Jahrgang 
1913
Einzelbild herunterladen

5. Naturkundliche Sammlung.

Geschenke: Von Herrn Zeichenlehrer Scheffler: Wandtafel von Specht, Cervus elaphus. Von Herrn Dr. W. Bieber: Silberstaub, mehrere Eisensteine und Quarze, sowie eine Serie von Mineralien aus den ver- schiedenen Schichten des Steinsalz-Lagers bei Kochendorf. Von Krebs(IV): junge Kreuzotter; von Göbel(V): Seenadel und Seepferdchen; von Winterstein(V): Asbest, Elfenbein und ein fossiles Schädelstück; von Keil(VI): mehrere Seidencocons; von Lerner(VI): junge Ente; von Metz(VI): Vogelnest mit Eiern; von Mohrhard(VI): 2 Geweihe; von Petri(VI): ein Horn; von H. Weitzel(VI): Schnauze vom Sägefisch. Außerdem schenkten Mineralien und Versteinerungen: Bender, Heilig, Lenz und Weisdorf(IIIa); Detig; und Eltz(IV); Christmann, Dürrfeld, Keie und Winterstein(V); Dürrfeld, Flad, Keil und Schewe(VI)

6. Lehrmittel für den Zeichenunterricht.

Geschenke: Von Cuntz(IIIa): 2 Fliesen; von Bender, Schneider(III2) und Detig(IV): Kannen und Krüge; von Schneider und Winkler(III2) je eine, von Lenz(IIIa): 2 Flaschen; von Spies und Waas(IV): Federn; Ferner wurden Käfer und Schmetterlinge geschenkt von Cuntz(III); Eltz, Keller und Krebs(IV); Schwartz(V) und Panse(VI).

Für die vielen Geschenke, die im Laufe des Berichtsjahres der Schule und ihren Sammlungen gespendet wurden, sage ich allen Gebern auch an dieser Stelle verbindlichsten Dank.

VI. Mitteilungen an die Eltern.

Wir bitten die Eltern, der sorgfältigen Auswahl und Überwachung des Lesestoffes ihrer Söhne besondere Aufmerksamkeit zu schenken, und verweisen auf die ernsten Mahnungen des Ministerial-Erlasses vom 21. September 1912:

Die Gefahren, die durch die überhandnehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, sind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat sich wieder mehr- fach gezeigt, daß durch die Abenteurer-, Gauner- und Schmutzgeschichten, wie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, daß sich die jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren Handlungen haben hinreißen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dieses Übel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schüle- rinnen das rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sitt- liche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, einschließlich der Tagespresse, sorgsam überwachen, das versteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, daß dem Übel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwicklung eignen. Auch das in dem Weidmann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. JohannessonWas sollen unsere Jungen lesen? wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können.

Die Anstalt ist bis jetzt jedes Jahr in der Lage gewesen, den meisten ihrer Schüler zu Anfang Dezember ein Verzeichnis guter Bücher mitgeben zu können, das der Jugend- schriften-Ausschuss des Frankfurter Lehrervereins herausgegeben und uns dankenswerter Weise in einer grösseren Anzahl von Abdrucken zur Verteilung überwiesen hat. Es wird

8