Jahrgang 
1912
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Mit dem Schluß des Schuljahrs verlassen mehrere Lehrkräfte die Anstalt. Die Schulamtsbewerberinnen Helene Müller und Elisabeth Braach,I die mit Pflichttreue und gutem Erfolg eine nicht besetzte Lehrerinnenstelle verwaltet hatten, treten in den Volks- schuldienst der Stadt Frankfurt zurück, und die Kandidatin des Höheren Lehramts Dr. Herma Becker, die zum Herbst 1912 die Verwaltung einer freigewordnen Oberlehrerinnen- stelle übernommen hatte, scheidet wegen ihrer Verlobung aus. Wir wünschen den von uns scheidenden Amtsgenossinnen alles Gute auf ihrem Lebensweg!

Mit dem 1. März scheidet auch Frau Anna Meisner, die mit Begründung der Schillerschule die Sekretariatsgeschäfte gewandt und zuverlässig geführt hatte und dem Direktor eine wertvolle Stütze war, aus Gesundheitsrücksichten von der Anstalt. Mit dem Dank für ihre treue Hilfe verbindet die Anstalt den Wunsch, daß sie bald völlig wieder genesen mõöge. An ihre Stelle tritt Fräulein Rittweger.

Während des Winterhalbjahrs wurden wöchentlich an einem Nachmittage in der Turnhalle zwei Lehrgänge in Tanz- und Anmutsunterricht durch Fräulein Olive Jacks abgehalten; an dem Unterricht beteiligten sich im ganzen 57 Schülerinnen.

Die Wiederimpfung der Schülerinnen in der Schule durch Herrn Kreisarzt Dr. Werner fand am 7. Juni, die Nachschau am 14. Juni statt. Von den 44 impfpflichtigen Schülerinnen ließen sich 25 in der Schule impfen. Auch an dieser Stelle sei hervorgehoben, daß bei der Schulimpfung nur Schülerinnen der Anstalt geimpft werden, und zwar aus- schließlich mit tierischer Lymphe. Da der Schulleitung durch die Impfung in der Schule viele Nachfragen und Umständlichkeiten erspart werden, betrachtet sie die Beteiligung an der Schulimpfung als ein dankenswertes Entgegenkommen der Eltern. 3

Am 19. August fiel der Unterricht wegen Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Königs in Frankfurt aus. Wegen Hitze brauchte im Berichtsjahre keine Stunde auszufallen.

Vom 1. Januar 1913 ab war der Anstalt Fräaulein Sarah Dunn als englische Lehramtsassistentin zugewiesen.

Mit dem Schluß des Schuljahrs verläßt der Dezernent der Anstalt. Herr Provinzial- Schulrat Prof. Dr. Borbein seinen bisherigen Wirkungskreis. Wir verlieren in dem Schei- denden einen stets wohlwollenden Berater und bleiben ihm für mannigfache Förderung, freundliches Entgegenkommen und stets bereite Unterstützung dauernd zu Dank verbunden.

Die Ferien lagen im vergangenen Jahre folgendermaßen:

Tag des Schulschlusses Tag des Schulbeginns

Pfingstferien Freitag, 24 Mai 1912 Freitag, 31. Mai 1912 Sommerferien Freitag, 13. Juli 1912 Dienstag, 12. August 1912 Herbstferien Sonnabend, 28. September 1912 Montag, 14. Oktober 1912 Weihnachtsferien Freitag, 20. Dezember 1912 Freitag, 3. januar 1913

Schließen wird das Schuljahr Mittwoch. den 10. März 1913.

Uber die äußere Einrichtung der Schule ist zu bemerken, daß sie im allgemeinen den Anforderungen entspricht, die in den ministeriellen Bestimmungen gestellt sind. Doch ist der Zeichensaal leider ganz unzureichend, und außerdem fehlen der Anstalt noch immer die gerade für eine Studienanstalt unentbehrlichen physikalischen und chemischen Arbeits- räume für Schülerinnen findet sich doch nicht einmal ein genügender Vorbereitungsraum für die Lehrkräfte.

Abgeschlossen am 1. März 1913.