Jahrgang 
1928
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Dr. Walter Nagel, dem Herr Studienrat Max Meinig als Obmann des Wöhler-Real- gymnasiums zur Seite stand, rief in dankenswerter Weise eine bei planmäßigem Ausbau lebens- fähige und dem Schulwesen in jeder Hinsicht förderliche Zeitungsgemeinschaft höherer Schulvereine Groß-Frankfurts ins Leben. Jede der Schulvereinszeitungen wahrt nunmehr ihre Eigenart in einem vorausgehenden besonderen Teile der Zeitung, dem sich ein allen Vereinszeitungen gemeinsamer Teil anreiht.

Wir haben das Ableben mehrerer ehemaliger Schüler, die sich in enger Fühlung mit uns gehalten hatten, zu beklagen:

Am 4. April 1927 verschied in Frankfurt a. M. ein Mitbegründer des Wöhlerschulvereins, Herr Fabrikdirektor Carl Eduard Schneider, der sich als Förderer der deutschen Elektro- Wärme-Industrie einen Namen gemacht hatte.

Am 11. Juni 1927 starb, erst 32 Jahre alt, Herr Dr. rer. pol. Hans Paul Heyl an den späten Folgen seiner Teilnahme am Weltkriege, in dem er sich als Artillerieoffizier ausgezeichnet hatte. Im Juli 1927 verunglückte tödlich in Freiburg i. Br. Herr Fedor Schneider, Student der Chemie, Abiturient von Ostern 1925; er war die Hoffnung seiner Eltern und Lehrer, der erkorene Liebling seiner Kameraden.

Im Januar 1928 starb Herr Generalkonsul Paul H. wenthal, ein anhänglicher alter Wöhlerschüler.

Die Abiturienten des Jahres 1887 hielten auf Anregung des Herrn Fabrikdirektors Dr. Carl. Schleußner vierzig Jahre nach ihrem Abgang von der Wöhlerschule am 17. Oktober 1927 eine Wiedersehensfeier in Frankfurt a. M. ab, zu der sich zwanzig alte Schulkameraden zusammenfanden. Bei einem Festmahl im Palmengarten bewillkommte Herr Pfarrer Fr. Weber aus Langen die Jugendfreunde, die zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt waren, wie z. B. Herr Oberstudiendirektor Dr. Friedland aus Seesen i. Braunschweig und Herr Universitätsprofessor Dr. H. Weber aus Freiburg i. Br. gekommen waren. Die Grüße des Lehrkörpers des Wöhler-Realgymnasiums überbrachte der Direktor, im Namen des Wöhler- schulvereins feierte Herr Dr. Hanspach die Jubilare.

Einem Abiturienten von Herbst 1888, Herrn Dr. phil. Robert Haas, dem Leiter der Kraft- übertragungswerke Rheinfelden, wurde von der Technischen Hochschule zu Darmstadt die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Lei- stungen und besonderen Verdienste auf dem Gebiete der Elektrizitätswirtschaft.

Schulfeiern und Feste.

Bei der Verfassungsfeier im Festsaale der Schule am 11. August 1927 würdigte nach einer Darbietung des Schülerorchesters und nach dem Vortrag der Gedanken E. M. Arndts über Vaterland und Freiheit durch den Oberprimaner Walter Herrenbrück Herr Studien- assessor Carl Oster die Reichsverfassung und sprach dann über Alexander von Humboldt und dessen vorbildliches Wirken für das Deutschtum im Auslande. Am Nachmittag beteiligte sich das Wöhler-Realgymnasium außerdem an einem für die gesamte Schuljugend Groß-Frank- furts veranstalteten gemeinsamen Verfassungsfeste im Wald-Stadion; bei den turneri- schen Vorführungen in der Hauptkampfbahn(Freiübungen und Staffellauf) wirkten zahlreiche Schüler unserer Mittel- und Oberstufe mit.

Da der 80. Geburtstat des Herrn Reichspräsidenten(2. Oktober 1927) in die Herbstferien fiel, vereinigten wir uns bereits am 26. September zu einer Hindenbu rg-Feier. Die Ansprache hielt Herr Studienrat Dr. K. Hartte; das Schülerorchester spielte unter Leitung des Herrn Studienrates H. Weigand den ersten Satz aus der Eroica-Symphonie Beethovens, der Chor sangHeil unserm Volke, Heil! aus Beethovens Musik zu denRuinen von Athen. Am 18. Oktober 1927 gedachte die Schulgemeinde der 150. Wiederkehr des Geburtstages des Dichters Heinrich von Kleist. Herr Oberstudienrat Dr. M. Preitz zeichnete ein lebensvolles Charakterbild dieses von seinen Zeitgenossen noch nicht verstandenen Geistes- helden; Herr Studienrat H. Weigand umrahmte die Kleist-Gedächtnisfeier, indem er das

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