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kunft. Die Summen, die man auf tüchtige Heranbildung der Jugend verwendet, ſind unſtreitig die beſt angelegten Kapitalien und tragen die reichſten Zinſen, wenn auch nicht ſogleich, doch ſicherlich ſpäter.
Unterſtützen Sie mich, werthgeſchätzte Collegen, mit Ihrem freundlichen Rath und Ihrer wirkſamen Beihülfe. Ich trete unter Sie als ein Fremdling zwar der Perſon nach, aber nicht als ein Fremdling in unſerm gemeinſchaftlichen Berufe. 20 Jahre ſchon bin ich öffentlicher Lehrer und 25 Jahre ſchon beſchäftige ich mich aus Neigung und Vorliebe mit dem Schulfach; ich darf alſo verſichern, daß ich einige Er⸗ fahrung auf dieſem Gebiete beſitze. Aber dankbar werde ich ſtets den Rath und die Vorſchläge von Männern annehmen, die auch bereits viele Jahre hindurch mit treff⸗ lichem Erfolg im Dienſte der Schule geſtanden und das Wohl unſrer Anſtalt bisher auf dem Herzen getragen haben. Ich bitte nicht um Ihr Vertrauen; das Vertrauen gleicht einer zarten Pflanze, die nur langſam gedeiht, und kann nur allmählich er⸗ worben werden. Ich bitte aber, daß Sie meiner Verſicherung Glauben ſchenken, daß ich es ſtets gut gemeint habe mit der Schule und allen Collegen, und laſſen Sie mich aus den glücklichen Verhältniſſen, in denen ich gerade in dieſer Beziehung in meinem früheren Wirkungskreis geſtanden habe, die Hoffnung ſchöpfen, daß es mir gelingen werde, auch Ihre collegialiſche Freundſchaft mir bald zu erwerben.
Und endlich noch ein Wort an Euch, liebe Schüler! Ich bin nicht ganz fremd unter Euch, denn ich habe bereits mehrere Namen unter Euch gehört, die mich an Eure Eltern erinnern, die einſt meine geliebten Schüler oder Schülerinnen waren. Ich trage aus jener Zeit liebe Erinnerungen in meinem Herzen. Thut denn das Eure, daß dieſe Erinnerungen nicht getrübt werden durch unangenehme Erfahrungen, die ich jetzt unter Euch machen müßte. Seid fleißig, aufmerkſam und gehorſam gegen mich und alle Eure andern Lehrer; ſeid verſichert und glaubt es mir, daß wir bei Allem, was wir Euch vorſchreiben und wozu wir Euch ermahnen, nur Euer Beſtes im Auge haben. Vor Allem aber vergeſſet Deſſen nicht, der von Seinem hohen Throne herab Sein Auge auf alle Menſchenkinder hinrichtet und der in Seinem Worte und Eurem Gewiſſen laut zu Euch ſpricht. Seid fromm und gottesfürchtig und hütet Euch auf allen Euren Wegen vor der Sünde, die der Leute Verderben iſt. Wenn Ihr ſo mir entgegen kommt in Gehorſam und Ver⸗ trauen, dann werde ich bald heimiſch werden unter Euch und mich in Eurer Mitte ſo glücklich fühlen, wie unter der Jugend des fernen Odenwaldes.—.
Das gebe Gott, in Deſſen Schutz ich Euch und mich, unſre ganze Anſtalt und Alle, die fuͤr das Wohl derſelben zu ſorgen haben, vertrauensvoll befehle. Möge Er Allem, was in dieſen Räumen gelehret und gelernet wird, die rechte Weihe und das Siegel Seines Geiſtes geben, damit es zur Ehre Seines hochheiligen Namens und zur Förderung Seines Reiches diene. Möge Er unter uns Lehrern den Geiſt des Friedens und der Eintracht, unter Euch Schülern den Geiſt regen Fleißes und ernſter Zucht, unter den Pflegern und Beſchützern der Schule den Geiſt aufrichtigen Wohlwollens und bereitwilliger Fürſorge auch fernerhin erhalten und vermehren. Dann wird dieſe Anſtalt je mehr und mehr ein Segen und eine Zierde unſerer Stadt ſein und es wer⸗ den Jünglinge aus ihr hervorgehen, die ihren Eltern zur Freude, ihrer Vaterſtadt zur Ehre, Gott im Himmel aber zum Wohlgefallen gereichen. Ja, dazu wolle Er, der treue Gott, Seinen Beiſtand geben, um Seiner ewigen Liebe willen. Amen!


