Jahrgang 
1914
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34 musik gewidmete, bei seinem Kunstsinn erfolgreiche Tätigkeit an unserer Anstalt zurück- plicken durfte. Die Reihenfolge der wirkungsvollen Vorträge des Festkonzertes schilderte Deutsche Not,Deutsches Ringen,Deutsche Sehnsucht und ihre Erfüllung.

Zur Kaisersgeburtstagsfeier vereinigten sich die Vorschule sowie die Sexten und Quinten bereits am 26. Januar zu einer Vorfeier; Herr Georg Horn erzählte aus den Jugendtagen unseres Kaisers, wobei er den für das Alter seiner Zuhörer passenden Ton glücklich zu treffen wußte. Bei der Hauptfeier am 27. Januar hielt nach Vorträgen der Schüler aus Paul Heyses SchauspielColberg Herr Oberlehrer Otto Schreiner die Fest- rede überGneisenau, dessen Charakterbild in der lebenswahren Schilderung des Redners die Jugend zur Nacheiferung in den Tugenden eines rechten und echten deutschen Mannes anspornte.

Durch die Willy Schacht-Stiftung wurden die Unterprimaner Otto Haltmeyer und Konrad Steuernagel zu Weihnachten mit wertvollen wissenschaftlichen Werken aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gebiet beschenkt. Den Walter Amberger- Preis erhielten die Unterprimaner Fritz Amberger und Eugen Klinge. Die Zinsen der Helmut Huck-Stiftung kamen der Bereicherung der physikalischen Sammlung zugute.

Für eine gütige Zuwendung von 500 zugunsten unseres Schillerfonds fühlen wir uns Herrn Wilhelm de Neufville-von Guaita zu besonderem Danke verpflichtet.

Zu den geselligen Abenden, den unterhaltenden und belehrenden Veranstaltungen des Wöhlerschulvereins waren die Schüler der Oberklassen eingeladen; im Frühjahr 1913 leitete Herr Oberingenieur Dahlheim eine Führung durch den Osthafen, am 25. November hielt Herr Pfarrer Weber aus Langen einen Vortrag über dieBedeutung der Seemacht, im Februar 1914 zeigte Herr Direktor Schneider die Fabrikanlage der Prometheus-Gesell- schaft. Den genannten Herren, unseren ehemaligen Schülern, gebührt herzlicher Dank. Der von dem verdienten Vorsitzenden Herrn Fabrikdirektor Dr. C. Schleußner 1912 zum Ansporn anderer Generationen ins Leben gerufene Jubiläumsfonds der Abiturienten des Jahr- gangs 1887 konnte im letzten Jahre planmäßig ausgestaltet werden. Für die bei Gelegenheit unseres Herbstfestes und zur Stärkung des Schillerfonds zur Verfügung gestellten Geldmittel sei auch an dieser Stelle im Namen unserer Schüler bester Dank ausgesprochen.

Einige Mitteilungen an die Eltern oder ihre Stellvertreter.

1. Uber die Aufgabe und die Berechtigungen des Real-Gymnasiums:

Nach dem Allerhöchsten Erlasse vom 26. November 1900 ist das Real-Gymnasium in der

Erziehung zur allgemeinen Geistesbildung als gleichwertig mit dem Gymnasium anzusehen.

a) Die Real-Gymnasien haben wie die Gymnasien die Aufgabe, die männliche

Jugend zu einer höheren allgemeinen Bildung zu führen, und haben mit ihnen

alle Lehrgegenstände gemeinsam außer dem Griechischen, dessen literarische

Meisterwerke in guten deutschen UÜbertragungen zum Verständnis der Schüler

gebracht werden. Das Latein treiben sie in etwas geringerem Umfange als

jene, in größerem Französisch und Englisch, Naturwissenschaften und Ma- thematik.

b) Das Reifezeugnis berechtigt zu sämtlichen Studien(mit vorläufiger Ausnahme der Theologie) an Universitäten, technischen Hochschulen, Berg- und Forst- Akademien und zu den einschlägigen Staatsprüfungen, zur Offizierslauf- bahn im Heer und auf der Flotte ohne vorausgegangene Fähnrichs- oder See- kadettenprüfung, zur höheren Beamtenlaufbahn im Post- und Telegraphen- Eisenbahn-, Bank-, Zoll- und Steuerwesen.

c) Es wird erwartet, daß die einem Realgymnasium zugeführten Schüler dessen Lehrgang bis ans Ende durchlaufen, da die Ausbildung der aus den mittleren Klassen austretenden Zöglinge eine unfertige ist.