VII. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern.
zZum Zwecke eines gedeihlichen Zusammenwirkens von Schule und Haus haben sämtliche Lehrer der Anstalt bestimmte Stunden angesetzt, in denen sie, nach vorheriger Anmeldung von seiten der Eltern, Anfragen und Wünsche entgegenzunehmen bereit sind. Die Eltern wollen sich gefälligst spätestens einen Tag vorher anmelden, damit die Herren Klassenlehrer die erforderlichen Erkundigungen über die betreffenden Schüler rechtzeitig einziehen können. Die Sprechstunden werden zu Beginn jedes Halbjahres durch Anschlag auf dem Flur, sowie in den Klassenzimmiern des Schulgebäudes bekannt gemacht. Die Eltern werden dringend gebeten, soweit es sich nicht um Juskünfte allgemeiner Natur handelt, zunächst mit den Herren Fach- und Klassenlehrern in Verbindung zu treten und diese Verbindung nicht nur in den letzten Wochen vor“ der Versetzung zu suchen.
Den Konfirmandenunterricht bitten wir, wenn irgend möglich, in das Schuljahr zu verlegen, in dem der Schüler die Unter- oder die Obertertia besucht.
Bei Schulversäumnissen, die durch Krankheit veranlaßt sind., muß spätestens am zweiten Page von den Eltern oder deren Stellvertreter dem Klassenlehrer Anzeige gemacht werden. Für jede andere Schulversäumnis muß vorher die Genehmigung nachgesucht werden.
„Ein Buch hat oft einen Menschen auf seine ganze Lebenszeit gebildet oder ver- dorben.“ In Erinnerung an dieses ernste Wort Herders hält es die Schule für ihre Pflicht. auf die Unterhaltungslektüre der ihr anvertrauten Jugend ein wachsames Xuge zu richten. Deshalb legt sie auf sorgfältige Auswahl der für die Schülerbibliothek bestimmten Bücher das größte Gewicht und erhebt ihre warnende Stimme vor Gefahren. die infolge schlechter Lektüre der Jugend drohen.
Neuerdings macht sich nun in den Schaufenstern einer Lroßen Anzahl von Papier- geschäften, Zigarrenläden, Nolportagebuchhandlungen und in Zeitungsständen eine umfang- reiche Schundliteratur breit: Nick Carter. Scherlock Holmes. Nat Pinkerton, Ethel King, Kapitän Morgan, Buffalo Bill, Texas Jack, Dumme Jungenstreiche u. à.
Durch Inhalt, Ausstattung und Preis stellt sich diese verwerfliche Literatur als eine unheildrohende Gefahr für unsere Jugend dar. Der Inhalt ist aufregend. abenteuerlich und oft pikant; die geschilderten Abenteuer sprechen. aller Wirklichkeit Hohn und rauben den unverständigen Lesern den Sinn für die tatsächlichen Verhältnisse des Lebens. In der unnatürlichen Darstellung wird dann die jugendliche Phantasie in Zzügelloser Weise entzündet. es erwacht die verderbliche Neigung auch solche wagehalsige Streifzüge zu unternehmen. zu Kampf und Streit, sowie auf Raub auszuzichen und als kühne Helden Ruhm und Ehre zu gewinnen. Die zum Ankauf reizenden Umschlagszeichnungen dieser Schundware stellen in grellen Farben eine aufregende. gewöhnlich verbrecherische Szene der Geschichte dar, über der sich dann ein môglichst abenteuerlich klingender Titel befindet. Die Rück- seite des Umschlags dient entweder der Reklame der Schundschriften oder gar zur Ver- öffentlichung von Anzeigen schlimmster Art. Der Preis der Schundhefte beträgt dabei nur 5 bis 20 Pf., je nachdem neue oder antiquarische Exemplare verlangt werden: dazu verleitet


