September und Oktober. Desgl. Prof. Dr. Freund(von der deutschen Schule in Ant- werpen), Dr. Hugo Hollstein und Dr. Georg Schneider.
Oktober 15. Der unterzeichnete Direktor des Kgl. Kaiser Friedrichs-Gymnasiums wird mit der Leitung auch des Sachsenhäuser Gymnasiums i. E. ehrenamtlich beauftragt.
Nov. 28. Dez. 31. Seminarkandidat Canné bezw. Probekandidat Ost überwiesen.
1915 Februar. Ministerial-Erlaß empfiehlt bei den Versetzungen die Berücksichtigung der Zeitverhältnisse; maßgebend soll sein, ob der Schüler nach dem Urteil der Lehrer in der folgenden Klasse wird mitkommen können oder nicht.
III. Zur Gescbichte der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 21. April mit einer Feier, in der Herr Dir. Dr. Bieber von Herrn Geh. Reg.-Rat Dr. Kaiser in sein Amt eingeführt wurde. In das Lehrerkollegium traten neu ein: Dr. Heyl, Kolb und Dr. Silomon, Dr. Heyl vertrat den zu einer Auslandreise beurlaubten Oberlehrer Dr. Henkel. Zu Oberlehrern(vom 1. 4. ab) wurden ernannt die wissenschaftlichen Hilfslehrer Kolb¹) und Zickel.— Am 27. April hielt Dr. Pfeiffer einen Vortrag über die Erstürmung der Düppeler Schanzen; im Juni Oberlehrer Zickel über das Rote Kreuz. Der Klassenausflug wurde am 20. Mai unternommen, von einigen Klassen ebenso auch am Nachmittag des Sedantages. Bei Beginn des Krieges traten in den Heeres- dienst ein: Der Direktor Dr. Bieber, die Oberlehrer Dr. Henkel und Zickel, die wissen- schaftlichen Hilfslehrer Dr. Silomon und Dr. Pfeiffer. Zum Ersatz traten wissenschaftlicher Hilfslehrer Dr. Braunstein(23. Aug.) und Prof. Dr. Freund von der Deutschen Schule in Antwerpen(Anf. Sept.), mit Beginn des Wintersemesters Oberlehrer Dr. Nicolay“) ein. Die
¹) Heinrich Kolb, geb. 1883 zu Frankfurt a. M., evangelischen Bekenntnisses, bestand die Reifeprüfung Ostern 1902 am hiesigen Kaiser Friedrichs-Gymnasium und studierte Mathematik und Physik an der Technischen Hochschule zu Darmstadt und den Universitäten Heidelberg und Marburg. Im November 1906 legte er zu Marburg das Examen pro facultate docendi ab. Von Ostern 1907— 1909 leistete er sein Seminar- und Probejahr am Goethe-Gymnasium zu Frankfurt a. M. ab. Von Ostern 19090 ab war er als wissenschaftlicher Hilfslehrer nacheinander an dem Realgymnasium zu Cassel, Reformrealgymnasium zu Wiesbaden, dem Wöhler-Realgymnasium, der Liebig-Oberrealschule zu Frankfurt a. M. und dem Gymnasium zu Wiesbaden beschäftigt.
²) Dr. Wilhelm Otto Nicolay, katholischen Bekenntnisses, wurde Oktober 1876 geboren und bestand Ostern 1896 die Reifeprüfung am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur, worauf er Theologie und Philosophie an der theologisch-philosophischen Lehranstalt zu Fulda und an der Universität zu Bonn studierte. Außerdem betrieb er an der Universität zu Bonn und später an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften zu Frank- furt a. M. Studien in Deutsch, Französisch und Geschichte. Nach Empfang der Priesterweihe wurde er als Caplan und Lehrer an die Lateinschule zu Eltville, darauf nach Biebrich berufen, von wo er als Rektor der Josephsschule nach Frankfurt a. M. versetzt wurde. Hier übernahm er später die Leitung des pädagogischen Kursus am Ursulineninstitut. 1903 bestand er die Mittelschullehrer-, 1904 die Rektorprüfung zu Cassel, 1905 die Oberlehrerprüfung zu Bonn und erwarb hier 1208 die theologische Doktorwürde. Seine pädagogische Ausbildung erhielt er am Gymnasium zu Oberlahnstein. 1912 erhielt er einen mehrmonatigen Urlaub zu einer Reise nach Paris zwecks Studiums des Französischen. Nachdem er von 1912— 1914 als Oberlehrer am Gymnasium zu Oberlahnstein tätig gewesen, wurde er 1. Oktober 1914 als Oberlehrer an das Kgl. Sachsenhäuser Gymnasium i. E. versetzt.
Bis jetzt ist er in der Erziehungswissenschaft schriftstellerisch tätig gewesen und hat u. a. mehrere pädagogische Lehrbücher verfasst.
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