Jahrgang 
1911
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viel; mehr darfst du dazu nicht verwenden. Die Schülerinnen werden bald merken, wieviel Zeit sie sich sparen können, und werden schließlich einen Sport daraus machen immer schneller arbeiten zu lernen.

Natürlich ist die Hilfe bei der Arbeit die beste, die bewirkt, daß sie selbst überflüssig wird. Nur die Hilfe verdient ihren Namen, welche die Kinder das ver- stehen lehrt, was sie in der Schule nicht verstanden haben, nicht die, deren Ziel ist, daß die Arbeitfertig wird. Wer mit der Schülerin so arbeitet, daß er selbst die Hauptsache tut und sie nur das auswendig lernen oder hinschreiben läßt, was man ihr vorsagt oder diktiert, der schadet nur. Der Hauptschaden ist nicht einmal der, daß die Schülerin in dem einzelnen Fall nicht gefördert wird, sondern sie wird in viel schlimmerer Weise geschädigt: es wird in ihr die Vorstellung groß gezogen, als käme es bei der Arbeit in erster Linie darauf an, daß sie von den Lehrern gut zensiert wird,

nicht daß sie etwas dabei lernt. Die weitere Folge davon ist dann, und leider haben wir das oft erfahren müssen, daß sie sich gegebenfalls eine solche unnütze Hilfe auch

bei ihren Mitschülerinnen holt, indem sie deren Arbeiten abschreibt und sich selbst und ihre Lehrer hinter das Licht führt. Man erziehe die Kinder zur Selbständigkeit; falls aber eine Arbeit einer Schülerin zu schwer wird, als daß sie sie selbst machen könnte, oder falls ihr die Zeit dazu fehlt, so habe man doch so viel Vertrauen zu der Schule, daß man das dem betreffenden Lehrer mitteilt. Das Kind kann nicht zur Wahrhaftigkeit erzogen werden, wenn man es eine Arbeit abliefern läßt, die zum Teil nicht eigenes Werk ist. 4

Die äußeren Einrichtungen der Schule entsprechen völlig den in den Bestim- mungen von 1908 enthaltenen Forderungen. Leider können nur die dort empfohlenen physikalischen Arbeiten von den Schülerinnen nicht ausgeführt werden, da zwar Physik- und Apparatenzimmer, aber kein physikalischer Arbeitsraum vorhanden ist.