Die Feſtrede bei der 150. Wiederkehr des Geburtstages Heinrichs von Kleiſt am 18. 10. hielt Herr Dr. Pfeil. Sehr wirkungsvoll ließ er ſeine wertvollen Aus⸗ führungen durch Vortrag oder Vorleſen aus Werken des Dichters von Schülern der von ihm unterrichteten Klaſſen erläutern. Auch der Schülerchor und ein Trio trugen zum Gelingen der weihevollen Stunde bei.
Einen herben Verluſt erlitt die Schule am 16. November. Der Unterſekun⸗ daner Richard Storp machte ſeinem jungen Leben durch Erſchießen im Walde, nahe ſeiner Heimat Viermünden , ein Ende, nachdem er noch wenige Stunden vor⸗ her mit ſeinen Angehörigen den Bußtagsgottesdienſt beſucht hatte. Am nächſten Tage hielt Herr Studienrat Caſſelmann die Trauerandacht, am 19. ſtanden Lehrer und Schüler ergriffen am Grabe des hoffnungsvollen, beliebten, ſo früh Dahingeſchiedenen.
Beim Dezemberwandertag(13.) beſichtigten die Schüler der Ober⸗ und Unter⸗ tertia mit ihren Klaſſenleitern unter der unermüdlich frohen Führung von Herrn Dr. Rubbel eine geologiſch aufſchlußreiche Stelle in der Nähe des Frauenbergs bei Marburg und beſuchten dann noch das zoologiſche Inſtitut und die Eliſabethkirche.
Am 16. und 17. Dezember beſuchte Herr Oberſchulrat Dr. Deiters, der am 1. Oktober anſtelle von Herrn Oberſchulrat Prof. Dr. Zühlke das Dezernat über⸗ nommen hat, unſere Schule und wohnte dem Unterricht aller Lehrer in allen Klaſſen bei. Unter ſeinem Vorſitz fand am 16. eine Konferenz ſtatt.
Bei der gemeinſamen Weihnachtsfeier am 21. 12. verlas Herr Caſſelmann das Weihnachtsevangelium. Ein 3ſtimmig von den Untertertianern geſungenes Weihnachtslied(Lieb Nachtigali, wach auf!) und der von einem Teile des Geſamt⸗ chores(Tenor, Sopran, Alt) mit Begleitung von Orgel und 9 Geigen geſungene 23. Pſalm von der Kompoſition von Schütz machten die Feierſtunde zu einem tiefen Erlebnis.
Am 3. März wurden die erſten Abiturienten(ogl. S. 13) in öffentlicher Feier entlaſſen. Auf den von der Untertertia geſungenen Chor Mozarts„Brüder, reicht die Hand zum Bunde“ folgte die vom Geſamtchore geſungene Serenate von Schultz mit Solo(Dr. Pfeih) und Orcheſter, zu dem Herr Kapellmeiſter Herguth ein Mitglied ſeiner Kapelle(Herr Koch aus Frankenau , Cello) freundlich zur Ver⸗ fügung ſtellte und in dem der Vater eines unſerer Schüler(Herr Meyer, Contra⸗ baß) in liebenswürdiger Weiſe mitwirkte.
In ſeiner Abſchiedsrede ſprach der Direktor über den bindenden, befreienden und beglückenden Wert der Wiſſenſchaft für das Leben.
Das Mendelsſohn'ſche Comitat, von einem Doppelquartett geſungen, erklang als letztes Abſchiedslied für die erſten mit Reifezeugnis aus unſerem Kreiſe Schei⸗ denden.
Die am 27. und 28. 3. abgehaltene Aufnahmeprüfung für Untertertia beſtan⸗ den 23(7) Schüler, von denen 6(2) in der Frankenberger Volksſchule, 9(3) in der Privatſchule, 8(1) in auswärtigen Volksſchulen vorbereitet ſind.
Den letzten Wandertag am 28. 3. benutzte Herr Studienrat Meil, um die Schüler der Prima und Sekunda in die Gasanſtalt und eine Töpferwerkſtatt in Mar⸗ burg zu führen.
Am vorletzten Schultage gedachte Herr Dr. Pfeil der 400. Wiederkehr des Todestages Dürers in längerer Feſtrede.
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