Jahrgang 
1915
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13 3 schen Gewerbeschule. Seit 20. August erteilt Herr Lehrer E. Prinz von der Bismarck- Mittelschule französischen und englischen Unterricht. In zwei Vorklassen unterrichtet seit 24. August Herr Lehrer C. Uhlmann von der Städtischen Gewerbe- und Fortbildungs- schule, und seit 7. Dezember an einer Vorschulklasse als Ersatz für Herrn Lühr Frau lda Kohn, früher Lehrerin an der israelitischen Volksschule.

Die Schuldienerstelle, die ja durch den Krieg ebenfalls ihres Inhabers beraubt wurde, versah zunächst unter großer Aufopferung Frau Müller, unterstützt durch die Schüler der O IIl, die abwechselnd einen Teil der Arbeit übernahmen. Daß diese zu gleicher Zeit auch den größten Teil des Aufsichtsdienstes in Haus und Hof übernahmen zur Entlastung des bis zur Grenze belasteten Lehrerkollegiums, sei hier zu ihrer besonderen Belobung erwähnt. Am 1. Oktober trat G. Luttropp als Vertreter in die Stelle ein, den aber auch am 26. Februar der Landsturm wegholte; seitdem ist die Stelle durch F. Kopania besetzt.

Mit großem Eifer beteiligten sich unsere Schüler an dem Städtischen Notstands- Gemüsebau. Einige gingen sogar zu Fuß nach Eschersheim und zurück, um dort im Schweiße ihres Angesichts zu graben. Bald wurde uns aber ein Grundstück des Herrn v. Gosen an der Sternbrücke zugewiesen, das wir nach mancherlei Irrfahrten schliesslich auch richtig mit Spaten und Rechen in Angriff nahmen. Nach einigen Tagen wurden jedoch unsere Schüler zu ihrem grossen Bedauern durch Arbeitslose ersetzt.

Doch damit war unsere Tätigkeit für die Kriegsfürsorge noch lange nicht zu Ende. Vom 9. August bis Ende der Weihnachtsferien dienten zwölf Schüler aus den Klassen IV bis UIl der Kriegsfürsorge Bezirk 13 als Radfahrer und versahen ihren Dienst mit großer Hingabe, im Anfang je zwei Mann in zwei Vor- und Nachmittagstunden, später nur noch nachmittags. Nach den Weihnachtsferien konnte diese Einrichtung in Wegfall kommen, da die Kriegsfürsorgestelle nicht mehr den starken Bedarf hatte wie anfangs und andere Kräfte ihr zur Verfügung standen.

Ein reiches Gebiet bot auch die Sammeltätigkeit. Kaffee, Tee und Kakao, Cakes, Geld, Zigarren und Tabak, alles wurde mit großem Eifer zusammengeschleppt, und das Ergebnis der beiden ersten Sammlungen wurde Mitte August und Mitte September zur Zentralstelle für die Bewirtung durchkommender Truppen gebracht. Eine dritte Sammlung an Geld und Nahrungsmitteln erhielt anfang Oktober die Annahmestelle freiwilliger Gaben für das XVIII. Armeekorps. Auch die Sammelbüchse des Roten Kreuzes, die je nach der Witterung im Hofe oder im Flur aufgehängt ist, erfreut sich öfteren Besuchs. Am 18. De- zember waren wir wieder, dank der Opferfreudigkeit unserer Schüler, in der Lage, eine stattliche Sammlung von Büchern, Zeitschriften und Unterhaltungsspielen für die Verwun- deten an den Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung abzugeben. Eine andere Samm- lung, die durch das Kollegium aufgebracht war, erhielt die Kompagnie des Herrn Becker als Schützengrabenlektüre. Sie brauchte allerdings von Mitte Dezember bis Ende Januar, um ihr Ziel zu erreichen..

Am 1. Februar hatten sich zehn Schüler von VUIll dem Herrn Bezirksvorsteher für die Getreide- und Mehlaufnahme zur Verfügung gestellt. Am 2. und 4. März be- teiligten sich die vier hier wohnenden Herren des Kollegiums mit den Schülern der O ll und zwei Untertertianern zusammen an der Personenstandsaufnahnme. Dieselben Schüler besorgten auch am 13. März die Austeilung der Zettel für die Aufnahme der Kartoffelvorräte, desgl. am 22. März die Gersteaufnahme.

Eine Sammlung von Stanniol zum Besten des Deutschen Kriegerbundes, sowie von Altmetallen zu Gunsten der Kriegsfürsorge ist zur Zeit in flottem Gang.

Liebesgaben an Lehrer und frühere Schüler der Anstalt, die im Felde stehen, wurden aus Spenden des Lehrerkollegiums, der UIll und OIIl beschafft, wobei die Mädchen der Vorschule unter Leitung von Fräulein Tschan sich eifrig durch Stricken beteiligten. Die UIl besorgte Verpackung und Versand.

Anfangs November übernahm Herr Oberlehrer Scharowski den Vertrieb des kleinen SchriftchensDer Krieg und die deutsche Jugend von Julius Richter, Frankfurt a. M., mit Hilfe der Schüler. Angesichts des vaterländischen Doppelzwecks, erstens Eltern und