Jahrgang 
1892
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V. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz Abteilung für Schulangelegenheiten vom 3. April 1891 wurde der an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms definitiv angestellte Lehrer Dr. Angust Dieckmann mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg beauftragt. Derselbe wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 2. Mai 1891 zum Lehrer an der Realschule in Butzbach ernannt, indes durch Verfügung Gross- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz Abteilung für Schulangelegen- heiten vom 15. Mai 1891 bis auf Weiteres in seiner seitherigen Stellung an unserer Anstalt belassen.

Dr. August Dieckmann, geboren am 7. November 1851 zu Bechtheim im Regierungsbezirk Wiesbaden, besuchte von Herbst 1863 bis Herbst 1867 das Gymnasium in Hadamar, sodann bis Ostern 1869 das Gymnasium in Wetzlar, wo er das Maturitätsexamen bestand. Nachdem er in Marburg und Giessen Theologie studiert, ab- solvierte er im März 1872 in Giessen das theologische Fakultätsexamen. Darauf war er 1 ½ Jahr lang Haus- lehrer. Von Herbst 1873 bis Frühjahr 1878 studierte er in Giessen klassische Philologie, leitete gleichzeitig (seit 1. Juli 1874) eine Knabenlehranstalt und diente vom 1. April 1876 bis 1. April 1877 als Einjährig-Frei- williger im 116. Infanterie-Regiment. Am 8. Mai 1875 promovierte er bei der philosophischen Fakultät in Giessen, und anfangs März 1878 bestand er ebenda das philologische Examen., Vom Mai 1878 bis 1. Novem- ber 1879 war er in Offenbach a. M. provisorisch, dann bis Herbst 1880 daselbst definitiv als Reallehrer ange- stellt. Durch Allerhöchstes Dekret vom 27. August 1880 zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms ernannt, bekleidete er diese Stellung bis Ostern 1891. Am 3. April 1891 wurde er mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg beauftragt, um durch den gleich- zeitigen Besuch des Predigerseminars seine theologische Ausbildung zum Abschluss bringen zu können.

2. Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz Abteilung für Schulangelegenheiten vom 16. April 1891 wurde die von der Direktion am 10. desselben Monats beantragte provisorische Teilung der VI. Klasse in zwei Parallel- abteilungen genehmigt und unter gleichem Datum dem Gymnasial- und Reallehramts- accessisten Dr. Karl Uhrig die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an unserer Schule übertragen.

3. Die durch Allerhöchste Dekrete vom 3. Dezember 1890 zu Lehrern an dem Gym- nasium und der Realschule zu Worms ernannten, jedoch durch Verfügung Gross- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz Abteilung für Schulangelegen- heiten vom 4. Dezember 1890 bis auf Weiteres in ihrer seitherigen Thätigkeit an unserer Schule belassenen Lehrer Albert Kost und Dr. August Stroman wurden durch Allerhöchste Dekrete vom 2. Mai 1891 und der seitherige provisorische Lehrer an unserer Anstalt Ludwig Roth unter Belassung in der Wateworäe der Volks- schullehrer durch Dekret vom 11. Juni 1891 zu Lehrern an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg ernannt. Der letztere teilt über seinen seitherigen Lebens- nnd Bildungsgang Folgendes mit:

Ludwig Roth wurde am 20. Mai 1862 zu Frankfurt a. M. geboren, besuchte zuerst die Volksschule zu Lang-Göns, woselbst sein Vater Stations-Vorsteher war, später die Realschule zu Friedberg, absolvierte dieselbe im Herbst 1880, trat Ostern 1881 in das Schullehrer-Seminar dahier ein und bestand zu Ostern 1883 die Ab- gangsprüfung. Von dieser Zeit an war er als Lehrer in Friedberg, Giessen und Fauerbach b. Fr. thätig. Im Herbst 1887 wurde ihm die nachgesuchte Entlassung aus dem Schuldienst bewilligt, und er begab sich zu seiner weiteren Ausbildung im Zeichnen nach Berlin, woselbst er die Königliche Kunstschule besuchte. Mehrmals wurde er während des zjährigen Studiums auf genannter Anstalt durch Prämien ausgezeichnet und bestand im Juli 1889 die Zeichenlehrer-Prüfung für Gebundenes- und Freihand-Zeichnen und ausserdem noch eine erweiterte Prüfung für Kopfzeichnen und Modellieren. Nach dieser Zeit war er an einer Privatschule in Berlin thätig. Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums vom 31. März 1890 wurde ihm die Verwaltung einer Lehrerstelle an er Realsohule und dem Progymnasium zu Friedberg provisorisch und durch Dekret vom 11. Juni 1891 definitiv übertragen.

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