Jahrgang 
1876
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II.

Chronik der Schule.

Der Chronik der Schule für das Jahr 1875/76 muß ein kurzer Bericht über zwei für die Schule bedeutſame Vorkommniſſe aus dem Schluſſe des Schuljahres 1874/75 vorausgeſchickt werden.

Am Sonntag den 21. März beging die Schule in ihrem feſtlich geſchmückten Prüfungsſaale eine Vorfeier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs mit Geſang, Deklamation und Feſtrede. Letztere hielt Herr Dr. E. Brentano und gab darin einen geſchichtlichen Ueberblick über das Leben Kaiſer Wilhelms und die Geſchichte Deutſchlands ſeit dem Ende des vorigen Jahrhunderts.

In den Schluß des Winterſemeſters fiel ſodann die im Oſtertermine 1875 abzuhaltende (vierte) Abiturientenprüfung an der Schule. Es wurde die ſchriftliche in den Tagen vom 15— 18. Februar vorgenommen, die mündliche am 17. März unter dem Vorſitze des Inſpektors als Vertreters des Königl. Commiſſarius, Herrn Provinzial⸗Schulraths Dr. Rumpel, und in An⸗ weſenheit des Herrn Geiſtlichen Raths und Direktors an der Leonhardskirche Schlenger als Local⸗Commiſſarius, abgehalten. Zu der ſchriftlichen Prüfung waren folgende Themata gegeben:

1. Für den deutſchen Aufſatz: Die Verdienſte König Heinrichs I. um Deutſchland.

2. In der franzöſiſchen Sprache: Ueberſetzung aus dem Deutſchen in's Franzöſiſche ('Hospital).

3. In der engliſchen Sprache: Ueberſetzung aus dem Deutſchen in's Engliſche(Maria Stuart).

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In der Mathematik: A. 2 4——— B. Drei Kaufleute haben zuſammen Mk. 1000 gewonnen. Sie theilen den Gewinn nach Verhältniß ihrer Einlage. Nun verhält ſich die Einlage des A zu der des B wie 2: 3, die des B zu der des C wie 5: 6. Wieviel erhält jeder? C. Ein Parallelogramm zu conſtruieren aus einer Seite, dem anliegenden Winkel, und der Diagonale, welche durch dieſen Winkel geht. D. Die Grundlinie eines graden Trapezes iſt 19. 85, der anliegende Winkel 59⁰ 46“ 32“%, die Höhe 5. 69. Wie groß iſt der Flächeninhalt?

Es hatten ſich zu dieſer Prüfung von den neun Schülern der II. Klaſſe acht gemeldet. (einer war freiwillig zurückgetreten) alle wurden für reif erklärt und erhielten:

1. Albert Hieronymi, geb. zu Frankfurt a. M. den 21. Februar 1860, das Prädikat: Gut beſtanden unter Dispenſation von der mündlichen Prüfung.

2. Georg Frech, geb. zu Frankfurt a. M. den 26. Oktober 1859, das Prädikat: Genügend beſtanden.

3. Anton Junker, geb. zu Oberlahnſtein den 23. Mai 1858, das Prädikat: Genügend beſtanden.