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wenn sie mit Gewalt und unter Gefährdung der Gesundheit weiter getrieben werden. Damit in der Bekämpfung des Luxus endlich ein Fortschritt erzielt wird, regte er an, daß die Eltern möglicht vieler Schülerinnen sich verpflichteten, Kindergesellschaften einfach zu gestalten und vor allem an die Gäste keine Geschenke auszuteilen. An die einleitenden Worte des Direktors knüpfte sich eine lebhafte Erörterung, die eine fast vollkommene Ubereinstimmung mit den vorgetragenen Gedanken ergab. Besonders wertvoll war der von dem Vater einer Schülerin gemachte Vorschlag, die Eltern möchten mit den Kindern gemeinsam gute Bücher lesen; auf diese Weise bilde man ihren Ge- schmack am besten.
Nach Schluß der allgemeinen Besprechung blieben die Eltern zu unserer Freude noch eine Zeitlang bei uns, um sich bei einer Tasse Tee untereinander und mit den Lehrern ihrer Töchter gemütlich zu unterhalten.
Am 27. Februar fand unter der Leitung des Herrn Sonntag im Festsaal ein Konzert statt, bei dem aus den obersten Klassen ausgewählte Sängerinnen und ein Schülerinnen-Orchester mitwirkten..
Die Reihe der vaterländischen Gedenkfeiern dieses Jahres wurde am 10. März qurch die festliche Begehung des Tages eingeleitet, an dem vor húndert Jahren das Eiserne Kreuz gestiftet worden war. Eine Schülerin der II. Klasse, Gertrud Schwarz, hielt die Festrede.
Miß Jacks unterrichtete vier Kurse in Kalisthenics.
Mit dem Schluß des Schuljahres scheidet die technische Lehrerin Fräulein Elisabeth Keßler aus ihrer Berufstätigkeit. Seit dem 1. April 1887 hat sie ihre Arbeit unserer Schule und zugleich der Sophienschule gewidmet. Mit großer Treue hat sie ihres Amtes gewaltet. Zu den Schülerinnen stand sie wie eine mütterliche Freundin und war ihnen durch ihr anspruchsloses Wesen und durch ihre treue Pflichterfüllung ein unschätzbares Vorbild. Wir werden ihrer stets in Freundschaft gedenken. Möge ihr die wohlverdiente Ruhe gut tun und ihr in dem freundlichen Fulda noch ein schöner, heiterer Lebensabend beschieden sein!
Auch das älteste Mitglied des Kollegiums, Herr Professor Krämer, wird seinen Unterricht nicht wieder aufnehmen. Nachdem es eine Zeitlang zu unserer Freude den Anschein gehabt hatte, als ob seine Gesundheit sich dauernd gekräftigt hätte, erkrankte er im Juni an einer heftigen Lungenentzündung. Wenn diese auch bald beboben wurde, so hatte sich doch gezeigt, daß der Körper nicht mehr widerstandsfähig genug war, um den schweren Anforderungen des Dienstes auf die Dauer gewachsen zu sein; und auf den dringenden Rat seines Arztes fabte Herr Professor Krämer den Entschluß, um seine Pensionierung einzukommen. Dieser Entschluß ist ihm nicht leicht geworden. Mit ganzem Herzen hing er an seiner Arbeit und an der Schule, der er vom 1. April 1882 an seine ganze Kraft gewidmet hat. Sein Name wird auf die Dauer mit der Viktoriaschule verknüpft sein. Ein Geschlecht von Schülerinnen nach dem andern hat er in die Kenntnis der fremden Sprache eingeführt, auch er ihnen allen ein Vorbild selbstverständlicher Pflichterfüllung, der auch das Kleinste nicht unwichtig ist, und zu- gleich ein freundlicher, verständnisvoller Berater. Uns, seinen Amtsgenossen, war er ein treuer Freund, der von den Pflichten der Kollegialität hoch dachte und stets bereit war,


