Jahrgang 
1912
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3. OUbersicht über die Lehrstoffe. I. Lyzeum. 1. Unterstufe(Vorsehule).

Lyzealklasse 10.

Klassenführung: Ordentliche Lehrerin Else Fanny Norgall.

Religionslehre. Evangelische. Die Zeit vom Schulanfang bis nach den Herbstferien

diente zur Vorbereitung des biblischen Geschichtsunterrichts. Um den ersten Grund zur religiösen Gesinnungsbildung zu legen, wurde zunächst an die Lebensinteressen der Kinder angeknüpft: Familienleben: verschiedene Fabeln und Erzählungen zu einer Erzählung verbunden, die die Erlebnisse eines Kindes darstellte.(Hey: Knabe und Vogel: Wandersmann und Lerche. Reinicke: Mutter und Kind. Caspari: Gott sieht alles. Krummacher: Die Reue: Die Pfirsiche.) Vor Weihnachten wurde die Kindheits- geschichte Jesu begonnen. Dazwischen einige Märchen und Erzählungen eingefügt.

Im Anschluß an den durchgenommenen Stoff wurden einige Grundfragen der Sittenlehre besprochen: Lieder eingeprägt und gesungen; 2. B.: Ihr Kinderlein, kommet; Aus dem Himmel ferne: Weißt du, wieviel Sternlein stehen usw.

3 Stunden: Norgall. Katholische. Heilige Orte, Gegenstände und Handlungen, Verhalten in der Kirche, grundlegende Darstellung der katholischen Heilslehre in 30 Erzählungen des Alten und Neuen Testamentes. Gebete und Lehrstücke; einzelne Strophen einiger Kirchenlieder im Anschluß an die kirchlichen Zeiten und Feste. 3 Stunden zusammen mit Lo und L8: Kern. Israelitische: Erzvätergeschichten. 1 Stunde zusammen mit Lo und L8: Fuchs.

Deutsch. Im Anschauungsunterricht wurden mehrere kleine Spaziergänge gemacht. Die

Kinder wurden angeleitet, Gegenstände und Vorgänge ihrer Umgebung zu beobachten und das Beobachtete in lautreiner, sprachlich richtiger Form wiederzugeben. Das Besprochene wurde zeichnerisch und plastisch darzustellen versucht. An der Hand kleiner Lesestücke wurden Bilder entworfen mit besonderer Berücksichtigung der kindlichen Phantasie.

Mittels Lesekasten wurden die Buchstaben eingeführt und aus dem Gedächtnis gezeichnet. Silben, Wörter und Sätze wurden im Lesekasten zusammengesetzt und gelesen. Drucken nach Diktat wurde geübt. Das Ziel des Leseunterrichts war geläufiges Lesen in deutscher und lateinischer Druckschrift(nach der Fibel von Eckhardt-Lüllwitz: Fröhlicher Anfang! Ausg. A).

Das Schreiben setzte erst im 2. Halbjahr ein. Es wurden die kleinen und großen(lateinischen) Buchstaben in einfacher Steilschrift-Form geschrieben, und zwar von Anfang an mit Tinte in ein Heft mit einfachen Linien.