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Für die Sorgfalt der Vorbereitung und die gelungene Durchführung des Plans ist die Schule den Herrschaften, die sich unter Aufwand von viel Zeit und Mühe so freudig und gern in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, zu herzlichem Dank verbunden. Neben der Chorleitung des Herrn Ziegler sei hier besonders der Damen Liermann, Bernhöft, Norgall, Werner und Kattentidt gedacht. Auch der tatkräſtigen Unter- stützung, die unser Plan bei den Herren Gustav Conrad, Rudolf Henrich und Rudolf Ronnefeldt sowie bei den Herrschaften fand, die uns die bayrischen, Schwelmer und Bückeburger Bauerntrachten vermittelten, sei hier mit bestem Dank gedacht.
Der Uberschuß der Feier, deren Vorführungen am 27. November wiederholt wurden, floß in die Schulgeldstiftung der Studienanstalt und erreichte die Höhe von 886,78 Mk.
Der Geburtstag des Kaisers wurde am 27. Januar auf dem Schulsaal festlich begangen. In seiner Ansprache feierte der Direktor den Kaiser als den Förderer deutschen Wesens in der Schule. Der Schulchor unter Herrn Zieglers Leitung umschloß den Vortrag der Gedichte:
1. Theodor Körner, Aufruf(Rosy Struck L).
2. Max von Schenkendorf, Frühlingsgruß an das Vaterland(Barbara Eschelbach L 2), 3. Julius Sturm. Mein Vaterland(Anneliese Jacob L5),
4. Detlev von Liliencron, In einer Winternacht(Käthe Lang O0.
Nachdem sich die Oberprimanerinnen Dienstag, den 14. Januar, durch einen Tages- ausflug in den tief verschneiten Taunus erfrischt hatten, begann Mittwoch, den 15. Januar, die schriftliche Reifeprüfung(Deutscher Aufsatz). Es folgten am 16. und 17. Januar die französische und die lateinische Arbeit und dann nach der Pause am Sonnabend und Sonn- tag am nächsten Montag(20. 1.) und Dienstag(21. 1.) die mathematische und physikalische Arbeit. Folgende Aufgaben wurden gestellt:
1. Deutscher Aufsatz: Herders Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Literatur.
2. Französischer Aufsatz: La Bataille d' Hernani.
3. Lateinisch-deutsche UÜbersetzung: Curtius Rufus, Historia Alexandri IV, 2§ 1— 7: Alexander
der Große vor der Stadt Tyrus.
4. Mathematische Arbeit:
a) Welchen Kurs hätte Zeppelin seinem Luftschiff in Friedrichshafen geben müssen, wenn er die Fahrt nach Hamburg auf dem kürzesten Wege machen wollte?
S.= 47 387 N; 8e= 53⁰° 33,1 N. li= 7 830; l.= 9 58,5, 0O.
b) Von dem einen Brennpunkt eines Umdrehungsellipsoides, dessen Achsenschnitt die Gleichung 16 x 2+‿ 25y ²2= 400 hat., geht ein Lichtstrahl aus, der senkrecht zur Achse steht und von der Fläche des Ellipsoides gespiegelt wird. In welchem Punkte trifft der Strahl die Fläche, welches ist der Winkel des Einfallslotes und die Größe des Einfalls- winkels, und unter welchem Winkel trifft der gespiegelte Strahl die Achse?
c) Wie groß mußen sein. damit der Binomialkoeffizient(na) extreme Werte erreicht, und wie groß sind diese? 4 d) In eine Halbkugel vom Radius r= 2 cm ist ein Zylinder einzubeschreiben, dessen Inhalt 2/16 des Inhalts der Halbkugel beträgt. 5. Physikalische Arbeit: a) Die elektrische Beleuchtung. b) Es sind 19 Osramlampen von 32 Kerzenstärke parallel verbunden. Jede einzelne Lampe
beansprucht bei w 300 Q einen Strom von 0,33 Amp. Wieviele Bunsenelemente von e— 1,9 Volt und wi= 0.15 Q sind erforderlich, um die 10 Lampen zu speisen? Wieviele Akkumulatorenzellen von e= 2 Volt und wi= 0,002 Q wären dazu nötig?
Die mündliche Prüfung fand am 1. März unter dem Vorsitz des Direktors als König- lichen Kommissars statt. Alle Abiturientinnen bestanden die Prüfung, 12 wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Die Übersicht über die Abiturientinnen findet sich unter den statistischen Mitteilungen.—


