die Turnhalle mit einem schwedischen Ribbstol, einer Sprossenwand, ausgestattet, einem vor- züglichen Gerät für Haltungsübungen und Gesundheitsturnen.
Als künftige Aufgabe bleibt die Ergänzung und Erneuerung der Inneneinrichtung des Schul- gebäudes, sowie ein An- und Erweiterungsbau, der bereits vor dem Kriege beantragt war und neuerdings wieder von dem Kreisarzt und von dem Provinzialschulkollegium zu Kassel als dringlich bezeichnet worden ist.
6. Aus der Chronik.
Am 30. Juni 1927 gaben wir dem verehrten Senior unserer ehemaligen Amtsgenossen, dem am 25. Juni 1927 im gesegneten Alter von 86 Jahren verstorbenen Herrn Wilhelm Haase, einem der angesehensten Frankfurter Vorschullehrer, auf dem Hauptfriedhofe das letzte Ehrengeleite. Der Direktor und der Vorsitzende des Wöhlerschulvereins, Herr Fabrikant Viktor Bünte, würdigten in ihren Ansprachen am Grabe(s. Wöhler-Zeitung, August 1927, Nr. 6, S. 1 und 2) die Lebensarbeit dieses begnadeten Jugenderziehers. In den Dienst der Wöhlerschule war er im Frühjahr 1873 getreten, Ostern 1906 hatte er sich in den Ruhestand zu- rückgezogen; im August 1914 stellte er sich als kriegsfreiwilliger Lehrer wieder zur Verfügung und betreute aufs neue, von seinem 73. bis zu seinem 77. Lebensjahre, mit seltener Geistesfrische und mit vorbildlicher Gewissenhaftigkeit den beweglichen Nachwuchs unserer Vorschule.
In der Frühe des 16. September 1927 erlag unser hochgeschätzter Amtsbruder, Herr Studienrat Professor Heinrich Becker, einem Herzschlag. Die überraschende Nachricht von diesem jJähen und herben Verluste versetzte die Schulgemeinde in tiefe Trauer, die bei dem Begräbnis auf dem Hauptfriedhofe am 20. September zu beredtem Ausdruck kam. Der Direktor brachte seinem langjährigen Mitarbeiter, der sich als gediegener Neuphilologe insbesondere um die erste Durchführung des Frankfurter Sonderlehrplans für den französischen und englischen Unterricht des Reform-Realgymnasiums anerkannte Verdienste erworben, den Abschiedsgruß des Lehrkörpers, dem der Verstorbene seit Herbst 1888 angehört hatte. Für den Elternbeirat sprach Herr Erster Staatsanwalt Theodor Floret, für den Wöhlerschulverein Herr Rechtsanwalt Dr. Robert Rosenburg, für den Philologenverein Herr Studiendirektor Dr. Schramm, im Namen der dankbaren Schülerschaft der Oberprimaner Hans Hoffmann(s. Bericht in der Wöhler- Zeitung, November 1927, Heft 9, S. 2).
Mit dem Ablauf des Sommerhalbjahres trat Herr Präsident Dr. Hans Borbein, seit Oktober 1919 Dezernent unserer Schule im Provinzialschulkollegium zu Kassel, in den Ruhestand. Wir bleiben diesem wohlwollenden, geistvollen Berater, den vielseitige Erfahrung, Sachkunde und Gerechtigkeit auszeichneten, zu Dank verpflichtet für reiche Förderung, die das Wöhler- Realgymnasium in den für Unterricht und Erziehung sowie für die dienstlichen Verhältnisse des Philologenstandes besonders wandlungsreichen und kritischen Nachkriegsjahren von ihm erfahren durfte. Sein Nachfolger, Herr Präsident Dr. Karl Sondag, besuchte am 11. Novem- ber 1927 den Unterricht.
Zu Beginn des neuen Jahres schied Herr Stadtrat Willy Meckbach aus seiner Amtstätigkeit als städtischer Dezernent des Frankfurter höheren Schulwesens, das er seit 1920 als Vorsitzender des Schulausschusses unter den schwierigsten Zeitverhältnissen geleitet hatte. Dankbar erinnern wir uns der Fürsorge, die seine feinsinnige Persönlichkeit auch unserer Schule im Rahmen der durch vorgeschriebene Sparpolitik eingeschränkten Möglichkeiten hat angedeihen lassen. An seiner Stelle trat Herr Stadtrat Dr. Rudolf Keller an die Spitze des städtischen Schulwesens.
Die von dem rührigen Wöhlerschulverein seit Jahresfrist monatlich herausgegebene „Wöhler-Zeitung“ fand Anklang und große Verbreitung auch unter den zahlreichen im Ausland tätigen früheren Schülern. Ihr Hauptschriftleiter, unser ehemaliger Abiturient Herr
28


