstes Dekret vom 1. Februar Il. J. wurde demselben die Pedellenstelle definitiv übertragen.
Ein für unsere Schule wichtiges Ereignis mag noch hier Erwähnung finden; es ist dies das Eingehen des Klotz'’schen Knabeninstituts in Nauheim am 1. Oktober. Durch die Aufnahme eines grösseren Teils der Schüler(21 an der Zahl) aus dieser Anstalt wuchs unsere Schülerzahl auf die nie vorher erreichte Höhe von 346 Schülern.


