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stalteten Schüler der Vorschule und der Unter- und Mittelklassen der Hauptschule unter der Leitung zweier Kollegen einen„Bunten Abend“ mit„Bildern aus der Weihnachtszeit und dem Märchenreich“, aus„Dem Vaterland und dem Weltkrieg“ und dem„Kommenden Frühling“ Diese künstlerischen Versuche boten Schülern, Lehrern und Freunden unserer Schule reine und erhebende Genüsse, brachten den Aufführenden reichlichen Beifall und unserer Kriegskasse nahezu 1200 ℳ ein.
Als findige Leute bewährten sich die Schüler der andern Obertertia, indem sie eine „Kriegsausstellung“ aufmachten und deren Ertrag(125 ℳ) für die Hinterbliebenen der mit dem Kreuzer„Emden“ Untergegangenen an das Marineamt einsandten. Selbst ein auf den Schulhof verirrter Freund Reineke wurde überlistet und zum Ausstellungsobjekt gepreßt, und bis nach St. Quentin drang der Ruhm unsrer Fuchsausstellung(Ertrag: 13 ℳ!).— Aber auch an der unmittelbarsten Mitarbeit bei der Beschaffung von Liebesgaben und bei anderen Zweigen der Kriegsfürsorge ließen es Lehrer und Schüler nicht fehlen. Wenn es galt, wollene Unter- kleider für das Frankfurter Landsturmbataillon bei St. Quentin oder für ein bayrisches Land- wehrregiment oder für das Ersatzbataillon des 81. Regiments in der Festhalle oder für das große Lazarett von St. Avold oder für das Feldlazarett Nr. 88 bei Ypern zu beschaffen: überall vereinigten sich Lehrer und Schüler und sorgten, daß neben der Wolle auch Zigarren, Schokolade, Lesestoff und Musikinstrumente nicht fehlten. Und nach der Zentralstelle für Liebesgaben in Berlin konnten wir um Weihnachten ℳ 400, nach Ostpreußen durchs Rote Kreuz ℳ 330 und 325, nach dem Lazarett von Ciechozineck in russisch Polen ℳ 300, endlich nach Staden(Belgien) ℳ 100 im Monat Februar einsenden. Die Sammlung für die Beschaffung von Sanitätshunden ergab innerhalb dreier Wochen die Summe von 320 ℳ 90 F. Die Gesamt- summe des von Lehrernä) und Schülern gesammelten Betrags erreicht mit der Sammlung für die Frankfurter Kinderhorte(300 ℳ) rund die Summe von 6000 ℳ.
Endlich haben sich unsere Schüler auch bereitwillig in den Dienst andersartiger gemein- nütziger Tätigkeiten gestellt: einige haben an Erntearbeiten, mehrere am Gemüsebau, ganze Klassen an der Bedienung Verwundeter auf den Bahnhöfen(Süd-Personen- und Güterbahn- hof) teilgenommen. In den letzten Tagen haben sie an Altmetall nicht weniger als 35 Stoß- karren voll gesammelt.
So gerne unsere Jugend an all diesen Werken der Not und der Liebe, die uns der Krieg nahelegte und vielfach aufzwang, sich beteiligte, so hat das Kriegsjahr der Schule, Lehrern und Schülern, ihre Hauptaufgabe eines planmäßigen, ungestörten, zusammenhängenden und zielsicheren Unterrichts doch in ganz außerordentlichem Maße erschwert. Auch die andere, mit dem Unterrichte Hand in Hand gehende Aufgabe der Erzichung begegnete nicht wenigen Störungen, und eine Reihe von Entgleisungen einzelner Schüler nötigte das Lehrerkollegium, die Zügel der Disziplin immer wieder straffer anzuziehen und in einzelnen Fällen schwere Strafen zu verhängen. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten.
Außer den beiden auf dem Felde der Ehre im Westen und im Osten erfolgten Todes- fällen, hat das Wöhlerrealgymnasium noch vier weitere Verluste zu beklagen. Am 3. Juli V. J. Starb nae langjähriger Mitarbeiter Professor Dr. Ferd. Richters in seinem 66. Lebens- jahre. Am 1. April 1899 hatte er durch Krankheit genötigt, sein Lehramt aufgeben müssen, in dem er ur Forscher und Lehrer so Hervorragendes geleistet hatte. Auch im Ruhestand war er im Dienste der Wissenschaft unermüdlich tätig geblieben und hatte sich des Glücks seiner Kinder und Enkel erfreuen dürfen. Sein Name wird bei allen, die Zeugen seiner Lehrtätigkeit waren und seine Forschungen auf dem Gebiete der Fauna der Mosrasen und der prähistorischen nordischen Werkzeuge kennen lernten, einen guten Klang behalten.
Sonntag, den 29. November starb nach schwerer Erkrankung der Untersekundaner Hermann Römer, 17 Jahre alt, ein lieber, treuer Jüngling, der schwere Kämpfe der körper- lichen und geistigen Entwicklung, wie es schien, nun endlich siegreich durchgefochten hatte. Die
*) Abgesehen von deren freiwilliger Selbstbesteuerung zugunsten des Roten Kreuzes am 1. Obtober 1914.


