führt, die Neueinrichtungen für Schüler-Arbeitsunterricht in den Abteilungen für Physik, Chemie, Biologie vervollständigt. Die Fahrradräume wurden erweitert, 70 neue Gestelle angeschafft.
6. Aus der Chronik auch S. 19 u. S. 23 f.)
Am 4. September 1928 besuchte Herr Dr. Burger, Direktor der Humboldtschule(Realgym- nasium I) zu Karlsruhe, unsere Anstalt, um sich über Erfahrungen mit den neuen Lehrplänen und mit den naturwissenschaftlichen Schülerübungen zu unterrichten.
Mit dem 1. Dezember 1928 übertrug das Provinzialschulkollegium zu Kassel das Dezernat über das Wöhler-Realgymnasium Herrn Oberschulrat Dr. Deiters. Herrn Präsidenten Dr. Karl Sondag, der unsere Anstalt bisher betreut hatte, bleiben wir für sein unserer Schule bewiesenes Wohlwollen zu Dank verpflichtet.
Unsere Rundfunkeinrichtung vermittelte den Schülern der Oberstufe die unvergeßliche Er- innerung an eine deutsche Tat, als am 1. November 1928 Dr. Eckener mit dem„Zeppelin“ von seiner Nordamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückkehrte und am 5. November Reichs- präsident von Hindenburg in Berlin dem Führer und der Besatzung des Luftschiffes den Dank des Volkes aussprach.
In dem strengen Nachwinter 1929 mußte der Unterricht zum Zweck von Ausbesserungen in der Heizanlage und wegen Kohlennot am 15. und 16. Februar und vom 27. Februar bis zum 3. März 1929 ausgesetzt werden.
Am 21. Januar 1929 starb im 80. Lebensjahre unser verehrter früherer Mitarbeiter, Herr August Morin, der von 1873—1919 an unserer Schule als erfolgreicher und beliebter Lehrer gewirkt und insbesondere die Musikpflege zu hoher Blüte gebracht hatte. Bei der Bestattungs- feier auf dem Hauptfriedhofe am 24. Januar wirkten Schülerchor und Schülerorchester mit, der Direktor widmete dem Dahingeschiedenen einen ehrenvollen Nachruf(s. Abdruck in der Wöhlerzeitung, Jahrgang 10, Februar 1929).
Einen weiteren Verlust hatten wir zu beklagen durch den Tod unseres hochgeschätzten ehe- maligen Amtsbruders, des Herrn Professors Emil Geußenhainer, der am 20. Mär⸗z 1929 in Göttingen, seinem Alterswohnsitze, im 75. Lebensjahre gestorben ist. Er war von 1884— 1910 bis zu seiner wegen Krankheit erfolgten vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand an unserem Realgymnasium tätig, ein tüchtiger Altphilologe und kenntnisreicher Geograph, der mit hingebender Pflichttreue und unverdrossener Lehrfreudigkeit seines Amtes als Jugend- bildner gewaltet hat(s. Nachruf in der Wöhlerzeitung, Jahrgang 10, April 1929).
Schulfeiern.
Bei der am 11. August 1928 in dem Festsaale der Schule abgehaltenen Verfassungsfeier sprach Herr Studienassessor Paul Probst über das Werk von Weimar in seiner Bedeutung für die Wiederaufrichtung des Reiches und würdigte Friedrich Ludwig Jahn als einen Vor- kämpfer des deutschen Einheitsgedankens.
Folge der Darbietungen:
1. Schülerorchester:„Chor der Friedensboten“ aus„Rienzi“ R. Wagner 2. Chor:„Und hörst Du das mächtige Klingen“.... H. Marschner 3. Gedichtvortrag:„Erneuter Schwur““ M. v. Schenkendorf (Oberprimaner Hermann Schimanski) Festrede. Gemeinsamer Gesang des Deutschlandliedes (Musikalische Leitung: Studienrat Heinrich Weigand.)
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