3.
Gräfin Mathilde von Hoensbroech an Abt Ephrem.
Hochwürdigster Herr Abt!
Es macht uns natürlich immer große Freude, wenn
Sie durch einen Brief ein Lebenszeichen von sich und eine Erinnerung an uns bekunden, und doch erregen Ihre sonst so lieben Briefe immer Kummer und Be
trübnis in unseren Herzen! Endlich, endlich hoffen wir Sie würden von einem näckigen Geister berichten und dieselben Klagen, dieselbe Widerspenstigkeit! Ich kann
immer, Umschwung der hart-
können, immer noch Ihnen zwar nicht beschreiben, wie sehr mein Mann und ich darunter leiden und oft
wenn
wie wir abends Lanz be-
schlechten Blätter uns wieder neue Lobreden auf den deutschen Episkopat und die deutsche Wissenschaft gebracht und die guten
kümmert ins Bett gehen, die
in chweigen über den Fortgang des Konzils hüllen.
eitungen, deren es wenige gibt, sich trauriges
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Wir fühlen tief die Mißachtung des hl. Geistes und hl. Mut bewahren, alles
obschon wir den
daß zur großen Verherrlichung der hl. Kirche enden wird.
die Kränkung des Vaters,
und das Vertrauen endlich doch
Trauriger wie andere sind wir gerade auch deshalb wohl, weil wir eben„Deutsche“ sind und weil wir fürch- ten, daß ein Name eine ganz besondere Rolle in der steht
achten
Opposition spielt, der uns noch näher als die
anderen. Wir wollen Ihre Diskretion zwar und respektieren, hochwürdigster Herr Abt, aber ich möchte doch zu gerne mal wissen, ob der Bischof Ketteler Lan- besonders an die Spitze dieser traurigen Opposition getreten ist?? Wir lasen in den Zeitungen von 5 Bro- schüren und einer 4., die in Solothurn erschienen und dem Bischof Ketteler zugeschrieben wird. Letztere scheint besonders gefährlich und gehässig wir
fürchten, darin eine Uebereinstimmung mit Ihren Nach-
zu sein, und richten über diese unseligen Broschüren in Ihrem Briefe an Antonia zu finden. Wenn Sie dürfen, dann schreiben Sie mal etwas bestimmter, achten und ehren Ihre Diskretion haben, müßten, um uns zu antworten.
doch aber, wie gesagt, wir
und wollen garnicht derselben heraustreten Die Stimmung
gefragt wenn Sie aus und die Stellung der verschiedenen Darteien hier im Lande ist auch ziemlich schroff. Gott sei Dank sind wir hier im Hause und mit unseren nächsten und liebsten Ver Unsere Geistlichkeit
der Darteistellung ist. Wie
wissen
wandten und Bekannten alle eins. ist sehr vorsichtig, was ihnen bei ihrer Bischöfe kaum zu verdenken erwählter Bischof Brinkmann denkt, wenigstens nicht. Ich fürchte, er gehört auch etwas zu die Konflikte fürchten.
unser nell-
wir hier
den Vorsichtigen,
Hoffentlich kommt er aber nicht mehr dazu, seine Stimme als Bischof in Rom abgeben zu müssen; Konzil müßte sich sonst noch mehr in die Länge ziehen. Gestern soll nach den Zeitungen eine öffentliche Sitzung gewesen sein, und danach hoffentlich die Vorlage über die Infallibilität. Unendlich rührend haben wir das Postulatum für die Juden gefunden.
Von Ihrer Schwester soll ich viele Grüße ausrichten und daß sie hoffe, Ihr nächster Brief würde Erfreu-
das
kommt
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licheres mitteilen können. Ihre Gesundheit nimmt doch eigentlich ab. Sie hat einen abscheulichen Husten und dann und wann inneren Blutauswurf. Sie selbst glaubt auch, daß es Auszehrung wird, obschon der Arzt ihre Lunge noch immer gesund finden will.
Wir übrigen sind, Gott sei Dank, alle wohl, augenblicklich sind die beiden Söhne Wilhelm und Paul . unberührt
und bei uns. Ersterer scheint einstweilen noch von der Verderbnis des Studentenlebens. Bitte, beten Sie für ihn!
Und damit für heute mit
Dieul Mein Mann und alle Hände.
* d
Kinder küssen Ihnen mir die lieben
Mit der innigsten Verehrung Ihre ergebene Mathilde von Hoensbrocch. Haag, den 25. April 1870.
4.
Gräfin Mathilde von Hoensbroech an Abt Ephrem.
Haag, den 8. Mai 1870.
Hochwi. ii Wir
zu danken, von
gster Herr Abt!
haben
5
der zweite
Briefe
lach-
wieder für liebe interessante
denen wegen seiner
richten über die ersehnte Vorlage uns sehr erfreute.
Ihr letzter Brief enthält Nachrichten über die Verfasser und Inhalt der Es geht uns eben
den Broschüren, die sehr betrübend
sind. Ihnen; wir können und
a11
aber
wie
Lenannten
noch nicht dabei Es unbegreiflich bleibt uns die Stellung der Minorität. Ich
habe früher wenigstens von einem von ihnen den per-
wollen einstweilen an
e Namen glauben. mag nun sein, wie es will,
sönlichen Glauben an die Infallibilität aussprechen hören, und die Opportunitätsfrage scheint mir jetzt doch über- haupt gar nicht mehr zu existieren. Ich urteile so ungern über Bischöfe, aber unbegreiflich sind sie für mich.
die Antwort An tonellis auf die Dahnsche Note. Sie hat uns ganz unge- erfreut
Gestern lasen wir im Univers
mein und scheint uns ein Meisterstück in der Diplomatie auf dem Gebiete der ewigen Wahrheit. Wenn die Welt ihr zum Heil gereicht und wo der Friede zwischen und Staat ders für das gedruckte Schema der ersten promulgierten Dekrete und bittet
auch in der Zukunft ihm das noch Folgende in gleicher
wirklich Kirche zu finden sei. Mein Mann dankt noch beson-
es doch erkennen könnte, was
sehr, wenn es Ihnen möglich ist,
Weise zu schicken. Ferner hat er noch die große Bitte,
ihm in einem späteren Briefe zu welchem
sämtfliche
mitzuteilen, der Konzilsväter- sammen in einem sauberen Hefte zu haben wären. Für„Gnade“
dankt er auch dafür, läßt Ihnen aber sagen, sie hätte
Dreise Dhotographien zu-
ihre Glückwünsche zu der Berliner ihn nicht kalt und nicht warm Lemacht. Ihre Schwester leidet in diesem kalten Frühjahr wie- der viel und ist die Schmerzen und Bekümmernisse um das Konzil auf das Lebhafteste und betet gewiß viel dafür. Hier im Hause wird abends immer zu dieser Meinung die Litanei vom
hl. Geiste gebetet.
oft recht traurig. Sie teilt und fühlt


