Jahrgang 
1928
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auch den Pfeiler links des Katheders mit einem großen Kruzifix. Der hintere Raum des Lehrzimmers wurde durch eine Bretterwand so geschieden, daß in dem abgeschnittenen Stücke auf zwei Seiten je ein Fenster blieb. Ein Kachelofen diente diesem Raume zur Heizung, das Zimmer selbst zu Konferenzen. In der Fastenzeit und bei Gelegenheit der öffentlichen Prüfungen wurde die Wand, über deren Eingangstür Molinari das große Brustbild des letzten Mainzer Kur- fürsten, F. C. Josef von Erthal in Pastell unter Glas und Rahmen) hatte aufhängen lassen, weggenommen, der Raum mit Bänken versehen.

Der Scholaster Molinari, der ein trefflicher Schulmann war, wußte seine Leute zu wählen, wohnte dem Unterricht fleißig bei und besprach sich in den Konferenzen mit den Lehrern. Da durch, daß die angesehensten Familien ihre Söhne zur Domschule schickten, gewann dieselbe mehr und mehr Ver- trauen und Zuwachs. Der Unterricht in der Trivialschule währte am Vormittag von 810 Uhr, in der Real- schule bis 11 Uhr; die Dienstags- und Donnerstags-Nachmittage blieben frei. Ende September eines jeden Jahres war öffentliche Prüfung, welcher der Stadtpfarrer und zwei Vorstands-Deputierte beiwohnten. Der Fleiß der Schüler wurde mit Büchern belohnt; die Ferien dauerten vom 1. Oktober bis Martini.

Unter dem Scholaster Molinari wirkten:

d) an der Trivialschule-

1. Magister Ries, Domorganist. Er bewohnte das Schulhaus im Arnsburgerhofe; starb Anfang der neunziger Jahre. 2. Dessen Gehilfe Philipp Zöller. Starb als gräflich Schönburgischer Rentamtmann Anfang der neunziger Jahre.

Inneres der Michaelskapelle (Aus den Baudenkmälern von Frankfurt am Main)

b) an der Realschule:

1. Pater Klemens als erster Reallehrer, ein in allen Realfächern ausgezeichneter Mann. Ihm folgte nach seinem Weg- gange

2. Pater Nazarius(Müller), ein tüchliger, strenger Lehrer. Er starb dahier.

3. Der Kapuzinerpater Firmus(Weitbecker), als Lehrer der französischen Sprache. Eine stattliche Figur und ein ge- wandter Lehrer.

Des Paters Nazarius Nachfolger war:

4. Pater Oswald(Johannes Brassart), ein Mann von echt biederem Charakter, hellem Verstande, trefflichen Kennt- nissen; ein geborener Lehrer; kam später ans Gymnasium und findet in dem Gymnasialprogramm vom Jahre 1821, pag. 25/26, durch den Direktor Ch. Matthiae eine rühmende Anerkennung.

So blieb die Schuleinrichtung bis zur Säkularisation des Stiftes.

Neben die katholische Volksschule und die doppeltem Ziele zustrebende katholische Realschule des Domstifts trat

im Jahre 1790 noch ein katholisches Gymnasium, das Fridericianum, um dessen Gestaltung sich Molinari gleichfalls

bemühte, das seinen inneren Ausbau allerdings einem andern verdienten katholischen Schulmann, dem Direktor Schenzer (Direktor: 1796 1814) verdankt.

¹) Meine Nachforschungen nach diesem Bilde sind bis jetzt erfolglos verlaufen.

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