werkstätten. In längerem Vortrag hat Herr Direktor Spornhauer die Schüler über die Eigenart seiner Anstalt aufgeklärt und ihnen zum Schluß Gelegenheit gegeben zur Erörterung von Fragen, die sich für sie bei der Besichtigung der Anstalt ergeben hatten. Aus späteren Besprechungen haben die begleitenden Lehrer gesehen, einen wie tiefen Eindruck der Besuch der Anstalt auf die Schüler gemacht hat.“ Wir möchten nicht verfehlen, Herrn Direktor Spornhauer sowie Herrn Kirchenrat D. Lueken an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank für alle Mühe auszusprechen, die sie gehabt haben. Der hohe erzieherische Wert dieser Besichtigung läßt uns zugleich die Bitte aussprechen, daß wir zu anderer Zeit mit anderen Klassen die Anstalt wieder besuchen dürfen.
Zu bürgerkundlicher Belehrung besuchte Herr Studienrat Tenter im Dezember mit den Schülern der Unterprima b eine Schöffengerichtssitzu ng.
Im März besuchten die Obersekunden unter Führung der Herren Studienräte Dr. Hirsch und Völkel die Ausstellung mittelalterlicher Buchmalerei im Kunstgewerbemuseum. Herr Studienrat Dr. Hartte zeigte in vier Einzelführungen während des Monats März 1928 den Klassen
Quarta die Gemälde im Kreuzgang und Refektorium des Karmeliterklosters, die Saalhof- kapelle und bemerkenswerte Häuser am Römerberg;
Untertertia a, gemeinsam mit Herrn Kaplan Stähler, Karmeliterkloster, St. Leonhardskirche und Saalhofkapelle;
Untersekunda a die St. Leonhardskirche, Saalhofkapelle und das„Asyl für Obdachlose“ in der Fronhofstraße;
Obersekunda a die Saalhofkapelle und das„Asyl für Obdachlose“, wobei die Hauseltern dieser Anstalt jedesmal besonders interessante und belehrende Aufschlüsse zu geben wußten.
Im Anschluß an den Geschichtsunterricht führte Herr Studienrat Dr. Ritter die Schüler der Untertertia a an zwei Tagen durch die Altstadt.
Die Musikausstellung wurde im Laufe des Sommerhalbjahres von allen Klassen der Ober- und Mittelstufe besucht.
Herr Studienrat Dr. Protz besuchte mit der Obersekunda a im Sommer bei einem Ausflug nach Wetzlar die optischen Werke von Leitz, im Februar 1928 besichtigte er das Frankfurter Elektrizitätswerk, im März das Selbstanschlußamt Carolus.
Der„Physikalische Verein“, das„Freie Deutsche Hochstift“, der„Deutsche Sprachverein“ gewährten Primanern und Sekundanern Zutritt zu Vorlesungen und Vorträgen.
13. Gesundheitsfürsorge.
Als Schularzt nahm sich Herr Dr. med. Karl Lehmann unserer Zöglinge an. Am 28. Februar 1928 hielt er für die Abiturienten den ärztlichen Entlassungsvortrag. Im No- vember und Dezember 1927 untersuchte der Schulzahnarzt Herr Dr. Friedrich Deisner sämtliche Schüler und verwies sie nötigenfalls an die Städtische Schulzahnklinik oder an das zahnärztliche Universitätsinstitut der Stiftung Carolinum. Die Städtische Schul- behörde ließ einen orthopädischen Turnkursus und einen Stotter-Heilkursus ab- halten; von dieser unentgeltlichen Einrichtung machten je zwei Schüler Gebrauch. Das Städtische Jugendamt vermittelte sechs Schülern einen Erholungsaufenthalt von je 6 Wochen(2 Schüler waren in Lentzerhof in Holstein, je einer in Bad Wildungen, in Wiek auf der Insel Rügen, in Weilmünster, in Vielbach im Westerwald).
14. Theaterbesuch.
Die Städtischen Bühnen gewährten unseren Schülern eine begrenzte Anzahlermäßig- ter Eintrittskarten(RM. 2.80 für die Oper, RM. 1.65 für das Schauspielhaus) zu einigen Vorstellungen in jeder Woche. Die Karten wurden eifrig begehrt. Ein von der Städtischen Schulbehörde zur Verfügung gestellter Betrag ermöglichte auch weniger bemittelten Schülern
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