Jahrgang 
1894
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V. Zur Geschichte der Xnstalt.

1.

Oce

Durch Dekret vom 2. Mai 1893 wurde der Reallehrer Joseph Luley an das Real- gymnasium und die Realschule zu Giessen versetzt und durch Verfügung vom 4. Mai der Schulverwalter Heinrich Müller mit der Verwaltung einer Lehrer- stelle an unserer Schule beauftragt.

Durch Allerhöchste Dekrete vom 20. Oktober 1893 wurden der Lehrer an der Realschule und dem Progymnasinm zu Friedberg Dr. Hugo Willenbücher zum Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz und der Lehrer an dem Gymnasium Frideri- cianum zu, Laubach Karl Altendorf zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg ernannt, nachdem dieselben schon durch Verfügung Grossh. Ministeriums vom 14. September mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an den genannten Anstalten beauftragt worden waren.

.Die von der Direktion unterm 17. April 1893 beantragte Trennung der vierten Klasse

in zwei Parallelabteilungen konnte zwar aus Mangel an einem zur Unterbringung einer weiteren Parallelklasse geeigneten Lokale vorerst nicht zur Ausführung ge- bracht werden; doch wurde, um dem sich von Jahr zu Jahr fühlbarer machenden Raummangel an der Schule wenigstens einigermassen abzuhelfen, die demnächstige Herrichtung der seitherigen Direktorwohnung zu provisorischen Schulräumen in be-

stimmte Aussicht genommen.

Vom 6. bis 19. Juli war der Reallehrer Dr. Stroman und, vom 30. Juli bis

23. September der provisorische Reallehrer Hüffel zu militärischen Ubungen eingezogen.

Am 31. Januar 1894 beehrte der Grossh. Purninspektor Marx die Anstalt mit seinem Besuch und besichtigte das Turnen der Klassen I. und III.

.Schulspaziergänge fanden, wie seither, in der Regel monatlich einmal statt.

Am 13. Juni 1893 machte die Schule einen Tagesausflug, bei welchem die ein- zelnen Klassen verschiedene Punkte der weiteren Umgebung Friedbergs(Feldberg und Feldbergkastell, Saalburg, Capersburg, Forsthaus Winterstein u. a.) besuchten. Ausserdem gab der Unterricht in der Mineralogie, Botanik und Heimatkunde einzelnen Klassen wiederholt Veranlassung zu kleineren Ausflügen in die Nachbarschaft.

Im Sommerhalbjahr wurde wegen allzugrosser Hitze der Nachmittagsunterricht an 4 Tagen(am 15., 16. und 19. Juni und am 3. Juli) ausgesetzt; im Winterhalbjahr wurden, so oft sich dazu Gelegenheit bot, die Turnstunden und am 12. Januar der ganze Nachmittag von den Schülern unter Aufsicht von Lehrern zum Schlittschuh- laufen benützt. Turnspiele im freien wurden bei günstiger Witterung häufig, auch an schulfreien Nachmittagen, unter Anleitung und Aufsicht eines Lehrers geübt.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler unserer Anstalt war in dem nunmehr abgelaufenen Schuljahr mit Ausnahme des Monats Dezember, in dem die Influenza wieder auftrat, im ganzen befriedigend; doch musste dem wegen schwerer Erkrankung bereits ein Jahr lang beurlaubten Reallehrer Nagel am 20. September der Urlaub unter Belassung der seitherigen Stellvertretung durch den Lehramtsassessor Dr. Jacob um ein weiteres halbes Jahr verlängert werden. Auch hatte die Anstalt den Verlust eines braven und hoffnungsvollen Schülers der 8. Klasse zu beklagen, der während der Herbstferien nach kurzer Krankheit plötzlich verschied. Die in Friedberg anwesenden Lehrer und Schulkameraden gaben ihm das Geleite zu seiner letzten Ruhestätte.

. Am 5. Juli wurde der Unterricht ausgesetzt, um den protestantischen Lehrern und

Schülern der Anstalt die Beteiligung an der dahier stattfindenden fünfzigjährigen Gedenkfeier des Gustav-Adolfs Vereins in Hessen zu ermöglichen.