Jahrgang 
1935
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3. Deutſche Aufſätze der Unterſekunda Schuljahr 1934⸗35 1. Wie ich den erſten Mai erlebte(H. A.). 2. Schillers Maria Stuart I, 6, eine Szene der Aeberraſchungen

(Kl. A.). 3. Rahmenthema: Ein Ferienerlebnis; a) Eine

Fahrt in den Taunus, b) Eine Radtour nach Kaſſel, c) Eine Radtour nach München, d) Ein Tag in dem Zelt⸗ lager auf der Billtalhöhe, e) Eine Morgenwanderung auf den Gleiberg, f) Der Aufmarſch der Hunderttauſend, g) Meine erſten Eindrücke von Frankfurt a. M.(H. A.). 4. a) Der Plan und der Verlauf der Schlacht bei Fehr⸗ bellin(nach KleiſtsPrinz von Homburg, 1. und 2. Alt). b) Was Hindenburg in ſeinen Lebenserinnerungen von ſeinen Kriegserlebniſſen im Feldzug 1870/71 erzählt(Kl. A.). 5. a) Anſere Fahrt in den Rheingau, b) Stadt und Land, Hand in Hand, c) Deutſches Brot auf eigener Scholle (H. A.). 6. a) Wie kommt es in HauptmannsWebern zum Aufſtand? b) Viereinhalb Wochen im Krankenhaus (H. A.). 7. Deutſcher Seemannsgeiſt im Weltkrieg; a) Der Kampf und der heldenmütige Antergang des deutſchen oſtaſiatiſchen Kreuzergeſchwaders unter dem Grafen Spee, b) Die Kämpfe des deutſchen Nordſeegeſchwaders und ſein Sieg beim Skagerak(Kl. A.).

4. Lektüreplan der Unterſekunda

Deutſch: Schiller, Maria Stuart. Hans Grimm, Volk ohne Raum. Guſtav Frenſſen, Peter Moors Fahrt nach Südweſt. H. v. Kleiſt, Prinz von Homburg. P. v. Hindenburg, Mein Leben. Gerhart Hauptmann, Die Weber. Gottfried Keller, Das Fähnlein der 7 Auf⸗ rechten. Annette v. Droſte⸗Hülshoff, Die Judenbuche. Theodor Storm, Der Schimmelreiter. Shakeſpeare, Julius Cäſar(beſonders die Führerperſönlichkeit Cäſars, Ver⸗ gleich mit Mommſen und Jeluſich). Proben aus Dich⸗ tungen des Weltkrieges. Gedichte von Schiller und Goethe, beſonders Schillers Glocke. Die Perſönlichkeit Schillers, ſein Lebenskampf, beſonders das Heldiſche in ihm. Proben aus dem Schrifttum des Nationalſozialismus.

Latein: Caeſar, Bellum Gallicum IVVII. Ovid, Metamorphoſen, ausgewählte Stücke.

Griechiſch: Xenophon, Anabaſis, I. wahl.

Franzöſiſch: André Theuriot, Quatre légendes.

Buch, Aus⸗

Anatole France, Alexander Dumas. H. de Balzac, El Verdugo.

Engliſch: Cliffe⸗Olbrich, Lidelights on modern England.

5. Die Aufgaben der Abſchlußprüfung

Deutſch: Nach Wahl: 1. Warum ſcheitert Hauke Haien als Führer?(Nach Theodor Storms NovelleDer Schimmelreiter.) 2. Warum erſtrebt Frankreich mit allen Mitteln trotz des Verſailler Vertrags den Sicherheitspakt? 3. Die Außenpolitik des faſziſtiſchen Italiens unter dem Geſichtspunkt der Geopolitik.

Latein: Aeberſetzung aus dem Deutſchen ins La⸗ teiniſche.

Griechiſch: Aeberſetzung aus dem Deutſchen ins Griechiſche.

Franzöſiſch: Le fermier.(Nacherzählung).

Engliſch: An Aeroplane Working with the In⸗ fantry.

Mathematik:

1. VX- VB

2. 20 Meter von dem Ufer eines Fluſſes entfernt, ſteht ein 15 Meter hoher Turm. Berechne die Flußbreite, wenn ſie von der Spitze des Turmes aus unter einem Winkel von 120 erſcheint.

3. Das ſpezifiſche Gewicht von Stahl iſt 7,95. Wieviel Kilogramm wiegt eine Stahlplatte, die 0,75 Meter breit, 2,95 Meter lang und 29 Millimeter dick iſt?

6. Werkunterricht

Die Buchbinderei unter Leitung von Oberſchullehrer Diehl wurde fortgeſetzt.

Anſere Schreinerei, Metallarbeitswerkſtätte und Druckerei ſchlafen noch immer wohlverwahrt den Dorn⸗ röschenſchlaf und warten auf beſſere Zeiten, in denen wieder Lehrkräfte zur Verfügung geſtellt werden können.

7. Linearzeichnen

Für die Anterſekunda fand während des Sommer⸗ halbjahres wöchentlich ein zweiſtündiger Lehrkurſus für Linearzeichnen ſtatt.

8. Vererbungslehre und Raſſenkunde

Die im Sommer für Linearzeichnen verwandten zwei Stunden, ſowie noch eine Phyſikſtunde wurden während des Winterhalbjahres für Vererbungslehre und Raſſen⸗ kunde verwandt.

9. Sport und Spiel

1. Das deutſche Jugendfeſt aller Frankfurter Schulen wurde am 14. Juli 1934 durchgeführt. Es nah⸗ men daran teil 124 Schüler, von denen 11 ſiegreich waren.

2. Bei dem Sportfeſt der Frankfurter Schulen am 20. September 1934 errangen in den leichtathletiſchen Wettkämpfen? Schüler einen Sieg.

3. Im Winterhalbjahr 1934/35 wurde die U II im Schießen mit einem Luftgewehr, das vom Schulamt geliefert wurde, durch Oberſchullehrer Weeber unterrichtet. Wöchentlich eine Stunde wurde zur Einführung in die Schießlehre und praktiſche Anwendung der verſchiedenen Anſchlagsarten verwandt. Bei einem Wettſchießen zwiſchen unſerer U II und der U II des Leſſing⸗Gymnaſiums wurden beachtliche Erfolge erzielt. Die Schüler ſind ſo weit ge⸗ fördert, daß ſie auch das Kleinkalibergewehr handhaben können.

4. An dem Pflichtſchwimmen nahmen 24 Schü⸗ ler der V teil, die alle Freiſchwimmer wurden.

10. Staatsjugendtag.

Unter dem 30. Juli 1934 erſchien die Verfügung des Herrn Reichsminiſters für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volks⸗ bildung, betr. den Staatsjugendtag, der vom erſten Sonn⸗ abend nach den Sommerferien eingerichtet wurde.

Entſprechend dieſem Erlaſſe wurde ein erſter Lehr⸗ plan für die Ausgeſtaltung des national⸗politiſchen Anter⸗ richtes für die Schüler, die nicht dem Jungvolk angehören, in der Konfſerenz vom 22. 8. 1934 beſprochen und ausgearbeitet. Den inzwiſchen verbeſſerten Lehrplan füge ich bei.

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